Siegfried H. Drescher (* 2. Dezember 1910 in Kiew, Russisches Kaiserreich; † 2. Dezember 1974 in Bielefeld) war ein deutscher Ministerialbeamter während der Zeit des Nationalsozialismus.
Werdegang Drescher legte 1929 das Abitur am Städtischen Deutschen Gymnasium in Riga ab. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen, Königsberg und Helsinki.
Er trat am 8. November 1932 dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) und zum 1. Februar 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.463.918).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/6920449 Er hatte von 1932 bis 1939 verschiedene Funktionen im NSDStB inne, unter anderem als dessen Führer in Ostpreußen, als Gaukulturamtsleiter, als Leiter des Hauptamtes für Wissenschaft und als persönlicher Referent des Reichsführers der Deutsche Studentenschaft.
Von 1938 bis 1939 absolvierte Drescher eine Ausbildung zum Schriftleiter bei der Preußischen Zeitung in Königsberg. Von 1939 bis 1941 nahm er als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. 1941 wurde er unabkömmlich gestellt und an das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete abgeordnet. Dort war er Gruppenleiter bzw. Referent für „Fremdsprachige Ostpresse“. 1942 trat er auch der SA bei.
Nach Ende des Krieges hatte Drescher ab 1951 leitende Stellungen im von Karl-Georg von Stackelberg gegründeten Meinungsforschungsinstitut Emnid inne. Er war dort zunächst Programmdirektor und später auch Gesellschafter und Geschäftsführer.Der Marktforscher, 1970, Bd. 14/15, S. 215.Baltische Briefe – Nachrichtenblatt der Deutschbalten. Jahrgang 27 (1974), Nr. 12 (314), S. 13.
Drescher starb nach langer Krankheit an seinem 64. Geburtstag in Bielefeld. Er wurde auf dem dortigen Friedhof Sieker beigesetzt.
Werke (Auswahl) Wirkung des Fernsehens als Quelle aktueller Information. In: Publizistik, 14. Jg. 1969 / Heft 2, S. 177. als Herausgeber: Wer war Kant? (1974)
Literatur Babette Quinkert: Propaganda und Terror in Weißrußland 1941–1944. „Geistige“ Kriegführung gegen Zivilbevölkerung und Partisanen. Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76596-3 (= Krieg in der Geschichte, Bd. 45), S. 86.
Weblinks Siegfried Drescher auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
Einzelnachweise
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