mini|Das Ruster Hügelland auf dem Blatt Zone 14 Colonne XV Section d der Landesaufnahme der österreichisch-ungarischen Monarchie (1873) mini|Hanglagen des Ruster Höhenzugs am Neusiedler See Das Ruster Hügelland, Ruster HöhenzugHermann Häusler et al.: Geologische Karte der Republik Österreich 1:50 000, Erläuterungen zur Geologischen Karte 78 Rust. Geologische Bundesanstalt, Wien 2010, S. 5 (Online). auch Rust-Kroisbacher-Höhenzug, Kroißbach-Ruster-Berge,Ludwig Roth von Telegd: Geologische Skizze des Kroisbach-Ruster Bergzuges und des südlichen Theiles des Leita-Gebirges. In: Földtani közlöny. Jg. 9 (1879), S. 139–150. Ruster Bergland, Ruster Berge (in Ungarn: Szarhalmer Wald / Szárhalmi erdő), bildet eine Erhebung im österreichischen Bundesland Burgenland und im benachbarten ungarischen Kreis Sopron. Die flache Bergkette erstreckt sich im Südwesten des Neusiedler Sees.
Geografie Der Rust-Kroisbacher-Höhenzug besitzt hauptsächlich eine Nord-Süd-Ausrichtung. Lediglich die niedrigsten Höhenlagen folgen in geländemorphologischer Hinsicht auf kurzer Distanz der Uferzone des Neusiedler Sees in Richtung Osten. Der südliche Abschnitt, das Kroisbacher Hügelland, hat einen vom Ruster Höhenzug (im engeren Sinne) verschiedenen geologischen Aufbau.Fuchs, 1965, S. 187. Nach geologischer Sichtweise reicht der Ruster Höhenzug im Süden bis Fertőrákos (Kroisbach), setzt sich jedoch im Landschaftsbild etwas weiter fort.
Im Norden, auf österreichischem Territorium, beginnt der Höhenzug östlich der Gemeinde Schützen am Gebirge mit dem Hölzlstein (157 m) unweit der Rosaliakapelle an der Oggauer Straße. Die Kammlinie verläuft hier vom Goldberg (224 m) über den Seeberg (219 m) zum Silberberg (206 m) bei Oslip, weiter zum Kogel (224 m) bei St. Margarethen und zum Goldberg bei Mörbisch (Fertőmeggyes, Medgyes). In nur geringer Entfernung, südlich davon, quert der Höhenzug die österreichisch-ungarische Grenze. Nun wird die Kammlinie durch die Berggipfel Ház hegy (263 m) und Boglár hegy (213 m) bei Fertőrákos (Kroisbach) gebildet. Am Westrand des Ortes durchbricht der von Sopron (Ödenburg) abfließende Rákos-patak den Höhenzug. Es folgen die Gipfel Pinty-tető / Finkenkogel (261 m) und Káposzta hegy (258 m), zwischen denen sich im Waldgelände (Szárhalmi-Wald / Szárhalmi erdő) zwei Höhlen (Fehér-barlang) mit einem kleinen Steinbruch befinden. Die nahen Weinberge liegen im Höhenbereich zwischen 237 m (Gombá hegy) und 212 m (Kőhalmi domb), wo der bewaldete Höhenzug beim Ort Balf (Wolfs) weiter an Höhe verliert und in Richtung Osten ausläuft. Der Szárhalmi-Wald und die der ungarischen Seeküste zugehörige Schilfrohrzone liegen im Nationalpark Fertő-Hanság.
Das Tal des Spitalbachs aus Richtung des westlich gelegenen Ödenburger Gebirges unterbricht diese Höhenlage. Am südlichen Ende des Neusiedler Sees im Umfeld der Dörfer Fertőboz, Hidegség und Fertőhomok läuft die Hügellandschaft aus.
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Geologie Die Erhebung des Ruster Höhenzuges an der Westküste des Neusiedler Sees zählt zusammen mit dem nahen Leithagebirge zu den äußerst östlich gelegenen Ausläufern des Alpensystems. Dementsprechend besitzt der Höhenzug einen Kern aus Kristallingesteinen (Granitgneis, Granatglimmerschiefer, Albitchloritgneis), die von jüngeren Schichtungen, jungtertiäre Kalksteine und quartäre Lockersedimente, weitgehend überdeckt sind. Eine Besonderheit bilden die neogenen „Ruster Schotter“, Ablagerungen der Meeresbrandung des Mittelmiozäns (Tortonium) aus Versteinerungen, Quarz und Glimmer, selten eingebettete Gneisgerölle, die hier das Liegende der Leithakalke bilden. Südlich von St. Margarethen erstreckt sich als Teilabschnitt der Höhenzug des Nadjezerawaldes, wo sich gelbliche bis rotbraune Sande des Quartärs befinden, die zu geringen Anteilen Gerölle aus Gneis und Quarzit (Korngrößen 5 bis 10 cm) beinhalten.Werner Fuchs: Geologie des Ruster Berglandes (Burgenland). In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Band 108 (1965), S. 157–182.
