mini|Valère Bernard (1860–1936): Portrait de Jean-Baptiste Olive dans son atelier. Musée des Beaux-Arts, Marseille Jean-Baptiste Joseph Olive (* 31. Juli 1848 in Marseille; † 13. Mai 1936 in Paris), genannt Jean-Baptiste Olive, war ein französischer Landschafts- und Marinemaler.

Leben Jean-Baptiste Joseph Olive wurde 1848 in Marseille geboren. Ab 1864 arbeitete er zunächst bei einem Dekorationsmaler und anschließend beim Marinemaler Gustave Marius Julien in Marseille. Mit dem Dekorationsmaler Étienne Cornellier, bei dem er ebenfalls arbeitete, verband ihn in der Folge eine enge Freundschaft. Von 1867 bis 1869 studierte er an der École des Beaux-Arts in Marseille bei Joanny Rave. Zwischen 1869 und 1882 arbeitete er als Dekorationsmaler und wurde von Antoine Vollon in die Stilllebenmalerei eingeführt. 1882 folgte er Cornellier nach Paris, um gemeinsam Dekorationsaufträge auszuführen. Zwischen 1885 und 1900 unternahm er zahlreiche Reisen, unter anderem nach Korsika, Genua, Venedig, in den Süden Frankreichs und in die Normandie. 1899 wurde er zum Ritter und 1923 zum Offizier der Ehrenlegion ernannt; 1930 erhielt er den Prix Bonnat.

Werk mini|Jean-Baptiste Olive – Marseille, entrée du port de la Joliette (1911). Ex-Artcurial, Paris mini|Jean-Baptiste Olive – La flotte russe à Villefranche. Ex-Artcurial, Paris Gemeinsam mit Cornellier begann er nach 1864 in Marseille mit der Ausgestaltung des Café Monte-Carlo, das nicht erhalten ist. Unter dem Einfluss Vollons und dessen Lehrers Jean-Baptiste Siméon Chardin entstanden bald erste Stillleben wie Nature morte aux fruits (Öl auf Leinwand, 1872, Musée des Beaux-Arts, Béziers). In seinen späteren Stillleben orientierte er sich zunehmend an niederländischen Vorbildern, wie bei dem Werk Nature morte aux pêches et vase chinois (Öl auf Leinwand).

Seine eigentliche Berufung fand er jedoch in der Marinemalerei, wie das Gemälde Port de Toulon (Öl auf Leinwand, 1878, Musée d’Art de Toulon, Toulon) zeigt. Ab 1882 übernahm er gemeinsam mit Cornellier weitere Dekorationsaufträge in Paris, unter anderem für den Cirque d’Hiver und die Basilika Sacré-Cœur. Eine ehrenvolle Erwähnung im Salon von 1882 für das heute verschollene Gemälde Plage du Prado par un temps de mistral leitete eine erfolgreiche Laufbahn als Landschafts- und Marinemaler ein. Hauptmotive seines Werks waren das Meer, Flüsse, Häfen und felsige Buchten. Personen erscheinen in seinen Werken lediglich als Staffage, wie in dem Gemälde La banlieue de Marseille, mer à Saint-Marcel avec une lavandière (Öl auf Leinwand, Musée Granet, Aix-en-Provence). Ab 1885 legte Olive eine umfangreiche Materialsammlung aus Skizzen und Naturstudien in Öl, Tusche und Bleistift an, die er von seinen Reisen mitbrachte und die er selbst als seine Bibliothek bezeichnete.

Stilistisch entwickelte er sein Werk auf der Grundlage seiner akademischen Ausbildung weiter und ließ sich zugleich von der Schule von Barbizon und vom Impressionismus inspirieren. Unter dem Eindruck seiner Aufenthalte in Italien, Südfrankreich und auf Korsika maß er dem Licht eine besondere Bedeutung bei, wie in dem 1885 entstandenen und im Pariser Salon mit einer Medaille dritter Klasse ausgezeichneten Werk Plage de Saint-Florent, Corse (Öl auf Leinwand, heute verschollen). In seinen normannischen Motiven neigte er zu einem gedämpfteren, subtil nuancierten Kolorit in bläulich-violetten Schattierungen mit weichen Konturen, wie in dem Werk La Falaise (Öl auf Karton, Musée d’Art moderne André Malraux, Le Havre) zu sehen ist. Motive aus Südfrankreich malte er dagegen in intensivem, gleißendem Sonnenlicht, wie La Corniche à Marseille zeigt. In Venedig fing er das flüchtige Licht der Lagune ein, wie in La Salute à Venise (beide Öl auf Leinwand, Musée des Beaux-Arts de Marseille) zu sehen ist.

Literatur

Gérald Schurr: Les Petits Maîtres de la peinture, valeur de demain, 1820–1920. Band 1. Éditions de l’Amateur, Paris 1975. Jean-Claude Gamet, Gérard Gamet: Jean-Baptiste Olive, sa vie, son œuvre. Éditions Frébert, Marseille 1977. Lydia Harambourg: Dictionnaire des peintres paysagistes français au XIXe siècle. Ides et Calendes, Neuchâtel 1985. Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Dictionnaire des petits maîtres de la peinture, 1820–1920. 2 Bände. Éditions de l’Amateur, Paris 1996. Alain Roussard: Dictionnaire des peintres à Montmartre. A. Roussard, Paris 1999. Jean-Pierre Delarge: Dictionnaire des arts plastiques modernes et contemporains. Gründ, Paris 2001. Marie-Paule Vial: Sous le soleil exactement. Ausstellungskatalog, Centre de la Vieille Charité. Musée Cantini, Marseille 2005. André Alauzen: Dictionnaire des peintres et sculpteurs de Provence-Alpes-Côte d’Azur. Neuausgabe, hrsg. von Laurent Noet. Jeanne Laffitte, Marseille 2006. Magali Raynaud, Franck Baille: Jean-Baptiste Olive. Prisme de lumière. Ausstellungskatalog, Palais des Arts. Association Regards de Provence, Marseille 2008. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 10: Müller – Pinchetti. Paris, 2006.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Marinemaler Kategorie:Landschaftsmaler Kategorie:Maler (Paris) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann