Niki Goulandri (; * 1925; † 9. Februar 2019 in Athen), geborene Niki Kefala, war eine griechische Malerin und Mäzenin, die mit ihrem Mann ein Museum gründete, das sich der Natur und dem Umweltschutz widmete.

Leben Nachdem Niki Goulandri die Deutsche Schule Athen abgeschlossen hatte, studierte sie Politikwissenschaften und Wirtschaft an der Universität Athen sowie Philosophie an der Universität Frankfurt bei Theodor Adorno und Max Horkheimer. Sie erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität Uppsala, sprach fließend Deutsch, Englisch, und Französisch.

Sie war verheiratet mit Angelos Goulandris.

Karriere Durch das Anwesen ihrer Familie auf Kefalonia, wo Niki Goulandri als Kind ihren Sommer verbrachte, erwarb sie eine enge Beziehung zu der Natur. Diese Begeisterung, bestimmte später als Erwachsene ihr Engagement für den Umweltschutz und ihre Sujets in der Kunst, nämlich die griechische Pflanzenwelt.

Im Alter von 12 Jahren begann sie mit privatem Zeichenunterricht. Sie fertigte in Zusammenarbeit mit ihrem Lehrer Konstantinos Artemis Ikonen an. Ihre ersten Einzelausstellungen fanden 1946, 1948 und 1949 in Athen im Ausstellungsraum „Parnassos“ statt, außerdem nahm sie 1950 an der Panhellenischen Ausstellung teil.

Bevor sie 1954 begann, die griechische Flora systematisch zu zeichnen, wurden ihre Illustration in mehreren botanischen Büchern abgedruckt. 1968 erschien der erste Band der Wild Flowers of Greece mit 132 Farbabbildungen in einer Ausgabe des Goulandris-Museums für Naturgeschichte. Insgesamt malte sie etwas 800 griechische Pflanzen mit dem Ziel, damit zur Erhaltung der griechischen Flora beizutragen.

Zusammen mit ihrem Mann Angelos Goulandris gründete sie 1964, motiviert durch den Wunsch, einen Beitrag zur Erhaltung der Natur zu leisten, das Botanische Museum Goulandris in Kifissia. Nach seinem Tod 1996 übernahm sie bis an ihr Lebensende die Museumsdirektion.

Neben ihrer Tätigkeit für das Museum und neben ihrer Kunst wurde sie nach der Griechischen Militärdiktatur auch politisch aktiv. Von 1974 bis 1975 bekleidete sie das Amt der Staatssekretärin für Soziales im Kabinett Karamanlis. Ihre besondere Aufgabe bestand darin, die über 200.000 zyprischen Flüchtlinge, die nach dem Überfall der Türkei auf Zypern nach Griechenland kamen, zu versorgen. Direkt danach wurde sie Vizepräsidentin des staatlichen Radio- und Fernsehsenders ERT. Sie blieb in dieser Position bis 1981. Von 1989 bis 1991 arbeitete sie als Vizepräsidentin der griechischen Tourismus Organisation und parallel dazu bekleidete sie von 1980 bis 2001 das Amt der Präsidentin des gemeinnützigen Vereins Save the Children () in Griechenland.

1991 wurde sie mit dem Preis Woman of Europe ausgezeichnet.

Sie gehörte 1992 der griechischen Delegation der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio an. Von 1992 bis 1995 war sie Mitglied des Board of Directors of the Canadian International Development Research Center. Sie erhielt von der Aristoteles-Universität Thessaloniki, von der Universität Uppsala und der Universität Thessalien einen Ehrendoktor.

Man ehrte sie in Griechenland mit dem Phönix-Orden, in Frankreich mit dem Orden Légion d’Honeur und in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz.

Von 1996 bis zu ihrem Tod leitete Niki Goulandri das Goulandris Museum für Naturgeschichte.

Veröffentlichungen William T. Stearn (Text), Niki Goulandri (Illustrationen): Wild Flowers of Greece, Goulandris Botanical Museum, Athen 1968, ISBN 978-960-464-107-9. William T. Stearn (Text), Niki Goulandri (Illustrationen): (Pfingstrosen Griechenlands), MILITOS, Athen 1984, ISBN 978-960-464-365-3. Kid Tarn, Arne Strid (Text), Niki Goulandri (Illustrationen): (Griechische Wildblumen), MILITOS, Athen 2009, ISBN 978-960-464-106-2.

Einzelnachweise

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