thumb|Ignatz Grunau thumb|Große Amtsmühle Ignatz Grunau (* 4. Mai 1795 in Braunsberg; † 8. März 1868 in Elbing) war ein deutscher Reeder, Großkaufmann, Kammerpräsident und Abgeordneter.

Leben Grunau war der Sohn des Braunsberger Schuhmachermeisters Joseph Grunau und dessen Ehefrau Dorothea der Tochter des Schuhmachermeisters Arendt. Er war katholisch und heiratete Dorothea Ehm (1794–1876), die Tochter des Zimmermeisters Joh. Jac. Ehm in Elbing und der Christina geborene Preuß. Aus der Ehe ging der Sohn George Grunau hervor.

Grunau besuchte die von seinem Bruder Johannes geleitete Kirchschule in Elbing. Ab 1812 machte er bei dem Elbinger Getreidegroßhändler Jakob Schweder eine kaufmännische Lehre. 1818 gründete er ein eigenes Getreidegeschäft in Elbing und setzte 1830 die erste Dampfmühle Westpreußens in Betrieb. Er besaß schließlich zwei Dampfölmühlen, zwei Dampfmühlen, zwei Wassermühlen sowie die Große Amtsmühle in Braunsberg sowie zahlreiche Speicher, darunter den größten Speicher Braunsbergs. Er betrieb einen Getreide- und Holzhandel sowie eine Reederei. Seine überseeische Ausfuhr über Pillau ging nach England, Holland, Belgien, Frankreich und Amerika. Er war 1839/40 Mitbegründer der Dampfschiffahrt auf dem Frischen Haff und 1842 des Ostseebades Kahlberg. 1848/49 ließ er den ersten in Preußen vollständig an Ort und Stelle entstandenen Dampfer „James Watt“ durch Schichau und Mitzlaff in Elbing erbauen. Er war damit einer der ersten Auftraggeber der Werft des jungen Ferdinand Schichau. 1849/50 geriet seine Firma infolge der dänischen Blockade in Schwierigkeiten und benötigte staatliche Unterstützung. Die ungünstige Konjunktur und die Sundblockade verursachten dann den völligen Niedergang de Unternehmens. 1864 verblieb Grunau nur der Betrieb der Großen Amtsmühle in Braunsberg.

1836 gründete er eine Kranken- und Sterbekasse für seine Arbeiter und Angestellten, die er 1844 zu einer allgemeinen Kranken- und Sterbekasse für die Arbeiter in Elbing erweiterte. Sie bestand bis 1884. Von 1841 bis 1846 war er Vorsitzender der Ältesten der Kaufmannschaft Elbing, der dortigen Handelskammer. Im Jahr 1846 war er Mitbegründer des Elbinger Theaters.

1845 wurde er in den Provinziallandtag der Provinz Preußen gewählt. 1847 war er Abgeordneter im Ersten Vereinigten Landtag und 1848 im Zweiten Vereinigten Landtag in Berlin.

Literatur

Bruno Satori-Neumann: Dreihundert Jahre berufsständisches Theater in Elbing. Band 2. 1846–1886. 1962 Corporation der Kaufmannschaft zu Elbing: Zur Erinnerung an das Fünfzigjährige Bestehen der Corporation der Kaufmannschaft zu Elbing, Elbing, 1874, S. 31, Digitalisat.

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