zentriert|350px|Gedenktafel am einstigen Standort des Bauhauses in Berlin Das Bauhaus Berlin löst sich auf Druck der Nationalsozialisten selbst auf.
Im Jahr 1933 beginnt nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland die Gleichschaltung auch im kulturellen Bereich.
Ereignisse Deutschland nach der „Machtergreifung“
Am 23. März verkündet Hitler in seiner Regierungserklärung zum Ermächtigungsgesetz: . Auf einer Kulturtagung der NSDAP am 1. September erklärt er, die „hässliche Kunst“ gehöre in „ärztliche Verwahrung“, in eine „geeignete Anstalt“, da sie eine Gefahr für den gesunden Sinn des Volkes darstelle.
miniatur|links|Berliner Gedenktafel: Kurt Singer und der Kulturbund Deutscher Juden Juli: Als Reaktion auf die zuvor erfolgten Entlassungen jüdischer Künstler aus den staatlichen Kulturbetrieben infolge des Berufsbeamtengesetzes gründen Kurt Baumann und Kurt Singer den Kulturbund Deutscher Juden, dem in den ersten Jahren rund 20.000 Mitglieder beitreten. Der Kulturbund wird behördlicherseits vorläufig geduldet. 22. September: Auf Initiative von Joseph Goebbels erfolgt in Deutschland die Gründung der Reichskulturkammer zur Gleichschaltung aller Bereiche des Kulturlebens und zur Regelung der sozialen und wirtschaftlichen Belange der Kulturschaffenden. Die Reichskulturkammer untergliedert sich in sieben Einzelkammern, die Reichsschrifttumskammer, die Reichsfilmkammer, die Reichsmusikkammer, die Reichstheaterkammer, die Reichspressekammer, die Reichsrundfunkkammer und die Reichskammer der bildenden Künste unter Präsident Eugen Hönig (gegründet 1. November).
Architektur Deutschland
mini|Einladungskarte zum Bauhauskostümfest 18. Februar 1933 Am 18. und 25. Februar finden im Bauhaus Berlin die letzten beiden Bauhausfeste statt. Am 11. April werden die Räumlichkeiten des Bauhauses durchsucht und angeblich kommunistische Zeitschriften entdeckt. Vermutlich ist das Belastungsmaterial beim Umzug im Vorjahr in Dessau gezielt in die Umzugskisten gegeben worden. Das Berliner Bauhaus wird daraufhin von der Gestapo versiegelt. Rektor Ludwig Mies van der Rohe, der zuvor noch versucht hat, mit den Nationalsozialisten zu einem Arrangement zu kommen, stellt am 19. Juli den Antrag, das Bauhaus aufzulösen. Etwa ein Viertel der Mitglieder geht im Anschluss an die Auflösung in die Emigration. Mindestens 21 Künstlerinnen und Künstler des Bauhauses werden während der NS-Herrschaft in Konzentrationslagern oder Gefängnissen umgebracht. Einige Mitglieder kooperieren jedoch auch mit dem Regime. In München beginnt nach Plänen des Architekten Paul Ludwig Troost die Errichtung des Führerbaus sowie des Hauses der Kunst. Albert Speer beginnt im Luitpoldhain in Nürnberg mit der Errichtung des Reichsparteitagsgeländes. In ganz Deutschland werden bis 1935 sogenannte Thingplätze, Freilichttheater für die Thingspiele im Rahmen der Thingbewegung gebaut.
International
Februar: Die Modern Architectural Research Group (MARS-Group) wird gegründet. Die Denkfabrik der Moderne in Großbritannien veröffentlicht visionäre Ideen für die Stadtplanung und organisiert eine Reihe von Ausstellungen. 29. Juli bis 10. August: Der IV. Kongress der Congrès Internationaux d’Architecture Moderne findet auf Vorschlag von Christian Zervos auf einem Passagierdampfer zwischen Marseille und Athen statt. Der Architekt Le Corbusier ist federführend an der Ausarbeitung der Charta von Athen beteiligt. Unter dem Thema Die funktionale Stadt diskutieren dort Stadtplaner und Architekten über die Aufgaben der modernen Siedlungsentwicklung. Die Resultate in der Umsetzung der Charta sind vor allem der veränderte Städtebau und die Auflösung des klassischen Urbanismus durch große Freiflächen und die funktionale Trennung von bebauten Quartieren nach Wohnungen (z. B. Großwohnsiedlungen in Trabantenstädten), Büros, Einkaufsmöglichkeiten, Gewerbe und Industrie, sowie die „autogerechte Stadt“.
