Walkemühle ist die gemeinhin übliche Bezeichnung für zwei ehemalige, dicht beieinander gelegene Wassermühlen, die Obere und Untere Walkemühle, in der Gemarkung von Adelshausen, einem heutigen Stadtteil von Melsungen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Sie befanden sich auf Höhe über NHN am Nordufer der Pfieffe etwa 700 m westlich von Adelshausen.Die beiden sind auf der Niveau Karte von 1840-1861 des Kurfürstentums Hessen, Blatt 32: Melsungen (https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/browse/id/2/current/32/sn/hkw), und auch noch in der topographischen Karte 1:25.000 von 1906 eingetragen.

Aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg ist nur eine etwas kryptische Namensnennung aus dem Jahr 1576 bekannt, die auf eine Mühle an dieser Stelle hinweisen mag: „Cuntz Bachmoiln“.Kurze Geschichte der Walkemühle Adelshausen Später jedoch werden verschiedene Zwecke der dortigen Mühle(n) erwähnt, so 1744 ein Eisenhammer und im späteren 18. Jahrhundert „Walck- und Ohlmoyln“ unter wechselnden Eigentümern, die offenbar bauliche und mühlentechnische Veränderungen vornahmen. Die Mühle(n) dienten somit im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Zwecken, so der Ölgewinnung, dem Mahlen von Getreide, der Textilherstellung oder der Holzbearbeitung. So ist 1828 in eine Walkmühle mit angeschlossener Wollspinnerei in Adelshausen belegt, 1858 als „Walkemühle mit Tuchfabrik“ bezeichnet, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle im nordhessischen Textilgewerbe spielte. Im Jahre 1899 erwarb ein Tuchfabrikant die Mühle, aber statt die Produktion fortzuführen, ließ er sämtliche Maschinen nach Fulda abtransportieren. Damit stand die Walkemühle vollständig still, und das Anwesen wechselte in den folgenden Jahren mehrfach den Besitzer, die unterschiedliche Nutzungsabsichten hatten. Aus dem Jahr 1907 stammt eine Ansichtskarte, die die Walkemühle, einen mächtigen Fachwerkbau, als Sommerfrische im „Schöntal“ anpries.Kurze Geschichte der Walkemühle Adelshausen

Überregionale Bedeutung erhielt die Walkemühle Adelshausen ab 1921, als Ludwig Wunder sie kaufte und dort das Landerziehungsheim Walkemühle einrichtete. Es bestand bis 1933. Zur weiteren Geschichte siehe dort.

Fußnoten

Literatur Th. Hans-Dieter Scholz: Wasser- und Windmühlen im Schwalm-Eder-Kreis, eine Bestandsaufnahme, Hrsg. Regierungspräsidium Kassel, 1996, S. 114 Waltari Bergmann & Heinrich Schulz: Adelshausen 1209 - 1959: Heimatgeschichte eines niederhessischen Dorfes. Gemeindeverwaltung Adelshausen, 1959, S. 107–113

Weblinks Walkemühle, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Kurze Geschichte der Walkemühle Adelshausen Adelshäuser Walkemühle war Spinnerei, Schule und Nazi-Einrichtung, HNA vom 12. April 2026

Adelshausen Kategorie:Wassermühle im Schwalm-Eder-Kreis Kategorie:Stillgelegte Mühle Kategorie:Bauwerk in Melsungen