Obezlaw ist eine mittelalterliche Wüstung südwestlich von Bochow im heutigen Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 312)

Lage Die ehemalige Dorfstelle lag etwa einen Kilometer südwestlich von Bochow in der Nähe der heutigen Kolonie Neu Bochow. Ein Hinweis auf die frühere Siedlung hat sich im Flurnamen Wenddörfer erhalten.

Geschichte und Etymologie Obezlaw ist in den schriftlichen Quellen nur selten bezeugt. 1275 wurde der Ort als campum Obezlaw, ubi quondam villa fuerat erwähnt, also als Feld Obezlaw, wo sich einst ein Dorf befunden hatte. In der Überlieferung erscheinen abweichende Namensformen wie Oberzlaw. Der Name stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie „Siedlung eines Mannes namens Ubyslaw“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 126, ISBN 3-937233-17-2..

Bis 1275 stand Obezlaw unter der Landesherrschaft der Markgrafen von Brandenburg. Im Jahr 1275 gelangte die wüste Feldmark in den Besitz des Klosters Lehnin. Nach der Säkularisation verblieb sie von 1542 bis 1872 im Verwaltungsbereich des Amtes Lehnin.

Obezlaw war bereits im Mittelalter wüst gefallen. Spätestens 1275 bestand das Dorf nicht mehr, sondern wurde nur noch als Feldmark erwähnt. Eine Wiederbesiedlung erfolgte nicht. Die Feldmark von Obezlaw ging vollständig in der Feldmark von Bochow auf und wurde von dort aus landwirtschaftlich genutzt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 312)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1275 Kategorie:Groß Kreutz (Havel)