mini|Jaswant Singh Khalra Jaswant Singh Khalra (; 1952–1995) war ein indischer Sikh-Menschenrechtler, der durch Recherchen zu außergerichtlichen Tötungen, Verschwindenlassen und geheimen Einäscherungen während der Konfliktjahre in Punjab bekannt wurde. Die indische Justiz stellte später fest, dass Khalra 1995 von Polizeibeamten entführt, illegal festgehalten, getötet und seine Leiche in einem Kanal beseitigt wurde.

Leben und Wirken Khalra wurde 1952 im Dorf Khalra in Punjab geboren und arbeitete in den 1980er-Jahren in Amritsar als Bankangestellter, bevor er sich der Menschenrechtsarbeit zuwandte. Anfang der 1990er-Jahre schloss er sich dem Menschrechtsflügel der Partei Akali Dal an. Am 6. September 1995 wurde er vor seinem Haus in Amritsar von Polizeibeamten festgenommen oder entführt und war danach nicht mehr zu sehen. Im Jahr 2005 verurteilte ein CBI-Gericht in Patiala sechs Polizeibeamte wegen Khalras Verschwinden und Tötung, darunter DSP Jaspal Singh und ASI Amarjit Singh zu lebenslanger Haft. Das Oberste Gericht bestätigte 2011 die lebenslangen Freiheitsstrafen für fünf Punjab-Polizeibeamte im Fall Khalra. Khalra war mit Paramjit Kaur Khalra verheiratet und hatte mit ihr die Kinder Navkiran Kaur und Janmeet Singh.

Khalras Arbeit entstand im Kontext von Militanz und Gegeninsurgenz in Punjab, als viele Familien das Verschwinden Angehöriger nach Festnahmen durch die Polizei meldeten. Gemeinsam mit Jaspal Singh Dhillon wertete er 1994 und Anfang 1995 staatliche Krematoriumsunterlagen aus und machte mehr als 6000 geheime Einäscherungen durch die Polizei in einem der damaligen 13 Distrikte Punjabs öffentlich. Die Untersuchung führte zu einer Massenkremationssache, in der das CBI später 2097 illegale Einäscherungen an drei Krematorien im Distrikt Amritsar auflistete. Khalras Recherchen umfassten außergerichtliche Tötungen, nicht registrierte Leichen und die Verweigerung der Information an Angehörige und führten zu einem Vorwurf systematischer Straflosigkeit. In einer 1995 zum Fall gehörenden Eingabe vor dem Obersten Gericht wurden 25.000 von der Polizei als „nicht identifiziert“ oder „nicht beansprucht“ eingeäscherte Leichen geltend gemacht. Spätere Verfahren zu von Khalra angestoßenen Fällen führten in Punjab bis 2026 zu Gefängnisstrafen gegen nahezu 135 Polizisten, während einzelne Verfahren weiter anhängig blieben. Die Erinnerung an Khalra wurde durch die von Zensur- und Freigabekonflikten geprägte Filmbiografie Panjab ’95, später Satluj, mit Diljit Dosanjh in der Hauptrolle auch außerhalb Punjabs wahrgenommen. In Fresno in Kalifornien wurde 2025 beschlossen, eine öffentliche Grundschule nach Khalra zu benennen; dort wurde er in der Berichterstattung auch als „Laawaris Laashan Da Waaris“, also als Beschützer der nicht beanspruchten Leichen, bezeichnet.

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