Lüttgen Zeuden war eine mittelalterliche Siedlung südsüdöstlich von Niemegk.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 487) Die wüste Feldmark liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geografische Lage Die Feldmark lag südlich von Pflügkuff. Die Dorfstelle befand sich an einem Teich. Dort wurden 1941 blaugraue und glasierte Scherben gefunden. Zusätzlich ist die Wüstung durch den Flurnamen Lüttgen Zeuden belegt.

Geschichte Etymologie 1384 wird die Feldmark als czu Lutken Czowden uff der Wusten marksten erwähnt. Weitere Namensformen sind 1466 lutcken Czuden, 1565 Litke Ziliesche Hufen, 1743 wueste lutzeysche huffen und 1861 Lütgen-Zeuden. Der Name stammt aus dem Slawischen ab, ist von metaphorischer Bedeutung und bedeutet Gefäß, Faß. Er weist damit, wie im benachbarten Kardeleben, auf die Geländeform hin.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 190, ISBN 3-937233-17-2.

Besitzgeschichte Die Feldmark gehörte vor 1550 bis 1872 zum Amt Belzig-Rabenstein. Vor 1463 besaßen die Familien von Schen und von Weltwitz Rechte an vier wüsten Hufen, wobei die Familie von Weltwitz seit 1466 mitbelehnt war. 1521 gingen diese Rechte an die Familie Heins, auch von Brück genannt, über. Nach 1554 wurde dieser Besitzanteil vermutlich mit dem Amtsanteil vereinigt.

14. bis 17. Jahrhundert 1384 wird Lüttgen Zeuden bereits als wüste Feldmark bezeichnet. 1463 gehörten vier Hufen auf der Feldmark zum Leibgedinge einer Frau von Schen. Um 1550 umfasste die Feldmark zwölf Hufen. 1565 besaß in Pflügkuff ein Einwohner zwei wüste Hufen, zwei Einwohner jeweils anderthalb wüste Hufen und sechs Einwohner jeweils eine wüste Hufe. 1591 verfügten drei Einwohner über jeweils zwei wüste Hufen, zwei Einwohner über jeweils anderthalb und vier Einwohner über jeweils eine wüste Hufe. In der Zusammenfassung der Quelle werden dagegen zwölf wüste Hufen angegeben. 1682 wurden die Hufen weiterhin von Einwohnern aus Pflügkuff genutzt und nicht gesondert ausgewiesen.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 488)

18. und 19. Jahrhundert 1718 waren die Hufen in den wüsten Hufen von Pflügkuff enthalten. 1743 wurden zwölf Hufen genannt, die von Einwohnern aus Pflügkuff genutzt wurden. 1822 bewirtschafteten die Einwohner von Pflügkuff zwölf wüste Erbhufen auf der Feldmark Lüttgen Zeuden. Anschließend ging die Feldmark in der Gemarkung von Pflügkuff auf. Eine Wiederbesiedlung als selbständiger Ort ist nicht überliefert.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 487 und 488)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1384 Kategorie:Geographie (Treuenbrietzen)