Frances Jean Miles Westwood (* 22. November 1923 in Price, Utah; † 18. August 1997 in American Fork, Utah) war eine US-amerikanische Unternehmerin und Politikerin der Demokratischen Partei, die unter anderem 1972 als erste Frau kurzzeitig Vorsitzende des Democratic National Committee (DNC) war.

Leben Frances Jean Miles, Tochter von Francis Marion Miles und Nettie Potter Miles, heiratete am 6. September 1941 Richard Elwyn Westwood und arbeitete während des Zweiten Weltkrieges zwischen 1942 und 1945 als Produktionskontrolleurin bei der Consolidated Vultee Aircraft Corporation in San Diego. 1946 gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann in West Jordan die Westwood Mink Farms, eine Pelztierfarm für Amerikanische Nerze, und blieb bis 1973 deren persönlich haftende Gesellschafterin. Zu Beginn der 1960er Jahre begann sie ihr politisches Engagement für die Demokratische Partei und war Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der demokratischen Parteikomitees auf Bundesstaats- und lokaler Ebene in Arizona und Utah. Sie war zwischen 1964 und 1976 für Utah Mitglied im Democratic National Committee (DNC), dem nationalen Organisationsgremium der Demokratischen Partei, und seit 1964 auch Beraterin für Wahlkämpfe auf Bundesstaats- und Kommunalebene in Arizona und Utah. Sie war ferner 20 Jahre lang von 1964 bis 1984 Delegierte zu den Democratic National Conventions, den Parteitagen der Demokratischen Partei, die im Turnus von vier Jahren stattfinden und während dieser Versammlungen den Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei nominieren sowie ein Parteiprogramm festlegen. Darüber hinaus war sie zwischen 1964 und 1966 Mitarbeiterin für Gesetzgebungsfragen im Büro von David S. King, der für Utah Mitglied des US-Repräsentantenhauses war.

Während Jean Westwood von 1971 bis 1972 Co-Vorsitzende und Direktorin für die westlichen Bundesstaaten der Präsidentschaftskampagne von George McGovern war, wurde sie als Nachfolgerin von Larry O’Brien als erste Frau Vorsitzende des Democratic National Committee (DNC) und bekleidete diese Funktion bis zur Niederlage von George McGovern bei der Präsidentschaftswahl am 7. November 1972, woraufhin Robert Schwarz Strauss neuer Vorsitzender des DNC wurde. Sie lehrte zwischen 1973 und 1980 als Dozentin bei der Program Corporation American in New York City und war zudem seit 1974 persönlich haftende Gesellschafterin von Westwood Investments in Phoenix. Nachdem sie zwischen 1975 und 1976 Direktorin der Präsidentschaftskampagne von Terry Sanford gewesen war, wurde sie 1977 Vizepräsidentin von „Americans for Democratic Action“ (ADA), einer liberalen politischen Organisation, die sich für progressive politische Maßnahmen einsetzt, und war von 1978 bis 1986 während der Amtszeit von Gouverneur Bruce Babbitt Mitglied des Beirats des Wirtschaftsministeriums von Arizona (Department of Commerce). Im Anschluss fungierte sie zwischen 1986 und 1988 als Co-Vorsitzende der Präsidentschaftskampagne von Bruce Babbitt und war seit 1986 auch Präsidentin und Geschäftsführerin (CEO) des „Pinewood Country Club, Inc.“ in Phoenix. Sie engagierte sich des Weiteren außerdem in verschiedenen Funktionen für den „National Women’s Political Caucus“ (NWPC), bei „Women in Communications“, die „Arizona History Society“, die Naturschutzorganisationen „The Nature Conservancy“ (TNC) und „The Wilderness Society“ sowie den „Mount Shadows Country Club“. Darüber hinaus wurde sie zuletzt 1989 noch Mitglied der Umweltkommission von Arizona (Commission on the Environment). Aus ihrer Ehe mit Richard Elwyn Westwood gingen die beiden Kinder Richard Elwyn Westwood, Jr. und Beth Davies Westwood hervor.

Veröffentlichung Madame chair. The political autobiography of an unintentional pioneer, Utah State University Press, Logan 2007, ISBN 978-0-87421-6-615

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