Ein Vornamenverein ist in der deutschsprachigen Schweiz ein Verein von Menschen (meist Männern), die denselben Vornamen tragen, und die sich zum Zweck der Geselligkeit zusammenschliessen.
Der erste Vornamenverein war vermutlich der Langenthaler Fritzenverein (gegründet 1845). In der Folge entstanden im 19. und frühen 20. Jahrhundert am Jurasüdfuss in den Kantonen Aargau, Solothurn und Bern eine Reihe von Vornamenvereinen, vereinzelt auch in der Ostschweiz. Zu ihnen gehörten Fritzen-, Josefen-, Hansen- und Ernstenvereine. Weil ihre Mitglieder allen sozialen Schichten angehörten, trugen sie zur sozialen Durchmischung bei; ihre Akten sind eine Grundlage der Schweizer Sozialgeschichte.
Das Aufkommen der Vornamenvereine wurde dadurch begünstigt, dass in der Deutschschweiz die Auswahl gängiger Vornamen lange stark begrenzt war. Im Dorf Romoos z. B. hiess 1810 mehr als die Hälfte der Männer Josef, Johann, Anton oder Franz. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Trend zur Individualisierung der Gesellschaft dazu, dass die Vornamen sehr viel vielfältiger und damit auch seltener wurden, was zu einem Absterben der traditionellen Vornamenvereine führte. So löste sich beispielsweise 2026 der Seppenverein (Josefenverein) Erlinsbach nach 150-jährigem Bestehen wegen Seppenmangel auf.
Zum Naumburger Stifterfiguren-Netzwerk von Namensträgerinnen der Uta von Naumburg siehe: Uta-Treffen.
Einzelnachweise
Kategorie:Vereinstyp * Kategorie:Sozialgeschichte (Schweiz)