mini|Porträt von François Cogné von Serge Ivanoff, Paris, 1945 François-Victor Cogné (Pseudonym: Nogec; * 10. August 1876 in Aubin im Département Aveyron; † 9. April 1952 in Paris) war ein französischer Bildhauer und Maler.

Leben und Werk François Cogné wurde 1876 in Aubin geboren. Aufgrund der Rezession im dortigen Bergbau zog seine Familie nach Paris. Er besuchte bis 1894 die École Boulle und erwarb das Diplom der Stadt Paris in der Fachrichtung Bildhauerei. Anschließend studierte er an der École nationale supérieure des beaux-arts, wo er künstlerisch von Ernest Barrias und Denys Puech betreut wurde. In den folgenden Jahren arbeitete er als Ornamentbildhauer und gestaltete Fassadenschmuck für öffentliche Gebäude und private Auftraggeber. 1907 wurde er durch die Dekoration des Théâtre du Fémina an den Champs-Élysées bekannt. Dabei zeigte sich bereits seine Vorliebe für das Porträt. Unter dem Pseudonym Nogec fertigte er für die satirische Beilage Les Masques der Zeitung Assiette au beurre Köpfe in halber Lebensgröße, unter anderem von Armand Fallières, René Bérenger und Paul Doumer. Als Hommage an seinen verehrten Lehrer schmückte er ohne Honorar die Fassade des neu errichteten Musée Denys-Puech in Rodez mit Porträtbüsten. Zudem beteiligte er sich an den dekorativen Arbeiten für die Weltausstellungen 1908 in London, 1910 in Brüssel und 1911 in Turin. 1909 erhielt er für die Arbeit Gitana, petite fontaine eine Ehrenmedaille im Pariser Salon der Société des artistes français. 1914 wurde François Cogné zur Armee einberufen, bei Péronne verwundet und anschließend ausgemustert. Danach widmete er sich zunächst Arbeiten zur Ehrung bedeutender Militärs wie Robert Nivelle, Joseph Joffre und Louis Hubert Lyautey und später Denkmälern für Kriegsopfer. La leçon d’histoire (1921, mit Bronzemedaille im Salon der Société des artistes français ausgezeichnet, Lycée Carnot, Paris) bildete den Auftakt einer Serie von Gefallenendenkmälern.

mini|François-Victor Cogné – Selbstporträt mit dem Gipsmodell der Statue von Georges Clemenceau, um 1932, Öl auf Holz, 100 × 81 cm

Cogné fertigte auch offizielle Porträtbüsten von Zeitgenossen an, darunter 1922 in Rom Papst Pius XI. und 1924 den spanischen König Alfons XIII. Zahlreiche französische Politiker, Schriftsteller, Kirchenvertreter und Schauspieler besuchten sein Atelier in der Rue de Villersexel in Paris. Ab 1927 nutzte er zusätzlich die von der Stadt Antibes zur Verfügung gestellte Kapelle Notre-Dame-de-la-Garoupe als Atelier.

Bereits Ende der 1930er Jahre konnte François Cogné auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken: Sein Denkmal für Clemenceau wurde 1932 an den Champs-Élysées aufgestellt und die Stadt Paris beauftragte ihn mit einem Denkmal für Baron Georges Haussmann. Zudem arbeitete er an einem Denkmal für Pierre Loti in Rochefort. Die Enthüllung des Reiterstandbilds von Marschall Lyautey auf einem monumentalen Sockel mit sieben Basreliefs im November 1938 in Casablanca brachte ihm große Anerkennung ein. Während mehrerer längerer Aufenthalte in Casablanca erhielt er die Nachricht vom Waffenstillstand im Jahr 1940 und von der Machtergreifung durch Philippe Pétain, mit dem ihn laut AKL eine gegenseitige Wertschätzung verband. Nachdem Cogné 1929 eine Büste Pétains gefertigt hatte, entwarf er 1931 in dessen Auftrag das Modell eines Denkmals, das Pétain nach seinem Tod in Verdun errichten lassen wollte. Im Herbst 1940 erhielt Cogné von Pétain den offiziellen Auftrag zur Anfertigung einer Büste des französischen Staatschefs. Diese Entscheidung löste laut AKL bei seinen künstlerischen Konkurrenten energischen Protest aus. Er nahm am 7. Juli 1946 an der Enthüllung des Denkmals für Georges Mandel an der Route nationale 7 südlich von Fontainebleau teil.

Cogné entwarf zudem das Modell für die Grenzsteine entlang der Voie de la Liberté, die an die Strecke der alliierten Landung bis nach Bastogne erinnern. Eine am 10. September 1947 von der französischen Post zur Einweihung der Voie de la Liberté herausgegebene Briefmarke zeigt den von Cogné signierten Grenzstein. Zu seinen letzten Arbeiten zählen Büsten von Marschall Alphonse Juin und Staatspräsident Paul Ramadier. François Cogné starb am 9. April 1952 in Paris.

Werke (Auswahl) Antibes, Musée Picasso: Gitana, Marmor, 1906, sowie Originalgipse Aubin (Aveyron), Rathaus: verschiedene Werke, u. a. Selbstbildnisse Casablanca: Reiterstandbild für Marschall Lyautey, 1938 Coëtquidan, Morbihan: Büste Marschall Philippe Leclercs, 1951 Dax, Landes: Denkmal für Maurice Boyau, 1926 Épinal, Bibliothèque municipale: Büste Paul Léon, 1926 Lamarche, Vosges: Kriegerdenkmal, 1921 Monaco, Jardins Saint-Martin: Denkmal für Fürst Albert I. von Monaco, 1951 Paris, Champs-Élysées/Avenue Winston-Churchill: Denkmal für Georges Clemenceau, 1932 Paris, Place Denys-Cochin: Denkmal für Marschall Lyautey, 1985 aufgestellt Paris, Boulevard Haussmann/Rue de Laborde: Denkmal für Georges Haussmann, 1935 Paris, Lycée Carnot: La leçon d’histoire, 1921 Paris, Père-Lachaise: Grabmal der Familie Caillaux, 1926 Paris, Friedhof Montparnasse: Büste Max Dearlys, 1934 Paris, Friedhof Passy: Grabmal für Georges Mandel, Medaillon, 1945 Rodez, Musée Denys-Puech: Fassadenschmuck, 1909; Le Secret, Marmor, 1910 Vatikanstadt, Pontificia Accademia delle Scienze: Sitzstatue Papst Pius’ XI. Modell für die Grenzsteine der Voie de la Liberté, 1947

Literatur

Dictionnaire national des contemporains. Band 3, Office général d’Édition, Paris 1939. Dictionnaire de biographie française. Band 9, Letouzey et Ané, Paris 1961. Cogné, François-Victor. Jacques Busse (Hrsg.): Bénézit. Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. Nouvelle édition entièrement refondue, Band 3: Bourchard–Courderc. Gründ, Paris 1999, S. 755 (französisch, – Leseprobe). Jean-Pierre Delarge: Dictionnaire des arts plastiques modernes et contemporains. Éditions Gründ, Paris 2001. Laurence Bertrand Dorléac: L’Art de la défaite. 1940–1944. Éditions du Seuil, Paris 1993. Gilles Lelièvre: François Cogné. In: Bulletin de la Société littéraire et historique de la Brie. Nr. 48, 1993, S. 55–66; Nr. 49, 1994, S. 61–72.

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Einzelnachweise

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