Malerei
mini|Detroit Industry Murals, 1933 Der mexikanische Maler Diego Rivera, der aufgrund seiner riesigen politisch-revolutionären Wandbilder (Murales) bereits weltberühmt ist, erhält, während er noch am Detroit Institute of Arts im Auftrag von Edsel Ford an seinen umstrittenen Detroit Industry Murals arbeitet, den Auftrag, ein Wandgemälde in der Lobby des noch im Bau befindlichen Rockefeller Center zu malen. Im Laufe des Jahres arbeitet er an diesem Bild, dessen Thema Der Mensch am Scheideweg, hoffnungsvoll in eine bessere Zukunft blickend von einer Kommission vorgegeben worden ist. Rivera bildet in diesem Bild seine negative Sicht auf den Kapitalismus ab und zeigt Lenin, der in der genehmigten Vorzeichnung noch nicht auftauchte, als einen Vertreter der neuen Gesellschaft. Dies führt zu heftiger Kritik der konservativen Presse, wohingegen progressive Gruppen sich mit dem Künstler solidarisieren. Die Rockefellers als Auftraggeber bitten Rivera darum, Lenin zu übermalen. Als der Künstler dies ablehnt, wird das Gemälde Anfang Mai abgedeckt und Rivera ausgezahlt und entlassen. Er kehrt daraufhin nach Mexiko zurück.
Lehre und Forschung
Das Black Mountain College wird in einem kleinen Ort in den Appalachen, in der Nähe von Asheville, North Carolina gegründet. Wissenschaften und Künste werden hier als gleichberechtigt betrachtet, demokratische Lehr- und Lernprozesse sollen demokratisch reife Menschen hervorbringen. Begründer ist der Altphilologe John Andrew Rice, der im April wegen seines Widerstands gegen autoritäre Unterrichtsmethoden vom Rollins College, Florida, entlassen worden ist. Josef Albers, am Bauhaus Vizedirektor unter Mies van der Rohe, und Anni Albers, die ebenfalls am Bauhaus unterrichtet hat, kommen im Dezember der Einladung nach, Mitglieder des Black-Mountain-Lehrkörpers zu werden. Weitere vom NS-Regime verfolgte Intellektuelle folgen.
Museen und Ausstellungen
11. Dezember: Das Nelson-Atkins Museum of Art in Kansas City, Missouri, wird eröffnet. Es befindet sich in einem parkähnlichen Gelände südwestlich des Stadtzentrums und geht zurück auf Stiftungen von William Rockhill Nelson und Mary McAfee Atkins.
Preisverleihungen
Robin Christian Andersen, Adolf Curry, Herbert Dimmel, Wilhelm Frass, Wilhelm Legler, Georg Merkel, Robert Pajer-Gartegen, Ferdinand Opitz, Robert Philippi und Fritz Silberbauer werden mit dem Julius-Reich-Preis ausgezeichnet.
Geboren Januar bis April
2. Januar: On Kawara, japanischer bildender Künstler († 2014) 3. Januar: Maxie Wander, deutsche Fotografin, Journalistin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin († 1977) 7. Januar: Karl Heinrich Greune, deutscher Maler und Grafiker († 2023) 16. Januar: Ivan Chtcheglov, französischer Künstler, Aktivist und Dichter († 1998) 17. Januar: Nat Finkelstein, US-amerikanischer Fotograf († 2009)
4. Februar: Mary Frank, US-amerikanische Malerin und Bildhauerin 18. Februar: Yoko Ono, japanisch-amerikanische Künstlerin und Sängerin 20. Februar: Bonifatius Stirnberg, deutscher Bildhauer († 2025) 27. Februar: Edward Lucie-Smith, jamaikanisch-britischer Dichter, Journalist und Kunsthistoriker († 2026) 27. Februar: Livio Vacchini, Schweizer Architekt († 2007)
12. März: Sali Shijaku, albanischer Maler († 2022) 14. März: Helmut Leherb, österreichischer Maler († 1997) 16. März: Iris Grund, deutsche Architektin und Stadtplanerin
1. April: Dan Flavin, US-amerikanischer Künstler († 1996) 6. April: Yrjö Kukkapuro, finnischer Innenarchitekt († 2025) 9. April: René Burri, Schweizer Fotograf († 2014) 12. April: Michael Petzet, deutscher Denkmalpfleger († 2019) 15. April: David Hamilton, britischer Kunstfotograf († 2016) 24. April: Ibrahim Hazimeh, palästinensischer Künstler († 2023) 29. April: Alison Knowles, US-amerikanische Künstlerin († 2025)
Mai bis August
7. Mai: Günter Richter, deutscher Maler und Grafiker († 2026) 23. Mai: Ceija Stojka, österreichische Schriftstellerin und Künstlerin († 2013) 26. Mai: Luis Felipe Noé, argentinischer Künstler († 2025) 30. Mai: Winfried Zehetmeier, deutscher freischaffender Künstler und Kommunalpolitiker († 2019)
