mini|Hermann Conerding (Kupferstich Wilhelm Schwans, nach Conerdings Epitaph) Hermann Conerding (* 19. Oktober 1562 in Erfurt; † 27. Juni 1622 in Braunschweig) war ein deutscher Arzt in Hildesheim und Braunschweig, um 1604 ein gräflich-schaumburgischer und ab 1620 ein fürstlich braunschweigisch-wolfenbütteler Leibmedikus.
Leben Er war Sohn des Arztes Henning Conerding (aus Hildesheim; † als Leibmedicus des Erzbischofs in Bremen) und der Rebecca Hoffmann aus Erfurt, die sieben Söhne und drei Töchter hatten. Conerding wurde als Protestant im Geiste der Confessio Augustana erzogen. Er studierte in Wittenberg, machte 1586 dort den Magister, und promovierte dann in Helmstedt 1594 zum Doktor der Medizin.
Conerding praktizierte als Arzt in Bückeburg, Hildesheim und Braunschweig. 1604 wurde er gräflich-schaumburgischer Leibmedikus mit Sitz in Bückeburg, und 1620 zum fürstlich braunschweigisch-wolfenbütteler Leibmedikus. Er war als Leibarzt für den Grafen Simon von der Lippe und für die Fürsten von Braunschweig-Wolfenbüttel tätig.DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 774† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di056g009k0077404 (09.01.2015)
Conerding starb am 22. Juni 1622 und wurde am 30. Juni in der Martinikirche zu Braunschweig begraben, wo ihm seine Witwe Helene von Broitzem ein Epitaph (mit Wappen Conerding, Helm vor zwei gekreuzten Schwertern) setzte, das heute im unweit gelegenen Altstadtrathaus ausgestellt ist. bei „Deutsche Inschriften Online“
Familie mini|Dietrich Conerding (um 1674), Hof- und Leibmedikus, Dekan des Stifts Bardowick Viele von Conerdings Nachfahren wurden ebenfalls als Ärzte bekannt. 1593 hatte er Anna Sonnenberg († 1594 in Hildesheim), eine Tochter des bischöflich-halberstädtischen Amtmanns zu Krottorf, Burchard Sonnenberg, und der Elisabeth Burghagen, geehelicht. Nach dem frühen Tod eines Sohnes und dieser Ehefrau, heiratete er erneut am 21. November 1602, nämlich Anna Maria von Vechelde (* 1578; † November 1615), eine Tochter des Heinrich von Vechelde und der Margarete von Damm, mithin Enkelin des Braunschweiger Bürgermeisters Henning von Damm (1517–1566). Als Kinder aus dieser Ehe sind zwei Söhne, etwa Dieterich bzw. Theodor Conerding (* 15. März 1611 in Bückeburg; † 30. Juli 1684 in Celle; kurbrandenburgischer und fürstlich-braunschweig-lüneburgischer Hof- und Leibmedikus, Dekan des Stifts Bardowick), und vier Töchter, etwa Hedwig Conerding (1606–1687), bekannt. Die dritte Ehe schloss er 1618 mit Helene Broizem (Tochter des Bürgermeisters Bartram Broitzem und der Anne von Strombeck). Aus dieser Ehe ging Hermann Conerding der Jüngere (1619–1669), fürstlicher Leibarzt in Wolfenbüttel, hervor.
Werke Melydria Nuptijs. Dn. M. Hermanni Conerdingi Medici Solertiss. et Honestissimae Virginis, Annae Sonnenbergiae.|| Brunsuici 4. Cal. Febru. Anni M.D.VIC. celebratis... Paradoxon De Honore Medicorum Ad V.Cl. Hermannum Conerdingium, Doctorem Medicum, ... : In Quo Praeceptum Jesu Sirachi Apodictice Explicatur ... Progameia. In Honorem Nvptiarvm Clarissimi Viri M. Hermanni Konerdingii, Medici apud Brunouicenses ... Sponsi: Nec non ... Annae Burchardi Sonnenbergii filiae..
Literatur Johann Wagner: Eine Christliche LeichPredigt. de Summo hominis bono, & arte bene beateq[ue] moriendi.. Braunschweig, 1622Digitalisat auf staatsbibliothek-berlin.de (Leichenpredigt mit Lebenslauf und Angaben zur Familie)
Weblinks Bildnis Conerding (von Wilhelm Schwan (Kupferstecher), Herzog Anton Ulrich-Museum, Nr.: WSchwan AB 2.6), online als Faksimilie bei www.virtuelles-kupferstichkabinett.de.
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (17. Jahrhundert) Kategorie:Person (Braunschweig-Wolfenbüttel) Kategorie:Person (Braunschweig) Kategorie:Absolvent der Universität Helmstedt Kategorie:Geboren 1562 Kategorie:Gestorben 1622 Kategorie:Mann