Die Republican National Convention 2020 war ein Parteitag der Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten, welcher vom 24. bis zum 27. August 2020 abgehalten wurde. Zweck war die Nominierung der Kandidaten der Republikaner für die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden die Pläne der traditionelle Großveranstaltungeinige Wochen vor Beginn abgesagt.
Der amtierende Präsident Donald Trump und sein Vizepräsident Mike Pence wurden zur Wiederwahl aufgestellt.
Vor dem Parteitag
Austragungsort Die einzige Stadt welche öffenlitch eine offizielle Bewerbung als Austragungsort für die Republican National Convention abgab, war die Großstadt Charlotte im Bundesstaat North Carolina. Städte in Texas wie Dallas und San Antonio wurden ebenfalls als potentielle Stätten gehandelt, es kam jedoch nie zu einer Bewerbung. Laut der Stadtverwaltung von Las Vegas war das Republican National Commitee an der Stadt in Nevada interessiert, das Vorhaben scheiterte jedoch an der fehlenden Verfügbarkeit von entsprechenden Austragungsorten. mini|Das ursprünglich vorgesehene Spectrum Center Am 18. Juli 2018 stimmte das entsprechende Komitee der Republikanischen Partei einstimmig für Charlotte als Austragungsort. Der Stadtrat von Charlotte stimmte in derselben Woche mit einer Stimme Unterschied dafür, den Parteitag in der Stadt zu genehmigen. Formal stimmte das RNC am 20. Juli für die Austragung in der Großstadt.
Ursprüngliche Pläne sahen vor, den Parteitag im Spectrum Center, einer Mehrzweckhalle mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Personen, auszutragen. Präsident Donald Trump und das RNC gaben jedoch im Juni 2020 bekannt, die Veranstaltung nicht mehr in Charlotte auszutragen. Grund dafür war, dass sich die Regierung des Bundesstaates North Carolina unter Roy Cooper geweigert hatte, Trumps Forderungen nachzukommen, den Parteitag ohne Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit zur Eindämmung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie – wie Abstandsregeln und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz – stattfinden zu lassen.
Die Parteiführung entschied sich dazu, die organisatorischen Abläufe des Parteitags weiterhin in Charlotte stattfinden zu lassen. Dennoch machte sich die Republikanische Partei auf die Suche nach einem neuen Austragungsort, wobei Städte wie Savannah, Jacksonville, Nashville, Atlanta, New Orleans und Phoenix infrage kamen. Am 11. Juni gab das RNC bekannt, dass die Hauptveranstaltung in Jacksonville im US-Bundesstaat Florida in der VyStar Veterans Memorial Arena stattfinden sollte. Der Plan sah vor, den ersten Tag der Convention in Charlotte auszurichten und die drei darauffolgenden in Jacksonville. Zudem war vorgesehen, das EverBank Stadium und die Baseball Grounds of Jacksonville zu verwenden.
Mit einem starken Anstieg der Opfer der COVID-19-Pandemie in Florida wurden ähnliche Maßnahmen wie in Charlotte auch in Jacksonville verhängt. Die Austragung des Parteitags in dieser wurde daraufhin von Donald Trump abgesagt. Die Delegationsaktivitäten würde dennoch in Charlotte stattfinden. Am 14. August wurde bekanntgegeben, dass ein großer Teil der Veranstaltung am Andrew W. Mellon Auditorium in Washington, D.C. stattfinden sollte.
Nachdem die Veranstaltung in Jacksonville abgesagt wurde, forderte die Stadt 150'000 Dollar von der Republikanischen Partei, als Entschädigung.
Sicherheit Die geplante Veranstaltung war sowohl in Charlotte als auch Jacksonville vom Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten als National Special Security Event eingestuft. Jacksonville hatte Bundeszuschüsse in Höhe von 30 Millionen Dollar für Sicherheitsmaßnahmen erhalten.
Veranstaltung Bei der endgültigen Form der Veranstaltung wurde ein Großteil der Inhalte vorab aufgezeichnet. Die von den Centers for Disease Control and Prevention empfohlenen Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie wie die räumliche Distanzierung wurden kaum eingehalten. Aus Tradition fand der Parteitag der Republikaner nach dem der Demokraten statt, welcher vom 17. bis zum 20. August ausgetragen wurde.
