Madeleine Marie Nobbs (* 14. Dezember 1914 in London, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland; † 10. Dezember 1970 in Reading, England) war eine britische Gebäudetechnikerin. Sie war nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich für die Wiederherstellung der technischen Versorgung des Old Bailey in London. Von 1959 bis 1960 war sie Präsidentin der Women's Engineering Society.https://web.archive.org/web/20170923083424/http://www.wes.org.uk/content/history/presidents-past-present
Leben und Werk Nobbs war die Tochter des Bauingenieurs Walter W. Nobbs und seiner Frau Francoise Leonie Thebault. Sie besuchte eine Klosterschule und arbeitete zunächst als Stenotypistin. Sie überzeugte ein Heizungs- und Lüftungsunternehmen davon, dass sie für das Konstruktionsbüro geeignet sei und übertrug Architekturzeichnungen, um sie zu kopieren und Details für Heizungs- und Lüftungssysteme hinzuzufügen.
1930 warb das Borough Polytechnic mit dem Kurs Vereinfachtes Ingenieurwesen für Frauen, der in Zusammenarbeit mit der Women’s Engineering Society angeboten wurde. Der Kurs umfasste Werkstattpraxis, Grundlagen der Maschinentheorie und des technischen Zeichnens sowie Werkstattprozesse. Aus den Prüfungslisten geht hervor, dass nur wenige Frauen den gesamten Kurs absolvierten. Zu diesen Frauen gehörte Nobbs, die im Studienjahr 1938/1939 mit dem Studium begann. Sie bestand alle Kurse mit Auszeichnung. Im zweiten Studienjahr gewann sie den Preis für den Teilzeitkurs Heizungs- und Lüftungstechnik. Das Studium am Borough Polytechnic ermöglichte ihr den Aufstieg in die Heizungs- und Lüftungstechnik eines Architekturbüros, wo sie unter anderem Kostenvoranschläge erstellte und Installationen überwachte.
mini| Old Bailey, London, 2004 Während des Krieges entwarf sie Luftschutzbunker, Fabriken und Bootsbelüftungssysteme. In ihrer Freizeit fuhr sie Krankenwagen. Anschließend übte sie verschiedene Tätigkeiten aus, die ihr praktische Erfahrung im Labor und auf Baustellen ermöglichten, bis sie ihren Abschluss als Ingenieurin machte. 1945 trat sie als Juniorpartnerin in die Firma ihres Vaters ein. Ihr Vater starb 1951, während er an einem Großauftrag für den Wiederaufbau des Central Criminal Court, Old Bailey, nach den Kriegsschäden arbeitete. Daraufhin übernahm sie die Position der Seniorpartnerin bei dem Ingenieurbüro W J Perkins and Partners. Sie leitete die Firma und schloss den Auftrag für Heizung und Lüftung ab.
1961 heiratete sie den Ingenieur Denis Moody, der einige Jahre später starb. Sie bearbeitete dann ein großes Bauprojekt, den Umbau einer alten Scheune zu einem Wohnhaus, wobei sie die meisten Arbeiten selbst erledigte.
1941 trat sie in die Women's Engineering Society ein, engagierte sich bald im Vorstand und wurde 1959/1960 dessen Präsidentin. Sie veröffentlichte zahlreiche Artikel über Heizung und Lüftung in der Fachzeitschrift The Woman Engineer und wurde Vollmitglied mehrerer Ingenieurvereinigungen.
1970 starb sie im Alter von 56 Jahren.
Ehrungen Im Januar 2026 wurde eine 1.600 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine Madeleine in Betrieb genommen, die einen Tunnel für die HS2-Züge ins Zentrum Londons bohren wird. Die Maschine wurde nach Madeleine Nobbs benannt. Diese Maschine wird eine 4,5 Meilen lange Verbindung zwischen Old Oak Common im Westen Londons und einem geplanten erweiterten Bahnhof in Euston schaffen.https://www.geplus.co.uk/news/hs2-launches-tbm-towards-euston-30-01-2026/
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