Constantin „Costel“ Rădulescu (* 5. Oktober 1896 in Kolozsvár, Großfürstentum Siebenbürgen, Österreich-Ungarn, heutiges Rumänien; † 31. Dezember 1981 in Mărăști) war ein rumänischer Fußballspieler, ‑trainer und ‑schiedsrichter, der die rumänische Fußballnationalmannschaft bei den ersten drei Weltmeisterschaften trainierte. Er ist gemessen an der Siegerquote der erfolgreichste rumänische Nationaltrainer.

Leben Rădulescu wurde in Kolozsvár, dem heutigen Cluj-Napoca, im Großfürstentum Siebenbürgen, das zu den Ländern der ungarischen Krone innerhalb Österreich-Ungarns gehörte, geboren. Im Alter von 20 Jahren trat er in die Armata Română ein und diente im Ersten Weltkrieg als Offizier, wobei er zwischen 1916 und 1918 an der Front eingesetzt war. Beispielsweise kämpfte er in der Schlacht von Mărăști. Er wurde dabei an der rechten Hand angeschossen und schwer verwundet. 1981 verstarb er im Alter von 85 Jahren in ebendiesem Mărăști, das in der Gemeinde Răcoasa im Kreis Vrancea liegt.

Karriere Rădulescu spielte als Torwart bei den Interalliierten Spielen vom 22. Juni bis zum 6. Juli 1919 für Rumänien. Danach debütierte er als Profisportler bei Olympia Bukarest und wechselte später zu Tricolor Bukarest. Eine Verletzung an seiner rechten Hand verhinderte eine weitere Sportkarriere, daher beendete er 1923 im Alter von 27 Jahren seine fußballerische Laufbahn, jedoch wollte er weiter mit dem Fußballsport verbunden bleiben.

Kurz darauf wurde Rădulescu zum Interimstrainer der rumänischen Nationalmannschaft ernannt und löste damit Teofil Moraru ab, der 451 Tage im Amt gewesen war. In seinem ersten von drei Spielen führte Rădulescu die Rumänen am 6. Oktober 1923 zu einem 2:2-Unentschieden gegen die Türkei. Er vollzog damit einen schnellen Wechsel zwischen den Tätigkeiten als Schiedsrichter, Trainer und in der Verwaltung.

1929 wurde er zum zweiten Mal zum Nationaltrainer ernannt, was zu seiner längsten Amtszeit führte. In dieser Zeit bestritt Rumänien 30 Spiele. Bei seinem dritten Engagement von 1935 bis 1938 fanden 22 Länderspiele statt. Die Angaben auf transfermarkt.de führen zu 53 Länderspielen Rădulescus als Trainer, während ihm in der Datenbank eu-football.info fünf Spiele zugeschrieben werden (jeweils eines in den Jahren 1931, 1933, 1934, 1935 und 1940).

In Rădulescus zweiter Amtszeit nahm Rumänien erstmals an einem internationalen Turnier teil und gewann den Balkan-Cup 1929–31 vor Jugoslawien. Schlussendlich sollte Rumänien den Balkan-Cup als Rekordmeister vier Mal gewinnen. Rădulescu trainierte Rumänien bei der ersten Fußball-Weltmeisterschaft, die im Jahr 1930 in Uruguay ausgetragen wurde. In Gruppe drei gelang im ersten Spiel ein 3:1-Sieg gegen Peru, das zweite Spiel ging gegen den Titelfavoriten und späteren Weltmeister Uruguay mit 4:0 verloren. An den spielfreien Tagen der rumänischen Nationalmannschaft war Rădulescu als Linienrichter bei den Gruppenspielen im Einsatz. Er war damit der erste rumänische Schiedsrichter bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Als Schiedsrichter war er bei den Spielen Argentinien gegen Frankreich (1:0) und Argentinien gegen Mexiko (6:3) im Einsatz.