Montag, der 24. August (Charlotte) mini|Donald Trump bei der Ankunft in Charlotte Am Morgen des 24. Augusts trafen sich die 336 Delegierten in Charlotte, wobei die Berichte der Ausschüsse verlesen und zur Abstimmung gestellt wurden. Im Rahmen der Geschäftssitzung fanden auch Abstimmungen über Nominierungen statt. Scott Walker schlug Pence als Kandidaten vor. Dies war das erste Mal, dass die Nominierung des Vizepräsidenten an erster Stelle stand. Formal wurden sowohl er als auch Donald Trump als Kandidaten für die Wahlen 2020 ernannt.
Donald Trumps Rede konzentrierte sich darauf, seine eigene Bilanz als Präsident zu verteidigen, insbesondere die Reaktion seiner Regierung auf die COVID-19-Pandemie. Er bezeichnete Joe Biden als „schwach“ und als Instrument des linken Flügels der Demokratischen Partei, wobei er sogar so weit ging, ihn als „Trojanisches Pferd des Sozialismus“ zu bezeichnen.
Redner in Charlotte
Ronna Romney McDaniel, Vorsitzende des Republican National Commitee Scott Walker, ehemaliger Gouverneur von Wisconsin Mike Pence, Kandidat für eine zweite Amtszeit als Vizepräsident der Vereinigten Staaten Donald Trump, Kandidat für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten
Montag, der 24. August (Washington) Nachdem die Geschäftssitzung in Charlotte beendet war, fand der Rest der Veranstaltung in Washington DC statt. Einige abgelegene Orte außerhalb der Hauptstadt wurden ebenfalls verwendet.
Medien berichteten, dass die Redner des ersten Abends ein apokalyptisches Bild der Vereinigten Staaten skizzierten, sollte Trump nicht wiedergewählt werden. Eine Rednerin gab an, dass Trump ihr und Millionen weiteren das Leben während der COVID-19-Pandemie gerettet hatte, wobei außer Acht gelassen wurde, dass die USA zu den Ländern mit den höchsten Todeszahlen gehörten. Trump müsse gewählt werden um einen Kollaps des Landes in Sozialismus und wirtschaftlichen Ruin abzuwenden.
Nikki Haley brachte den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden mit der „sozialistischen Linken“ in Verbindung und erklärte dieser sei für die Interessen von China und Iran von Vorteil. Sie argumentierte, dass Trump zwar „eine Bilanz der Stärke und des Erfolgs“ vorweisen könne, Biden hingegen „eine Bilanz der Schwäche und des Scheiterns“, und dass Trump „Amerika vorangebracht“ habe, während Biden „Amerika zurückgehalten“ habe.
Auch Tim Scott verglich Biden und Kamala Harris mit Sozialisten. Er lobte Trumps Agenda und die Errungschaften seiner ersten Amtszeit.
Kimberly Guilfoyle erklärte in ihrer Rede, dass Trump ein Anführer im Kampf gegen sogenannte „kosmopolitische Eliten“ sei. Sie warf ebenfalls den Demokraten vor Kalifornien zu „in ein Land voller weggeworfener Heroinnadeln in Parks, Ausschreitungen auf den Straßen und Stromausfällen in den Haushalten“ verwandelt zu haben. Die Partei sei für die sogenannte Cancel Culture im Land verantwortlich.
Der ehemalige demokratische Politiker Vernon Jones warf der Partei vor, sich diskrimierend gegenüber Schwarzen zu verhalten.
Redner in Washington
Timothy M. Dolan, Erzbischof von New York Charlie Kirk, politischer Aktivist, Gründer von Turning Point USA Matt Gaetz, Mitglied des Repräsentantenhauses aus Florida Kimberly Klacik, Kandidatin für die Wahl zum Repräsentantenhaus aus Maryland Ronna Romney McDaniel, Vorsitzende des Republican National Commitee Jim Jordan, Mitglied des Repräsentantenhauses aus Ohio Herschel Walker, ehemaliger American-Football-Spieler Vernon Jones, Mitglied des Repräsentantenhaus von Georgia Andrew Pollack, Vater eines Opfers des Schulmassakers von Parkland Mark and Patricia McCloskey, Ehepaar welches im Juni 2020 in einen Vorfall mit Demonstranten der Black Lives Matter verwickelt war Kimberly Guilfoyle, Ehemalige Fox-News-Journalistin, Mitarbeiterin der Trump-Wahlkampagne Steve Scalise, Mitglied des Repräsentantenhauses aus Louisiana Sean Parnell, Kandidat für die Wahl zum Repräsentantenhaus aus Pennsylvania Maximo Alvarez, Exilkubaner und Gründer von Sunshine Gasoline Distributors Nikki Haley, ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen und ehemalige Gouverneurin von South Carolina Donald Trump Jr., Unternehmer und Sohn des Präsidenten Donald Trump Tim Scott, Mitglied des US-Senats aus South Carolina
Dienstag, der 25. August Der zweite Tag fand unter dem Motto „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ statt. mini|Begnadigung Ponders von Präsident Donald Trump mini|Einbürgerungsfeier im Weißen Haus Im Verlauf des Abends begnadigte Trump den dreifach verurteilten Bankräuber Jon Ponder. Teil des Programms war ebenfalls dessen Teilnahme an einer Einbürgerungsfeier.
