mini|hochkant=1.2|Dorfkirche Bentwisch Die evangelische Dorfkirche Bentwisch ist eine neugotische Saalkirche in Bentwisch, einem Ortsteil der Stadt Wittenberge im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Prignitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Lage Die Dorfstraße führt von Nordwesten kommend in südöstlicher Richtung als zentrale Verbindungsstraße durch den Ort. Sie spannt im Dorfzentrum einen Dorfanger auf, auf dem die Kirche steht. Das Grundstück ist nicht eingefriedet.

Geschichte Bentwisch wurde im Jahr 1345 als in villis Bentewiths erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirchengemeinde Bentwisch ist seit dem 16. Jahrhundert urkundlich belegt und wurde in den Jahren 1542, 1653, 1791 und 1995 erwähnt. Ursprünglich gehörte sie zum Kirchenkreis Perleberg, wechselte 1958 in den Kirchenkreis Wittenberge und ist seit 1967 Teil des Kirchenkreises Perleberg‑Wittenberge. Zur Pfarrei waren seit 1558 und 1653 sowie erneut 1995 der Ort Motrich eingekircht, seit 1995 auch Lindenberg. Das Pfarramt Bentwisch verwaltete darüber hinaus den Pfarrsprengel Cumlosen mit der Kirchengemeinde Wentdorf.

Das Kirchenpatronat lag 1542 bei den adligen Familien von Moltzan und von Retzdorf auf Neuburg sowie von Platen auf Quitzow und Mesendorf. Im Jahr 1860 wurde es von den Gütern Weisen I und II, Klein Breese, Neuburg, Kuhwinkel und Mesendorf ausgeübt.

Zur wirtschaftlichen Ausstattung der Pfarrei gehörten bereits 1542 ein Pfarrhaus, das 1558 mit einem Garten versehen war, sowie Ackerland für eine Aussaat von fünf bis sechs Scheffeln (1558 konkret Roggen, vier Scheffel Gerste und fünf Scheffel Hafer). Hinzu kamen Wiesen mit einem Ertrag von vier bis sechs Fudern Heu sowie freie Holznutzungsrechte, die 1581 als Holzkavel bezeichnet wurden. An regelmäßigen Einkünften erhielt die Pfarrei 1542 von der Bauerngemeinde 11½ Wispel Roggen, 1581 zusätzlich neun Scheffel Gerste, sowie acht Scheffel Roggen von Koppe Krüger zu Sükow. Die Gemeinde zählte 1542 etwa 100 Kommunikanten.

Ein Küster ist für 1542 und 1581 noch nicht nachweisbar, wird jedoch um 1600 erstmals erwähnt. Seine Entlohnung bestand in Naturalabgaben: ein Viertel Roggen vom Hof sowie ein halbes Viertel Roggen vom Kossäten. Auch die Kirche selbst verfügte über eigenen Besitz, darunter Ackerland für zwei Scheffel Aussaat und 1581 zusätzlich eine Wiese.Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (= Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 36

Im Mittelalter stand im Dorf bereits eine Kirche, von der jedoch nichts mehr vorhanden ist. Im Jahr 1852 gab es eine Fachwerkkirche mit Ziegeldach, die 1875 durch den heute noch vorhandenen Neubau ersetzt wurde. Der Kirchenturm wurde 1996 umfassend saniert.

Baubeschreibung mini|Ansicht von Osten Das Bauwerk entstand im Wesentlichen aus rötlichem Backstein auf einem schmalen Sockel aus Feldstein. Der Chor ist polygonal ausgeführt und gegenüber dem Kirchenschiff leicht eingezogen. In der südlichen, der südwestlichen und südöstlichen Wand befindet sich je ein spitzbogenförmiges Fenster. Oberhalb der fünfseitigen Apsis ist ein schlichtes Schieferdach.

Daran schließt sich nach Westen das Kirchenschiff an. Es hat einen rechteckigen Grundriss und verfügt an der West- und Ostseite des Langhauses über je vier spitzbogenförmige Fenster. Der Zugang erfolgt durch einen kleinen Anbau an der Nordseite. Die Ecken des Bauwerks sind mit kleinen Fialen verziert; der Giebel wird durch ein Kreuz verziert.

Der viergeschossige, 30 Meter hohe Kirchturm hat einen quadratischen Grundriss und ist gegenüber dem Schiff stark eingezogen. Unterhalb des Glockengeschosses befindet sich an jeder Seite ein ebenfalls spitzbogenförmiges Fenster. Darüber befindet sich an der West- und Ostseite je eine Turmuhr, während an den beiden anderen Seiten jeweils Schallöffnungen vorgesehen wurden. Oberhalb erhebt sich der mit Schiefer gedeckte Turm, der mit einer Turmkugel und Wetterfahne abschließt.

Ausstattung Die Kirchenausstattung wird von der Kirchengemeinde als „sehr schlicht“ beschrieben. Der Altar ist mit einem Gemälde ausgestattet, das die Auferstehung Jesu zeigt. Eine Holzplastik des Christophorus stammt vermutlich aus der Vorgängerkirche. Die Orgel errichtete die Firma Dinse um 1890.Ev. Kirche Bentwisch, Webseite des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, abgerufen am 28. Juni 2026. Das Instrument wurde 2021 restauriert.150 Jahre Kirche und 125 Jahre Orgel: Bentwisch feierte Doppeljubiläum, Webseite der Stadt Wittenberge, abgerufen am 28. Juni 2026. Zwei Tafeln erinnern an die Gefallenen der Befreiungskriege sowie des Deutsch-Französischen Krieges, eine weitere Tafel zusätzlich auch an die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg. Eine weitere Gedenktafel erinnert an die Gefallenen aus dem Deutsch-Französischen Krieg, die aus Motrich stammen.Bentwisch, Stadt Wittenberge, Landkreis Prignitz, Brandenburg, Webseite Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, abgerufen am 28. Juni 2026. Im Turm hängt eine Glocke aus dem Jahr 1617.

Weblinks

Die Kirche in Bentwisch, Webseite des Kirchenkreises Prignitz, abgerufen am 28. Juni 2026.

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Prignitz Dorfkirche Bentwisch Dorfkirche Bentwisch Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Prignitz Kategorie:Saalkirche in Brandenburg Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Brandenburg Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren