mini|John Lewis John Lewis (* 30. März 1855 in Market Drayton; † 13. Januar 1926 in Blackburn) war ein englischer Fußballspieler, ‑funktionär und ‑schiedsrichter. Der Mitbegründer der Blackburn Rovers ist der einzige Spielleiter, der zwei Finalspiele des olympischen Fußballturniers pfiff, und einer von sieben Schiedsrichtern, die mehrfach Endspiele im Wettbewerb um den FA Cup leiteten.

Sportlicher Werdegang Lewis kam als Schüler der renommierten Shrewsbury School mit dem Fußballsport in Berührung und war 1875 zusammen mit Arthur Constantine maßgeblich an der Gründung der Blackburn Rovers als organisierter Fußballmannschaft jenseits des damals von Schul- und Universitätsmannschaften geprägten englischen Fußballs beteiligt. Lewis übernahm in der Folge die Rolle des Schatzmeisters beim Klub, für den er am 18. Dezember des Jahres zudem beim ersten Spiel der Vereinsgeschichte auf dem Feld stand. 1878 gehörte er zu den Gründern der Lancashire FA als regionalem Fußballverband, später saß er im Präsidium der beiden bedeutenden englischen Verbände English Football League und Football Association. Bis 1882 lief er für die Rovers auf und qualifizierte sich mit dem Klub für das letztlich gegen die Old Etonians verlorene Endspiel um den FA Cup 1881/82, eine kurz zuvor zugezogene Verletzung erzwang jedoch das Ende seiner aktiven Laufbahn.

In den Anfangszeiten des FA Cups galten insbesondere Präsidiumsvertreter der Football Association als besonders regelkundig, so dass diese oftmals als Finalschiedsrichter eingesetzt wurden. Dabei kam Lewis dreimal die Ehre der Finalspielleitung zuteil. Erstmals kam er dabei im Wettbewerb um den FA Cup 1894/95 zum Einsatz, bei dem das Sportfeld neben dem Crystal Palace, das später zum Crystal Palace National Sports Centre ausgebaut werden sollte, als bis zur kriegsbedingten Pause ab 1915 aufgrund des Ersten Weltkriegs genutzter Austragungsort Premiere feierte. Aston Villa holte dabei durch einen 1:0-Erfolg nach einem Treffer Bob Chatts gegen West Bromwich Albion den zweiten Titel der Vereinsgeschichte. Nachdem William Simpson das folgende Finale geleitet hatte, übernahm Lewis bei den Endspielaustragungen 1897 beim erneuten Triumph Aston Villas, das dieses Mal den FC Everton mit 3:2 besiegt, und 1898, als Nottingham Forest durch einen 3:1-Endspielsieg gegen Derby County erstmals den Titel holte.

Bei den Olympischen Spielen 1908 leitete Lewis, der zuvor mehrfach Länderspiele insbesondere im Rahmen der British Home Championships geleitet hatte, das erste Olympische Finale, nachdem bei den Turnieren zuvor im Ligamodus gespielt worden war. Großbritannien holte dabei nach Treffern von Frederick Chapman und Mannschaftskapitän Vivian Woodward durch einen 2:0-Erfolg über Dänemark die Goldmedaille. Während des Fußballturniers der Olympischen Spiele 1920 pfiff er das Semifinalspiel zwischen Belgien und Niederlande, das die gastgebenden Belgier im Olympiastadion Antwerpen mit 3:0 gewannen. Anschließend wurde ihm die Leitung des Finalspiels zwischen Belgien und Tschechoslowakei übertragen. Das Spiel wurde bei 2:0-Führung für Belgien von Lewis in der 39. Spielminute abgebrochen, nachdem die tschechoslowakischen Spieler aus Protest gegen einige Entscheidungen des Schiedsrichters von Mannschaftskapitän Karel Pešek vom Platz geführt wurden. Daraufhin sprach Lewis die Goldmedaille Belgien zu, nach dem folgenden Protest der Tschechoslowakei gegen die Spielleitung durch Lewis und dessen Assistenten Charles Wreford-Brown wurden die Osteuropäer disqualifiziert.

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