Melania Trump sprach als einige von wenigen über die COVID-19-Pandemie und rassistische Unruhen. So erklärte sie „Es ist eine bittere Realität, dass wir auf Teile unserer Geschichte nicht stolz sind“, appellierte jedoch an Friedlichkeit und ein Ende der Gewalt.
Larry Kudlow sprach vom angeblichen Erfolg der Steuerentlastungen der Trump-Regierung und erklärte, dass die Erholung nach der Pandemie nun begonnen hätte.
Redner
Norma Urrabazo, Pastorin Myron Lizer, Vizepräsident der Navajo Nation Rand Paul, Mitglied des US-Senats für Kentucky Larry Kudlow, Direktor des National Economic Council Cissie Graham Lynch, Tochter von Franklin Graham Robert Vlaisavljevich, Demokratischer Bürgermeister von Eveleth Abby Johnson, Lebensrechtsaktivistin Nicholas Sandmann, Teenager, welcher nach einer Begegnung mit einem Indigenen im Internet viral ging Pam Bondi, ehemalige Attorney General von Florida Tiffany Trump, Tochter von Donald Trump Kim Reynolds, Gouverneurin von Iowa Jeanette Nuñez, Vizegouverneur von Florida Eric Trump, Exekutiver Vizepräsident der Trump Organization Daniel Cameron, Attorney General von Kentucky Mike Pompeo, Außenminister der Vereinigten Staaten Melania Trump, First Lady der USA
Auch Mary Ann Mendoza, die Mutter des getöteten Polizisten Brandon Mendoza, sollte eigentlich eine Rede halten. Doch nur wenige Stunden vor ihrem Auftritt veröffentlichte sie einen Tweet, in dem sie eine antisemitische Verschwörungstheorie unterstützte und dabei ausdrücklich auf den Bezug zu den „Protokollen der Weisen von Zion“ hinwies. Die RNC sagte ihren Auftritt daraufhin umgehend ab.
Mittwoch, der 26 August Das Programm des dritten Tages umfasste unter Trace Adkins, welcher die Nationalhymne The Star-Spangled Banner sang.
Redner
Aryeh Spero, Rabbiner Kristi Noem, Gouverneurin von South Dakota Scott Dane, Geschäftsführer der „Associated Contract Loggers & Truckers of Minnesota“ Marsha Blackburn, Mitglied des US-Senats aus Tennessee Dan Crenshaw, Mitglied des Repräsentantenhauses aus Texas Keith Kellogg, Sicherheitsberater des Vizepräsidenten Kayleigh McEnany, Pressesprecherin des Weißen Hauses Karen Pence, Second Lady der Vereinigten Staaten Kellyanne Conway, Counselor to the President Dede Byrne, Lebensrechtsaktivistin Lou Holtz, Amercian-Football-Trainer Michael McHale, Präsident der National Association of Police Organizations Elise Stefanik, Mitglied des Repräsentantenhauses aus New York Madison Cawthorn, Kandidat für die Wahl zum Repräsentantenhaus aus North Carolina Jack Brewer, Footballspieler Chen Guangcheng, chinesischer Menschenrechtsaktivist Lee Zeldin, Mitglied des Repräsentantenhauses aus New York Joni Ernst, Mitglied des US-Senats aus Iowa Burgess Owens, Kandidat für die Wahl zum Repräsentantenhaus aus Utah Lara Trump, Sprecherin der Trump-Kampagne Clarence Henderson, Vorsitzender der Ortsgruppe North Carolina der Frederick-Douglass-Stiftung Richard Grenell, ehemaliger Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland und ehemaliger Director of National Intelligence Mike Pence, Kandidat für eine zweite Amtszeit als Vizepräsident der Vereinigten Staaten
Donnerstag, der 27. August