Rădulescu blieb nach der Weltmeisterschaft 1930 im rumänischen Fußballverband aktiv und gehörte der Verbandsverwaltung an. Er war bei der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1934 Trainer Rumäniens, das sich überraschend gegen Jugoslawien durchsetzte und gemeinsam mit der Schweiz qualifizierte. Nach einem 2:1-Sieg in einem Freundschaftsspiel gegen Jugoslawien einen Monat vor der Weltmeisterschaft ersetzte der Verband überraschend Rădulescu durch Josef Uridil. Rădulescu, der zwar im Trainerstab blieb, spielte nur eine Nebenrolle. Im ersten Spiel der Weltmeisterschaft – dem Viertelfinale – verlor Rumänien mit 2:1 gegen die Tschechoslowakei und schied damit aus. Es war Uridils einziges Spiel als Trainer, der danach durch Alexandru Săvulescu ersetzt wurde.

Der rumänische Fußballverband anerkannte Rădulescus Verdienste und ernannte ihn zum Technischen Direktor der Nationalmannschaft. Nach mehreren unbefriedigenden Leistungen und deutlichen Niederlagen unter Săvulescu verpflichtete der Verband im Frühjahr 1935 erneut Rădulescu, der dann wieder als Technischer Direktor mit Trainern wie Petre Steinbach, Kálmán Konrád und Coloman Braun-Bogdan zusammenarbeitete. Obwohl die Trainer erfolgreich waren, entschied der rumänische Fußballverband am 15. Juli 1937, Rădulescu wieder als Trainer einzusetzen, um sich zum dritten Mal in Folge für das die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Rumänien sollte am 17. Dezember 1937 ein Qualifikationsspiel gegen Ägypten bestreiten, doch die Mannschaft sagte aufgrund des Ramadans ab. So erreichte qualifizierte sich Rumänien erneut für die Weltmeisterschaft, was die letzte rumänische Qualifikation bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 1970 war.

Als er in den Vorbereitungen war, die Mannschaft als Trainer zu betreuen, wurden seine Hoffnungen vom rumänischen Fußballverband zunichtegemacht, indem sie erneut Alexandru Săvulescu zum Trainer ernannten. Rădulescu blieb erneut die Rolle des Teschnichen Direktors. Im ersten Spiel traf Rumänien als Favorit auf Kuba, das zum ersten und einzigen (Stand: 2026) Mal an der Weltmeisterschaft teilnahm. Trotz der individuellen Klasse der Spieler führte die Spielweise zu einem beschämenden 3:3-Unentschieden. Das Wiederholungsspiel entschied Kuba mit 2:1 für sich und war damit das erste karibische Team in einem Viertelfinale der Weltmeisterschaft. Dieses Ergebnis war maßgeblich auf die Spielweise Alexandru Săvulescus zurückzuführen. Enttäuscht über sein Ersetztwerden zog er sich danach langsam aus der Öffentlichkeit zurück. Er lief bis 1943 noch als Ersatzspieler in der ersten Liga und beendete seine Karriere mit nur 47 Jahren endgültig. Bis 1940 leitete er weiterhin offizielle Spiele als Schiedsrichter und war für 200 Spiele in der rumänischen ersten Liga sowie für 102 Länderspiele in elf verschiedenen Ländern im Einsatz. Als Schiedsrichter leitete er beispielsweise vier Länderspiele beim Balkan-Cup.

1939 gründete er zusammen mit Trainer Coloman Braun-Bogdan und dem Schiedsrichter Mircea Cruțescu das erste nationale Jugendzentrum in Brașov, in dem später viele junge Menschen zu Fußballspielern ausgebildet wurden.

In 31 Spielen als Trainer hatte er 20 Siege, zwei Unentschieden und neun Niederlagen erreicht, was einer Siegquote von 64,52 Prozent entspricht. Damit ist er, gemessen an der Siegerquote, der erfolgreichste Trainer der rumänischen Fußballnationalmannschaft, berücksichtigt wurden Trainer mit mindestens zehn Länderspielen.

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