Ferdinand Raphael Regelsberger (geboren 10. April 1934 in ViechtwangRudolf Walter Litschel: Kremsmünster: 1200 Jahre Benediktinerstift. Landesverlag, Linz 1976, S. 361. als Ferdinand Regelsberger; gestorben 1. Oktober 2025Totengedenken. In: Creminfanensia − Gymnasium Stift Kremsmünster. Nr. 122, März 2026, S. 16 (Online)) war ein ehemaliger Benediktiner und laisierter römisch-katholischer Kleriker. Im Jahr 2002 wirkte er als Konzelebrant an der Weihehandlung an den Danube Seven mit und setzte so ein Zeichen für die Frauenordination in seiner Kirche. Dafür nahm er seine Exkommunikation in Kauf.
Biografie Regelsberger besuchte das Stiftsgymnasium des Benediktinerklosters Kremsmünster bis zur Matura 1953. Danach trat er 19-jährig in das Kloster ein und nahm den Ordensnamen Raphael an. Er studierte Katholische Theologie in Salzburg und Rom. Am 13. Juli 1958 empfing er die Priesterweihe.Rudolf Walter Litschel: Kremsmünster: 1200 Jahre Benediktinerstift. Landesverlag, Linz 1976, S. 361. Er war als Kaplan in Bad Hall und Vorchdorf eingesetzt, anschließend als Pfarrer in Eberstalzell.
Regelsberger wurde gemeinsam mit zwei anderen Kremsmünsterer Benediktinern in die brasilianische Diözese Barreiras entsandt, wo er von 1970 bis 1973 als Priester tätig war.Christian Mayr: Nachruf auf Ferdinand Rafael Regelsberger. In: Novidades de Barreiras / Berichte und Informationen über die Diözese Barreiras, Brasilien. Nr. 162, Dezember 2025. (Online) Er kehrte nach Österreich zurück, begann ein Studium der Pastoralpsychologie und verließ das Kloster. Nach erfolgter Laisierung im Jahr 1977 heiratete Regelsberger kirchlich. Die Ehe wurde später zivilrechtlich geschieden. Bis zu seiner Pensionierung 1991 arbeitete Regelsberger als Religionslehrer an Berufsschulen in Attnang und Wels.
Am 9. Mai 2002 weihte Rómulo Antonio Braschi, ein suspendierter argentinischer Bischof, Regelsberger ohne Einverständnis des Heiligen Stuhls in einer Privatwohnung in der Pfarre Viechtwang (Marktgemeinde Scharnstein) zum Bischof. Nach Canon 1382 zogen sich Braschi und Regelsberger damit „die von selbst eintretende Strafe der Exkommunikation“ zu; infolgedessen war beiden nicht gestattet, „priesterliche oder bischöfliche Funktionen“ wahrzunehmen.Offizielle Information: Exkommunikation. In: Linzer Diözesanblatt, Jg. 148 Nr. 4 (1. Juni 2002), S. 44. (Online) Braschi und Regelsberger waren gültig geweihte Bischöfe, standen aber nicht in Einheit mit Rom.Jakub Urbaniak, Diane Willman: Women’s priestly ordination in the Catholic Tradition with the focus on the subversive praxis of the Roman Catholic Women Priests. In: Journal for the Study of the Christian Church, Band 22 (2022), S. 277–295, hier S. 284. Gleichwohl nahmen Braschi und Regelsberger am 29. Juni 2002 nach römischem Ritus in spanischer Sprache eine Weihehandlung (Ordination) an sieben Frauen vor. Ort des Geschehens war ein Donauschiff, damit war die Weihehandlung weder der Diözese Linz noch der Diözese Passau eindeutig zuzuordnen.Barbara Maria Ursula Velik-Frank: Die Donaupriesterinnen „Danube Seven“: Grundlagen, Motive und Relevanz einer heterotopen Provokation, Dissertation Universität Graz, 2016, S. 58 f. (Online)
Im Alter von 91 Jahren starb Regelsberger am 1. Oktober 2025 bei einem schweren Verkehrsunfall.
Anmerkungen
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