Elise „Ella“ Zirner-Zwieback (* 12. Oktober 1878 in Wien; † 5. April 1970 in New York) war eine österreichische Unternehmerin, Pianistin und Sportfunktionärin. Sie leitete das Wiener Modehaus Maison Zwieback und wurde 1936 Präsidentin der Damen-Fußball-Union, einer frühen Wiener Frauenfußballliga.

Leben Ella Zwieback wurde als Tochter des Unternehmers Ludwig Zwieback und Katharina Zwieback, geborene Singer, in eine jüdische Wiener Kaufmannsfamilie geboren. Sie heiratete 1899 Alexander Zirner. Der gemeinsame Sohn Ludwig Zirner war in den 1930er Jahren als Prokurist im Unternehmen tätig. Sie studierte von 1893 bis 1896 am Konservatorium und blieb als Pianistin mit dem Komponisten Franz Schmidt verbunden, der mit ihr musizierte und ihr ein Exemplar seiner ersten Sinfonie widmete. Nach dem sogenannten Anschluss wurde sie als Jüdin enteignet und emigrierte mit ihrem Sohn Ludwig in die Vereinigten Staaten, wo sie 1970 in New York starb. Nach dem Krieg hatte sie mehrere Jahre vergeblich um die Rückgabe der Konzession für ihr Café gekämpft. Ihre Familiengeschichte 2025 wurde von Ana Zirner und August Zirner in der Familienbiografie Ella und Laura aufgearbeitet.

Wirken Nach dem Tod ihres Vaters übernahm Zirner-Zwieback 1906 das Kaufhaus „Ludwig Zwieback & Bruder“ in der Kärntner Straße und entwickelte es als Maison Zwieback zu einem der mondänsten Modegeschäfte Wiens. Von 1906 bis 1938 leitete sie das Haus; 1924 eröffnete sie in der Weihburggasse ein elegantes Café, das nach ihren Entwürfen und nach Plänen Friedrich Ohmanns entstand. Das Café wurde Anfang der 1930er Jahre an ehemalige k.u.k.-Husaren-Offiziere vermietet, die dort das Restaurant „Zu den Drei Husaren“ eröffneten. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde das Kaufhaus arisiert und liquidiert; neben dem Geschäft verlor Zirner-Zwieback auch zugehörige Liegenschaften und private Immobilien.

Im Jahr 1936 unterstützte sie finanziell die Gründung der Ersten Österreichischen Damenfußball-Union und stand dem geregelten Meisterschaftsbetrieb der Wiener Frauenfußballteams als Präsidentin vor. Ihr Präsidentinnenamt dauerte von Herbst 1936 bis Sommer 1937; nach Recherchen zur Wiener Sportgeschichte ist keine konkrete Entscheidung aus ihrer Amtszeit im Kontext des Frauenfußballs überliefert. In Los Angeles erinnerte 2026 die Ausstellung The Beautiful Game – The Untold Story des Holocaust Museum Los Angeles und des Deutschen Fußballmuseums mit einem Ölgemälde an sie und andere jüdische Persönlichkeiten des Fußballs. Das Fehlen sichtbarer Erinnerung an das Modehaus und das Café in Wien wurde in österreichischen Medien wiederholt als Problem der Erinnerungskultur beschrieben.

Einzelnachweise

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