mini|St. Petri in Hausneindorf Die evangelische Kirche Hausneindorf (auch: St. Petri) ist eine im Kern mittelalterliche, barockisierte Saalkirche im Ortsteil Hausneindorf der Gemeinde Selke-Aue im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Kirchspiel Bode-Selke-Aue im Kirchenkreis Halberstadt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur Die ursprünglich mittelalterliche Kirche lag bei der Burg der Schenken von Neindorf und bildete mit dieser ein Ensemble. Sie diente als Grabkirche der ansässigen Adelsfamilie. Reste in den Fundamenten und im Mauerwerk des mittelalterlichen Kirchturms im Westen des Gotteshauses blieben davon erhalten.Information auf der Website der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Die heutige Kirche wurde im Jahr 1790 an diesen Kirchturm mit barocker Haube angebaut. Das langgestreckte Schiff ist als verputztes Bruchsteinbauwerk ausgeführt und endet in einem geraden Ostschluss. Die barocke Turmhaube ist wie die in Fachwerk erbaute Glockenstube verschiefert. Der Eingang auf der Südseite des Schiffs stammt aus der Bauzeit; im Jahr 1880 wurde im Turm ein Westportal mit Pilasterrahmung eingebaut.

Das Innere ist mit einem hölzernen Flachtonnengewölbe geschlossen, das in den Jahren 1989/90 vollständig erneuert wurde. Die Hufeisenempore ist an der Südseite mit einer älteren Patronatsloge aus der Zeit um 1700 versehen, die reich geschnitzte Füllungen mit emblematischen Darstellungen und Wappen zeigt (datiert 1591). An der Westseite ist zusätzlich eine Orgelbühne eingebaut.

Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein reich geschnitzter frühklassizistischer Kanzelaltar aus ungefasstem Holz mit gleichartigen Durchgängen, der aus der Bauzeit der Kirche stammt.

Die Orgel ist ein Werk des ortsansässigen Orgelbauers Ernst Röver aus dem Jahr 1892 mit 29 Registern auf zwei Manualen und Pedal.Website der Organistin Ann-Helena Schlüter.

Ein ehemals freistehendes Epitaph erinnert an den ersten evangelischen Prediger Methusalem Reichard; es zeigt auf der Vorderseite den Geistlichen im Talar mit Bibel und Stundenglas, auf der Rückseite den Tod mit Stundenglas und Sinnsprüchen.

Ein weiteres hölzernes Epitaph ist für Justus Moritz Wolff († 1673) gestaltet; es zeigt in der von gedrehten korinthischen Säulen gerahmten Mittelnische den gerüsteten Verstorbenen in einer Landschaft vor dem Kruzifix, mit reicher, ornamentaler Rahmung.

Ein Grabmal mit Sandsteinplatte erinnert an Elisabeth von Hoym († 1557); die Gewandfigur ist von einer Umschrift gerahmt und zeigt zu ihren Füßen zwei Wappen. Eine Grabplatte des Christoph Wulff († 1581) zeigt eine betende, plastisch hervortretende Ritterfigur, umgeben von Engelsköpfen und einer Ahnenprobe.

Literatur

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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