Patitz ist eine mittelalterliche Wüstung südwestlich von Niemegk im heutigen Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 314)

Lage Die ehemalige Dorfstelle lag in einer Bodensenke nördlich des Weges von Niemegk nach Neuendorf, etwa zwei Kilometer von Niemegk und einen Kilometer von Neuendorf entfernt. Archäologische Funde wurden unter anderem in der Zernigalschen Lehmgrube lokalisiert; der Ortsname hat sich im Flurnamen Patitz erhalten.

Geschichte Die Wüstung ist in verschiedenen Namensformen überliefert: Sie erschien erstmals im Jahr 1383 als uff die Barezebufan sowie im Jahr 1466 als uff zcwenozig Barezache Huffen. Weitere Nennungen stammen aus dem Jahr 1861 als Wendisch Pardietz sowie 1902/1931 als Patitz. Der Name leitet sich aus dem Slawischen ab und bedeutet "Ort, wo es Waldbienenstöcke gibt"Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 129, ISBN 3-937233-17-2..

Patitz gehörte vor 1426 bis etwa 1550/1552 zur Vogtei beziehungsweise Pflege und zum Amt Rabenstein. Danach unterstand die wüste Feldmark bis 1872 dem Amt Belzig Rabenstein. Ein gesonderter Besitzanteil lag bis 1528 bei der Familie Hesse zu Zerbst und von 1528 bis nach 1534 bei Müller zu Zerbst, bezogen auf eine Hufe in Patitz; dieser Anteil wurde später vermutlich mit dem Hauptanteil vereinigt.

Patitz war bereits 1383 wüst gefallen. 1388 werden Abgaben erwähnt, die unter anderem durch einen Richter und Wilken entrichtet wurden. 1419/1420 verfügte der Richter über das Gut mit zwei Hufen. Im Jahr 1506 wurden fünf wüste Hufen zu Patitz im Zusammenhang mit Niemegk aufgeführt; ein Einwohner besaß das wüste Gut mit einer Hufe zur Hälfte als Lehen. 1532 nutzten Einwohner aus Niemegk drei wüste Hufen der Feldmark. Im Jahr 1591 wurden insgesamt 30 Hufen verzeichnet, die von 21 Einwohnern aus Niemegk genutzt wurden. Die Nutzung verteilte sich auf verschiedene Hufengrößen, darunter Doppelhufen, anderthalb Hufen (teils als Lehnhufen), einfache Hufen, darunter freie Lehnhufen, sowie halbe Hufen.

Im Jahr 1713 bestanden weiterhin 30 wüste Hufen, die vollständig von Niemegk bewirtschaftet wurden. 1764 belief sich der Bestand unverändert auf 30 Hufen; jede Hufe war mit einer Aussaat von sieben Dresdner Scheffeln und zwei Vierteln veranschlagt. Im Jahr 1806 waren die Hufen von Patitz bereits in die Hufenstruktur von Niemegk einbezogen. In der Folge ging die gesamte Feldmark in der Stadtfeldmark Niemegk auf und wurde nicht wieder besiedelt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 314)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1383 Kategorie:Niemegk