Anna Renata Breyne (auch Anne Renate Breyn; * 17. April 1713 in Danzig, Polen-Litauen; † 6. Februar 1759 ebenda) war eine Danziger Dichterin und Illustratorin.

Leben und Wirken Anna Renata Breyne war eine Tochter des Botanikers und Zoologen Johann Philipp Breyne und der Constantia Ludewig (1687–1742). Ihre Großeltern waren Jakob Breyne, die Münzmeisterstochter Sarah Rogge und der Ratsherr Heinrich Ludewig. Sie hatte sieben Geschwister, von denen zwei früh starben. Die beiden jüngeren Brüder starben 1733 und 1740. Die Familie war reformiert.Edmund Kotarski, Andrzej Januszajtis: Breyn Johann Philipp, lekarz, przyrodnik. In Encyklopedia Gdańska (polnisch).

Breyne verfasste 1748 die Kleine Sammlung poetischer Einfälle bei müßigen Stunden verfertiget, die als Manuskript in der Danziger Bibliothek der Polnische Akademie der Wissenschaften aufbewahrt wird. Zu ihrem Werk gehören nachdenkliche und religiöse Gedichte (oft nach bekannten Melodien), Hochzeitslieder, Trauergedichte (Epicedien und Epitaphe) sowie Verse zu Namens- und Geburtstagen. Zum Namenstag ihres Vaters schuf sie die Cantata an des lieben Papa Seinem Nahmens Tage. Anno 1730 d. VI Mai, 1733 die Poetische Beschreibung der edlen Ananas… und die Cantata. Auf das Neue Jahr 1738. Diese Gedichte entstanden vornehmlich für den engsten Kreis der Eltern und Freunde und verbanden Lyrik, Ernst und Humor. Zum Nachlass gehören auch humorvolle Briefe an Mutter, Vater und Freunde.Edmund Kotarski: Breyn Anne Renate, poetka. In Encyklopedia Gdańska (polnisch).

Öffentlich vorgetragen wurde 1733 ein Gedicht Breynes zur Begrüßung des Königs Stanisław Leszczyński in Danzig. Ebenfalls schilderte sie 1735 die Aktivitäten der Danziger Delegation von Carl Gottlieb Ehler in St. Petersburg. Auch diese Werke veröffentlichte sie nicht im Druck.

Mit ihren Schwestern illustrierte Breyne die Veröffentlichungen ihres Vaters. Ihr werden 93, ihren Schwestern Johanna Henrietta (1714–1797) 76 und Constantia Philippina (1719–1756), verheiratete Soermans, 20 Illustrationen zugeschrieben. Weitere Werke sind unsigniert.

Johanna Henrietta Breyne heiratete den Arzt Peter Castell. Sie überlebte als einziges Kind den Vater und erbte das Elternhaus in der Langgasse. Das Bräynische Münzcabinet von alten raren griechischen und römischen Münzen in Gold, Silber, Erzt… und ein Teil der Bibliothek wurde von der Zarin Katharina II. erworben. Einen Teil der Büchersammlung kaufte der Pfarrer Duisburg von St. Elisabethen, der sie 1798 an die Herzogliche Bibliothek in Gotha weiterverkaufte. Diese wird heute mit Nachlässen der Familie von der Forschungsbibliothek Gotha aufbewahrt.

Das Familiengrab der Familien Breyn, Ludewig und Castell in St. Marien ist noch erhalten.

Literatur Piotr Kociumbas: „Besinge die Music, die angenehmste Lust“. Anna Renata Breynes Kantatendichtung. In: Studia niemcoznawcze, Band 35 (2007). ISSN 0208-4597. S. 151–166. A. Sobecka: Drawings by the Breyne sisters as an unknown part of the eighteenth century collection of a Gdansk family of scholars. In: Collections. Development, History, Lost Heritage. Danzig Gdansk. 2020. S. 259–273.

Weblinks Forschungsbibliothek Gotha: Pflanzen- und Tierzeichnungen der Geschwister Breyne u.a. Danzig 1736. (Digitalisat)

Belege

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