Villamelones (Einzahl männlich Villamelón, weiblich Villamelona) ist eine geringschätzige spanische Bezeichnung für Personen, die vorgeben, sich in einem Thema auszukennen, obwohl dies nicht in entsprechender Weise zutrifft.
Etymologie Der Begriff entstand im Spanien des ausgehenden 18. Jahrhunderts zunächst unter der Bezeichnung „Melones“ (span. für ‚Melonen‘), was eine Anspielung auf weniger intelligente Menschen war, die sich aber dennoch gerne zu bestimmten Themen äußerten, zu denen sie nur unzureichende Ahnung hatten. Im Laufe der Zeit erweiterte sich der Begriff auf „Villamelones“ und spielte somit auf ein fiktives Dorf an, in dem die „Melonen“, also die „Dummköpfe“, wohnten.Y tú, ¿eres un villamelón? (spanisch; Artikel vom 5. Juli 2014) So etablierte sich schließlich, dass man über jemanden, der aus Ahnungslosigkeit Dinge behauptete, die seine Unwissenheit offenbarten, sagte, er komme aus Villamelón.Arturo Ortega Morán (Cápsulas de lengua): Villamelones (spanisch; Artikel vom 23. März 2010)
Bei gesellschaftlichen Veranstaltungen fand der Begriff des „Villamelón“ erstmals Einzug beim Stierkampf, nachdem Antonio Peña y Goni ihn unter dem Pseudonym „Don Jerónimo“ in der Zeitschrift „La Lidia“ erwähnt hatte, um Besucher von Stierkämpfen zu bezeichnen, die nach seiner Auffassung die Faszination des Stierkampfs nicht zu schätzen wussten. So schrieb er in einem am 18. Oktober 1886 veröffentlichten Artikel: „Das charakteristische Merkmal der Leute aus Villamelón ist, dass sie über alles reden und alles verstehen wollen, ohne sich jemals damit befasst zu haben.“¿Cuál es el origen de los «villamelones mexicanos»? (spanisch; Artikel vom 10. November 2022)
Später fand der Begriff auch Einzug in andere Publikumsveranstaltungen, wie zum Beispiel Fußball und Theater. Durch einen Nachdruck des Artikels „Aficionados de Villamelón“ des im vorherigen Absatz erwähnten spanischen Kolumnisten „Don Jerónimo“ in einer mexikanischen Stierkampfzeitschrift fand der Begriff ab 1887 auch Einzug nach Mexiko.
Der Begriff im Fußball Als „Villamelones“ bezeichnet man im Fußball die reinen „Erfolgsfans“, die einen Verein hauptsächlich wegen seiner aktuellen Titelgewinne, der aktuellen Medienberichterstattung oder seiner Popularität unterstützen. Ein Verhalten, das von den traditionellen Fans massiv kritisiert wird, denen fußballerische Leidenschaft, Vereinstreue und die Vereinsgeschichte am Herzen liegen.¿Qué es ser Villamelón en el fútbol? (spanisch; Artikel vom 10. September 2025)
Ein besonders herausragender Fall eines „Villamelones“ ist der des renommierten mexikanischen Sportjournalisten Álvaro Morales in Diensten von ESPN, der lange Zeit als treuer Anhänger des CD Cruz Azul galt und sich nach langer Erfolglosigkeit schließlich dem Stadtrivalen und mexikanischen Rekordmeister Club América zuwandte.¿Qué es un Villamelón? (spanisch; Artikel vom 5. November 2019)
Auf der anderen Seite stellen die „Villamelones“ für die jeweils gerade populären Vereine aber auch eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle dar. Denn gemäß einem Bericht von Sportfive stammen etwa 50 Prozent der Einnahmen eines Vereins in der Regel aus den Taschen der sogenannten „No-Core-Fans“; also Zuschauern, die nicht unbedingt die intensivste emotionale Bindung zu dem jeweiligen Verein haben. Ganz besonders macht sich dieser Hype bei sogenannten Großveranstaltungen bemerkbar. So wird ein Champions-League-Finale oder die Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft von einer weit größeren Anzahl von Zuschauern verfolgt als jenen, die eine bestimmte Mannschaft im Ligaalltag im Stadion oder zumindest vor dem Fernseher verfolgen.La importancia de los villamelones (spanisch; Artikel vom 9. Dezember 2007)
Einzelnachweise
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