Kurt Georg Wilhelm Freiherr Kress von Kressenstein – auch Kurt (Freiherr) von Kress – (* 3. Juli 1900 in München; † 17. August 1945 in Schönbrunn) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalintendant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben Er stammte aus der Nürnberger Patrizierfamilie Kress von Kressenstein und war der Sohn des Offiziers und späteren Bankdirektors Gustav Christian Walfried Freiherr Kreß von Kressenstein (1872–1956) und dessen Frau Maria Sophie Anna, geb. Petz von Lichtenhof (1877–1948). Der Historiker Georg Kress von Kressenstein war sein Großvater, der General Friedrich Kreß von Kressenstein sein Onkel. Kurt Kress von Kressenstein hatte zwei Geschwister: Hans Richard Friedrich (1902–1973), Internist und Mitbegründer der Freien Universität Berlin, und Sophie Amalie (1904–1955), die 1938 ihren Vetter Wilhelm Christoph Richard Ludwig Petz von Lichtenhof (1900–1954) geheiratet hatte.

Kurt Kress von Kressenstein legte 1919 am Theresien-Gymnasium München das Abitur ab. Er trat bereits im April 1918 in die Kaiserliche Marine ein. Dort war er zunächst bis Juni 1918 Kadett an der Marineschule Mürwik. Anschließend wurde er von Juli bis September 1918 auf dem Schulschiff Freya und von September bis November 1918 auf dem Schlachtschiff Kaiser ausgebildet. Seine Ausbildung endete zunächst mit dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918.

Von April bis August 1919 war er Freiwilliger im Freikorps Oberland. Er studierte von 1919 bis 1923 Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zudem setzte er seine militärische Ausbildung bei der Reichsmarine fort; er war von Februar 1920 bis Oktober 1921 Fähnrich im 1. und 2. Küstenwehrregiment und besuchte erneut die Marineschule Mürwik. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er von 1923 bis 1926 am Amtsgericht München.

1926 legte Kurt Kress von Kressenstein die Staatsprüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst ab. Von 1927 bis 1931 war er Regierungsassessor und ab 1929 Regierungsrat in der Kammern des Innern für den Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg in Augsburg. Daraufhin war er von Mai 1931 bis November 1933 Bezirksamtmann am Bezirksamt Nördlingen. Anschließend folgten Tätigkeiten von Dezember 1933 bis August 1934 an der Polizeidirektion München und von September bis Dezember 1934 am Luftamt München.

Von Januar 1935 bis November 1936 war Kurt Kress von Kressenstein Gruppenleiter im Luftkreiskommando V München. Im Oktober 1935 wurde er zum Oberregierungsrat ernannt. Von November 1936 bis April 1937 war er Leiter der Verwaltungsschule der Luftwaffe in Braunschweig. Daraufhin war er von April 1937 bis Oktober 1939 Gruppenleiter im Reichsluftfahrtministerium, zunächst bis Juli 1938 im Luftwaffenverwaltungsamt und anschließend nach seiner Ernennung zum Ministerialrat im August 1938 im Luftwaffenpersonalamt. Von Oktober 1939 bis September 1941 war er Abteilungsleiter im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Im September 1941 wurde er zum Generalintendanten bzw. Ministerialdirigenten ernannt. Er war daraufhin bis Juni 1944 Amtsgruppenchef der Amtsgruppe IV (Personal) im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Von Juni bis Juli 1944 stand er dem Reichsluftfahrtministerium bzw. dem Oberkommando der Luftwaffe zur besonderen Verwendung. Von Juli 1944 bis August 1944 nahm er eine Tätigkeit im Luftgaukommando XI Hannover/Hamburg wahr. Schließlich war er von September 1944 bis zum Kriegsende im Mai 1945 Luftgauintendant im Luftgaukommando VII München.

Kurt Kress von Kressenstein geriet am Kriegsende im Mai 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er starb im August 1945 im Lazarett auf Schloss Schönbrunn.

Er war verheiratet mit Martina von Spreti-Weilbach (1902–1998), die dem jüngeren Haus (Weilbach) des Adelsgeschlechts der Spreti entstammte. Sie war die Schwester des SA-Funktionärs Hans Erwin von Spreti-Weilbach. Martina von Spreti-Weilbach heiratete nach Kurt Kress von Kressensteins Tod in zweiter Ehe den Major O. W. Braun, der sich dann Braun von Kress nannte. Kurt Kress von Kressenstein und Martina von Spreti-Weilbach hatten zwei gemeinsame Töchter, darunter Ingrid (* 1935), die Joachim von Trebra-Lindenau († 2000) heiratete und mit diesem Schloss Unterweilbach verwaltete.

Literatur Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945. Band 2. Habermehl-Nuber. Biblio, Osnabrück 1991, ISBN 3-7648-1701-1.

Weblinks Kurt Kress von Kressenstein auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien

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