Johannes Schroth (* 21. Januar 1934 in Ziegenrück) war ein deutscher Architekt, dessen Hauptwerk in der DDR entstand.

Leben und Werk Schroth absolvierte eine Lehre als Zimmermann und studierte von 1951 bis 1954 an der Ingenieurschule für Bauwesen Erfurt. Von 1955 bis 1957 arbeitete er in Nordkorea im Rahmen des Hilfeprogramms der DDR mit weiteren etwa 175 Spezialisten beim Wiederaufbau der Großstadt Hamhŭng nach den Zerstörungen im Koreakrieg. Dabei projektierte er insbesondere mit Horst Melzer ein Kulturhaus und ein TBC-Krankenhaus. Nach der Rückkehr in die DDR studierte Schroth von 1957 bis 1962 an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Dabei nahm er 1960 als Mitglied eines Kollektivs um Otto Englberger am Wettbewerb für die Gestaltung des zentralen Platzes in Magdeburg teil. Kurz nach dem Diplom als Architekt gewann er den Wettbewerb für den Bau eines Hotels an der Talsperre Wendefurth. Von 1962 bis 1990 arbeitete er im VEB Hochbauprojektierung bzw. (nach dessen Eingliederung) VEB Wohnungsbaukombinat Magdeburg. Dabei wirkte er an der städtebaulichen Konzeption für den nördlichen Teil des heutigen Breiten Wegs mit und projektierte er u. a. das Restaurant „Wildbretstübl“Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deut-sche Bauakademie, Berlin, 1972, Magdeburg, S. 78, das Kinderkaufhaus (1964), das Haus der Lehrer, der heutige Katharinenturm (1968 bis 1970), und ein Appartement-Haus an der Westseite des Domplatzes. Ab 1969 war Schroth Chefarchitekt. Unter seiner Leitung waren Architekten des Betriebs u. a. an der Errichtung des Wohngebiets Neustädter See beteiligt, wofür er mit Manfred Radisch, Erika Ganzer und E. Schmidt den Nationalpreis 3. Klasse erhielt. Ein weiteres wichtiges Projekt unter Schroths Leitung war u. a. die Wohn- und Geschäfts-Bebauung an der Leiterstraße. Von 1979 bis 1989 leitete Schroth als Komplexarchitekt neben Siegfried Klügel ein Planungskollektiv für den Experimental-Wohnkomplex Magdeburg-Olvenstedt.

Schroth nahm mit Erfolg an den Wettbewerben für die Umbauung des Klosters „Unser lieben Frauen“ (1985) und des Bahnhofsvorplatzes (1989) teil. 1985 wurde er mit dem Architekturpreis des Bezirks Magdeburg geehrt.

Nach seiner im Zuge der deutschen Wiedervereinigung erfolgten Entlassung in die Erwerbslosigkeit gründete und betrieb Schroth mit einem Kollegen ein Architekturbüro, das u. a. an den Wettbewerben für den Domplatz und den Bahnhofsvorplatz teilnahm.

Schriften Appartementhaus am Domplatz Magdeburg. In: Deutsche Architektur, 16. Jahrgang 1967, Heft 8, S. 467. Polemik gegen Polemik. Hat das vielgeschossige Hängehaus wirklich keine Perspektive? In: Deutsche Architektur, 19. Jahrgang 1970, Heft 8, S. 503. Haus der Lehrer in Magdeburg. In: Deutsche Architektur, 23. Jahrgang 1974, Heft 3, S. 144–151. Die Konzeption des Wohnungsbaus für den Wohnkomplex Magdeburg-Olvenstedt, 1. bis 3. Bauabschnitt. In: Architektur der DDR, 33. Jahrgang 1984, Heft 7, S. 418–421.

Literatur

Holger Barth: Johannes Schroth. In: Dietrich Fürst (Hrsg.): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biographischer Daten. IRS, Erkner, 2000. ISBN 978-3-934669-00-0, S. 205

Einzelnachweise

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