Verkehrsinfrastruktur und Staatsgrenze mini|Grenzübergang am Paneuropäischen Picknick, Blick nach Österreich Die Ruster Straße ist eine Bundesstraße Österreichs, die aus Richtung Eisenstadt den Ruster Höhenzug bei St. Margarethen überquert und nach Rust und weiter nach Mörbisch an den Neusiedler See verläuft.
Auf ungarischer Seite führt eine Landstraße (8527) von Sopron kommend, am Ort Fertőrákos den Scheitel des Höhenzuges erreichend nach Südosten in Richtung Fertőd und Kapuvár. Zwischen Sopron und Fertőrákos zweigt davon eine nordwärts verlaufende Landstraße (8532) ab, die an der Westflanke des Höhenzuges die österreichisch-ungarische Grenze quert. An der Grenze liegt auf ungarischem Gebiet die Erinnerungsstätte Paneuropäisches Picknick mit vielseitigen Informationen über den ehemaligen „Eisernen Vorhang“ mit seinem historischen Ende in 1989.„Picknick-Platz“ wird zum Museum. Bericht vom 21. März 2019, auf burgenland.orf.at.
Ein Radweg entlang des Höhenzuges verbindet die beiden Staaten zwischen den Ortschaften Fertőrákos (H) und Mörbisch am See (A).
Ortschaften Am Fuße der westlichen und östlichen Hanglagen befinden sich mehrere Ortschaften. Lediglich die Ortslage von Fertőrákos zieht sich bis zur Kammlinie empor. Österreich Schützen am Gebirge Oggau am Neusiedler See Oslip Sankt Margarethen im Burgenland Freistadt Rust Mörbisch am See
Ungarn Fertőrákos mit Ortsteil Golgota östliche Stadtteile von Sopron (Sopronkőhída, Tómalom, Sand) Balf
Wirtschaft Die Gegenden des Höhenzuges sind Weideland und WeinbaugebieteNeusiedlersee-Hügelland: Leithaberg und Edelsüss. Kurzbeschreibung auf www.vinum.eu. oder bewaldet. Das sonnige Klima an den Hängen schafft ideale Bedingungen für den Obst- und Weinbau. Die Weinakademie Österreich hat ihren Sitz in Rust,Weinakademie Österreich. Webpräsenz auf www.weinakademie.at wo sich ein wichtiges Anbaugebiet befindet.Weinbau in Rust, auf www.dierusterweinbauern.at. Das als Urkunde erhaltene königliche Weinprivileg von 1524, ausgestellt von Maria von Ungarn, belegt die Bedeutung des Weinbaus in dieser Region.Wolfgang Bachkönig, Martin Krenn: Ruster Weinprivileg seit 1524. Stadtgemeinde Freistadt Rust 2024, online auf www.freistadt-rust.at (PDF). Auf ungarischer Seite erstrecken sich die Weinberge auf der Seeseite des Höhenzuges von Fertőrákos bis nach Balf.Weinanbaugebiet Sopron (Ödenburg). Kurzbeschreibung auf www.vino-culinario.de.
Bedeutende Steinbrüche wurden bei St. Margarethen, Oslip und Fertőrákos (Kroisbach) angelegt. Die als „Leithakalke“ bezeichneten Karbonatgesteine fanden seit den Römern und später mit Unterbrechungen über lange Zeiträume rege Verwendung in der umliegenden Region (Schloss Esterházy in Fertőd) sowie in Wien (Stephansdom, Bauten der Wiener Ringstraße) und in ungarischen Städten. Einen regelmäßigen Abbau (Stand 2026) gibt es im Steinbruch des St. Margarethener Kalksandsteins.
Zwei große Veranstaltungsstätten, der Römersteinbruch bei St. Margarethen und der unterirdische Kalksteinbruch von Fertőrákos, ziehen jährlich viele Veranstaltungsbesucher an. Zudem gibt es am Fuße des Höhenzuges in Rust und Mörbisch am See jeweils einen Yachthafen, in deren Umfeld sich Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe entwickelt haben.
Literatur und Karten Ludwig Roth von Telegd: Geologische Skizze des Kroisbach-Ruster Bergzuges und des südlichen Theiles des Leita-Gebirges. In: Földtani közlöny, Jg. 9, S. 139–150, Budapest 1879 Werner Fuchs: Geologische Karte des Ruster Hügellandes 1:25.000. Wien 1960 Werner Fuchs: Geologischer Bau und Geschichte des Ruster Berglandes. Wien 1960 (Dissertationsschrift, Universität Wien) Werner Fuchs: Geologie des Ruster Berglandes (Burgenland). In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Band 108 (1965), S. 155–194. (Online).
Weblinks Manfred Haider, Alois Lang: Das Ruster Hügelland. (= Dokumentation bedeutender Kulturlandschaften in der grenzüberschreitenden Region Neusiedler See), Naturschutzbund Burgenland, Eisenstadt [ca. 2002], online auf www.nationalparkneusiedlersee.at (PDF).
Einzelnachweise
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