Fanal ist ein Ort im Kreis Porto Moniz im Hochland der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Er ist wegen seiner Stinklorbeerbäume (Ocotea foetens) bekannt und ein viel frequentiertes Ausflugsziel. Von Moos und Aufsitzerpflanzen besetzte knorrige Stämme geben den Bäumen mit ihren ausladenden Ästen und dichtem Kronendach einen urweltlichen Anstrich. Angesichts der überwiegend nebelverhangenen Wetterlage in der 1100 bis 1300 Meter hoch gelegenen Region wird der subtropische Nebelwald vielfach „Feenwald“ genannt.Baedeker Reiseführer Madeira. MairDumont. Ostfildern 2025, ISBN 978-3-575-00309-6, S. 109Susanne Lipps: Madeira. MairDumont. Ostfildern 2025, ISBN 978-3-616-00794-6, S. 199 Manche der Bäume sollen über 600 Jahre alt sein und damit schon vor der Ankunft der Portugiesen auf Madeira in Fanal gestanden haben.

Fanal ist Teil von Madeiras Lorbeerwald, seit 1999 UNESCO-Welterbe und seit 2002 Schutzgebiet von Natura 2000. Das Gebiet ist zugleich als Parque Natural da Madeira (dt. Naturpark Madeira) geschützt – es wird als ein „Reservat der Ruhe“ ausgewiesen. Namensgebend für die Region ist der Berg Fanal (1236 m).

Zugang Fanal liegt an der Landstraße ER 209, die Ribeira da Janela im Nordwesten Madeiras mit der Hochebene Paul da Serra verbindet. Nach 14 Kilometer wird ein Abzweig zum Posto Florestal do Fanal (dt. Forsthaus Fanal) erreicht, von dem eine für den öffentlichen Verkehr gesperrte kurze Zufahrt zum Forsthaus Fanal führt. An dem großen Gebäude gibt es einen Rastplatz mit Grillhütten und Trinkwasserbrunnen, gegenüber davon steht ein lichter Hain aus betagten Stinklorbeerbäumen.

Fanal ist nicht an das öffentliche Busnetz angeschlossen. In der unbesiedelten Region gibt weder gastronomische Betriebe noch eine anderweitige Infrastruktur.

Lagoa do Fanal mini|hochkant=1.3|Lagoa do Fanal Der Kratersee von Fanal liegt etwa ein Kilometer nordwestlich vom Forsthaus Fanal. Er gehört zu den wenigen Relikten, die noch den vulkanischen Ursprung der Insel erkennen lassen.Peter Sziemer: Eine kurze Naturgeschichte Madeiras. Francisco Ribeiro & Filhos. Funchal 2001, ISBN 972-9177-30-9, S. 28 Der kleine See ist nur nach starken Niederschlägen mit Wasser gefüllt. Am Ufer gibt eine kleine Gruppe von Stinklorbeerbäumen ein pittoreskes Fotomotiv ab.

Wanderwege Das Forsthaus Fanal ist Ausgangspunkt von zwei Wanderwegen. Die Vereda do Fanal (PR 13) führt zu Aussichtsplätzen mit Tiefblick ins Tal von Seixal. Von der ER 209 südwestlich des Forsthauses kann auf dem PR 14 zur Levada dos Cedros abgestiegen und dieser nach Curral Falso gefolgt werden.Rolf Goetz: Rother Wanderführer Madeira. Bergverlag Rother, München 2026, ISBN 978-3-7633-1451-5, S. 231–235

Stinklorbeerbäume in Fanal

Literatur Peter Sziemer: Eine kurze Naturgeschichte Madeiras. Francisco Ribeiro & Filhos. Funchal 2001, ISBN 972-9177-30-9. Rolf Goetz: Madeiras Flora. Bergverlag Rother. München 2022, ISBN 978-3-7633-6103-8.

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Einzelnachweise

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