4. Juni: Carlota Alfaro, puerto-ricanische Modedesignerin 4. Juni: Brigitte Mahn-Diedering, deutsche Designerin († 1993) 5. Juni: Per Ung, norwegischer Bildhauer († 2013) 7. Juni: Jürgen Weichardt, deutscher Lehrer und Kunstsammler († 2025) 10. Juni: Tex Lecor, kanadischer Singer-Songwriter, Moderator und Maler († 2017) 11. Juni: Josef Paul Kleihues, deutscher Architekt († 2004) 11. Juni: Harald Szeemann, Schweizer Kurator, Leiter der Berner Kunsthalle († 2005) 12. Juni: Eddie Adams, US-amerikanischer Fotojournalist († 2004) 14. Juni: Margaret Raspé, deutsche Künstlerin und Fotografin († 2023) 14. Juni: Swetlin Russew, bulgarischer Maler († 2018) 15. Juni: Thomas Lenk, deutscher Bildhauer († 2014) 16. Juni: Willy Weber, Schweizer Bildhauer († 1998) 19. Juni: Aen Sauerborn, deutsche Malerin, Bildhauerin und Objektkünstlerin († 2020) 24. Juni: Fritz Auer, deutscher Architekt 25. Juni: Álvaro Siza Vieira, portugiesischer Architekt
7. Juli: Gerhard Ausborn, deutscher Maler († 2021) 13. Juli: Piero Manzoni, italienischer Künstler, gilt als Wegbereiter der Konzeptkunst († 1963) 23. Juli: Raimund Abraham, österreichisch-US-amerikanischer Architekt († 2010) 23. Juli: Richard Rogers, britischer Architekt († 2021) 27. Juli: Yüksel Arslan, türkisch-französischer Künstler († 2017)
3. August: Pietro Derossi, italienischer Architekt und Designer († 2025) 11. August: Erich Bitter, deutscher Automobildesigner, Rad- und Automobilrennfahrer († 2023) 12. August: Sarah Schumann, deutsche Malerin († 2019) 31. August: Josef Tietzen, deutscher Fotograf († 2019)
September bis Dezember
5. September: Erik Bulatow, sowjetischer bzw. russischer Maler († 2025) 10. September: Karl Lagerfeld, deutscher Modeschöpfer († 2019) 21. September: Lona Rietschel, deutsche Comiczeichnerin († 2017) 25. September: Christoph Luitpold Frommel, deutscher Kunsthistoriker († 2026) 27. September: Alfred Nemeczek, deutscher Kunstjournalist († 2016)
6. Oktober: Winfried Baer, deutscher Kunsthistoriker († 2011) 6. Oktober: Horst Bingel, deutscher Schriftsteller, Lyriker und Grafiker († 2008) 10. Oktober: Franz Bernhard Weißhaar, deutscher Theologe und Künstler († 2026) 12. Oktober: Guido Molinari, kanadischer Maler und Grafiker († 2004) 29. Oktober: John Andrews, australisch-kanadischer Architekt († 2022)
8. November: Lothar Fischer, deutscher Bildhauer († 2004) 12. November: Bruno Sacco, deutsch-italienischer Konstrukteur und Designer († 2024) 24. November: Jürgen Abeler, deutscher Kunstsammler, Uhrmachermeister, Goldschmied und Gemmologe († 2010) 24. November: Gertraude Nath-Krüger, deutsche Malerin und Grafikerin († 2016)
13. Dezember: Paul Bracq, französischer Automobildesigner 13. Dezember: Eva Vent, deutsche Malerin 17. Dezember: Gert Selle, deutscher Kunstpädagoge († 2025) 26. Dezember: Joe Rosenblatt, kanadischer Dichter, Schriftsteller und Maler († 2019) 27. Dezember: Amanullah Parsa, afghanischer Künstler († 2018) 31. Dezember: Chryssa, griechisch-US-amerikanische Künstlerin († 2013)
Genaues Geburtsdatum unbekannt
Lutz Wilde, deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger
Gestorben Todesdatum gesichert
14. Januar: Aenne Biermann, deutsche Fotografin (* 1898) 17. Januar: Louis Comfort Tiffany, US-amerikanischer Unternehmer, Maler und Glaskünstler des Jugendstils (* 1848) 22. Januar: Else Sohn-Rethel, deutsche Malerin und Sängerin (* 1853) 23. Januar: Apollinari Michailowitsch Wasnezow, russischer Maler (* 1856) 29. Januar: Carl von Bergen, deutscher Maler (* 1853)
28. Februar: Lilla Cabot Perry, US-amerikanische Malerin (* 1848) 1. März: Bruno Arnold, deutscher Fotograf (* 1884) 4. März: Juan Francisco González, chilenischer Maler (* 1853) 15. März: John Quincy Adams, österreichischer Maler (* 1873) 30. März: Georg Steinhausen, deutscher Bibliothekar und Kulturwissenschaftler (* 1866)