Die argentinisch-guinea-bissauischen Beziehungen beschreiben das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen Argentinien und Guinea-Bissau. Sie unterhalten seit 1974 diplomatische Beziehungen.

Ihr Verhältnis gilt als freundschaftlich, aber noch wenig entwickelt auf Grund der anhaltenden innenpolitischen Krisen Guinea-Bissaus, das daher auch nur selten außenpolitische Initiativen bisher entwickeln konnte. Beide Staaten arbeiten in einer Reihe multilateraler Gremien zusammen, darunter die Lateinischen Union, die Südatlantische Zone des Friedens und der Zusammenarbeit (ZPCAS), die Welthandelsorganisation, die UNO und einige der UN-Sonderorganisationen, u. a.

Auch ein wenig Handel und Austausch in Sport und Kultur gehören zu ihren Beziehungen. Seit 2018 hat Argentinien zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder, zu deren Gründungsmitgliedern Guineas-Bissau gehört.

Bis zur Unabhängigkeit Guinea-Bissaus 1974 bestimmten die argentinisch-portugiesischen Beziehungen ihr Verhältnis.

Geschichte mini|hochkant|Brasiliens Präsident Fernando Henrique Cardoso spricht auf dem ZPCAS-Gipfel 2007: Argentinien und Guinea-Bissau arbeiten in einigen internationalen Institutionen zusammen. Nach der Ankunft der portugiesischen Seefahrer im 15. Jh. wurde Guinea-Bissau portugiesische Kolonie, während Argentinien seit dem frühen 16. Jh. spanische Kolonie wurde.

Argentinien wurde 1816 von Spanien unabhängig, während Guinea-Bissau bis 1973 seine Unabhängigkeit erkämpfte und nach der antikolonialen portugiesischen Nelkenrevolution 1974 vollends von Portugal unabhängig wurde. Am 13. Juni 1974 erkannte Argentinien die unabhängige Republik Guinea-Bissau an.Pressemitteilung zur Anerkennung Guinea-Bissaus, Bibliothek der Vertragsdokumente des Außenministerium Argentiniens, abgerufen am 28. Juni 2026

Im Oktober 1991 kam Guinea-Bissaus Staatspräsident João Bernardo Vieira zum Staatsbesuch nach Argentinien, wo beide Seiten ein Handelsabkommen und ein Abkommen über wissenschaftliche, technische und kulturelle Zusammenarbeit schlossen, zudem gaben sie eine gemeinsame Erklärung zu den freundschaftlichen Beziehungen ihrer Länder ab.

Auf Grund der seither folgenden innenpolitischen Krisen in Guinea-Bissau, die sowohl die politische Stabilität als auch die wirtschaftliche Entwicklung behinderten, kam es danach zu keiner wesentlichen Annäherung beider Staaten.

Diplomatie Argentinien führt keine eigene Botschaft in Guinea-Bissau, zuständig ist die argentinische Botschaft in Nigeria. Auch argentinische Konsulate sind dort nicht eingerichtet.Botschaften und Konsulate Argentiniens weltweit (unter Auswahlpunkt "Guinea-Bissau"), Außenministerium Argentiniens, abgerufen am 28. Juni 2026

Guinea-Bissau hat ebenfalls keine eigene Botschaft in Argentinien eröffnet, zuständig ist die guinea-bissauische Botschaft in Brasilien. Konsulate hat das Land dort ebenfalls keine eingerichtet (alles Stand Mai 2026).

Wirtschaft Der bilaterale Handel ist schwach ausgebildet, begrenzt vor allem durch den kleinen Binnenmarkt und der schwach entwickelten Wirtschaft Guinea-Bissaus.

Im Jahr 2024 betrug ihr Handelsvolumen etwa 143.000 US-Dollar, mit einem massiven Handelsbilanzüberschuss von gut 114.000 US-Dollar zu Gunsten Argentiniens. Dabei exportierte Argentinien Waren im Wert von 128.000 US-Dollar nach Guinea-Bissau, ausschließlich Geflügelfleisch. Im Gegenzug führte Guinea-Bissau Waren im Wert von 14.200 US-Dollar nach Argentinien aus, ganz überwiegend Zentrifugen.Zahlen zum argentinisch-guinea-bissauischen Handel des Observatory of Economic Complexity (OEC), abgerufen am 28. Juni 2026

Sport Sportler beider Länder begegnen sich regelmäßig bei internationalen Veranstaltungen. Fußball ist dabei in beiden Ländern der beliebteste Sport.

Die Argentinische und die Guinea-bissauische Fußballnationalmannschaft der Männer sind bislang aber noch nicht aufeinander getroffen, auch die Argentinische und die Guinea-bissauische Fußballnationalmannschaft der Frauen nicht (alles Stand Mai 2026).

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