Paul Lucian Garvin (* 28. August 1919 in Wien; † 15. Mai 1994 in Buffalo) war ein US-amerikanischer Linguist und Hochschullehrer.Paul Lucian Garvin. In: Utz Maas: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933-1945. Bd. 1: Dokumentation. Stauffenburg Verlag, Tübingen 2010, S. 229–233, ISBN 978-3-86057-016-6; František Daneš: Paul Garvin, 1919-1994. An obituary.... In: International Journal of the sociology of language, H. 118 (1996), S. 205–207.

Leben und Wirken Paul L. Garvin, Angehöriger einer tschechoslowakischen Familie, begann nach dem Schulbesuch in Karlsbad 1937 ein Studium der Medizin an der Karls-Universität Prag, flüchtete jedoch, um einer rassistischen Verfolgung zu entgehen, nach Schweden und beschäftigte sich dort mit dem Studium der Sprachwissenschaft. Im Jahre 1941 emigrierte er in die USA, wo sich seine Eltern bereits seit einigen Jahren aufhielten. Hier setzte er sein Studium der Sprachwissenschaft an der École Libre des Hautes Études in New York fort und legte 1945 eine Prüfung an der Columbia University ab. Nach der Teilnahme an einem ethnologischen Forschungsprojekt an dieser Universität beschäftigte sich Garvin intensiver mit dem Fach Ethnologie und promovierte 1947 zum Ph.D., wobei er für seine Dissertation Feldforschungen bei Indianervölkern durchgeführt hatte. Von 1948 bis 1951 hatte er eine Assistenzprofessur für Ethnologie an der University of Oklahoma und im Anschluss daran an der Georgetown University inne. Es folgte seine Teilnahme an verschiedenen linguistischen Forschungsprojekten.

Seit 1969 hatte er dann eine Professur für Sprachwissenschaft an der University at Buffalo inne.

Später führten ihn Gastprofessuren an die Universitäten in Brno und Prag. Die Masaryk-Universität Brno verlieh ihm 1990 die Ehrendoktorwürde.

Garvin beschäftigte sich in seinen Veröffentlichungen schon früh mit der Computerlinguistik.

Veröffentlichungen (Auswahl)

(Hrsg.): Natural language and the computer. McGraw-Hill, New York 1963. (Hrsg.): Soviet and East European linguistics. Mouton, The Hague 1963. On linguistic method. Selected papers (= Ianua linguarum. Series minor, Bd. 30). Mouton, The Hague 1964 (2. Aufl. 1972). (Hrsg.): A Prag school reader on esthetics, literary structure, and style. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1964. (Hrsg.): Computation in linguistics. A case book. Indiana University Press, Bloomington 1966. (mit Jocelyn Brewer u. Madeleine Mathiot): Predication-typing. A pilot study in semantic analysis. Waverly Press, Baltimore 1968. (Hrsg.): Method and theory in linguistics (= Ianua linguarum. Series maior, Bd. 40). Mouton, The Hague 1970. (Hrsg.): Cognition. A. Multiple view. Spartan Books, New York 1970, ISBN 0-87671-703-2. On machine translation. Selected papers (= Ianua linguarum. Series minor, Bd. 128). Mouton, The Hague 1972.

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Einzelnachweise

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