mini|Der beobachtete Traum, 84 x 93, Acryl, 1998|282x282pxHans Niklaus (* 23. August 1934 in Halle/Saale; † 1. Mai 2013 in Nürnberg) war ein deutscher Maler.

Leben und Werk Nach seinem Schulabschluss begann er 14-jährig, im Jahre 1949, eine Lithographenlehre (1949–1952) und flüchtete im Jahre 1954 mittel- und besitzlos in die Bundesrepublik. Seit 1955 lebte er in Nürnberg. Nach kurzer Umschulung als Tiefdruckretuscheur in der Druckerei Maul & Co. in Nürnberg war er parallel zu seinem Beruf von 1956 bis 1965 Schüler des Dürerpreisträgers Georg Weidenbacher. Dieser hatte 1945 an der Berufsoberschule Nürnberg eine „Lehrklasse für Akt und Studienkopf“ übernommen.

1966 heiratete er in Nürnberg die Malerin Jo Niklaus. Neben seiner Tätigkeit als Tiefdruckretuscheur führte ein Leben als Maler-Autodidakt und war ab 1991 als freischaffender Maler und Zeichner tätig. Seither nahm er alljährlich mit seiner Frau und Künstlerkollegen u. a. mit Wolfgang Harms, Michael Lassel, Jürgen Dressel an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teil.

In der Malerei war sein Ziel einen dreidimensionalem Eindruck zu erreichen - hier orientierte er sich an den Alten Meister und blieb von zeitgenössischen Einflüssen frei. Neben surrealen Bildinhalten hat er sich später auch dem Trompe-l’œil und dem Phantastischen Realismus genähert. Seine frühen Arbeiten zeigen u. a. Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen und existentiellen Problemen. Lebenserfahrung förderte später die Gewissheit, dass diese von der Kunst nicht gelöst werden können. Dieser Erkenntnis folgte die Hinwendung zu einer ideologiefreieren, neutraleren Kunst. Seine Gemälde malte er in Acryl auf mehrmals grundierte Leinwände, die zuvor auf Hartfaser, später auf MDF-Platten aufkaschiert wurden. Für Bleistiftzeichnungen bevorzugte er meist Büttenkarton. mini|Ein Fach ist noch frei, 44 x 93, Acryl, 2006|330x330px Neben der Malerei sammelte er Conchylien (Muscheln und Schnecken) und baute eine wissenschaftliche Sammlung auf. Seine Conchyliensammlung umfasst ca. 6.500 Exemplare, darunter ca. 2.700 verschiedene Arten. Viele Exemplare wurden so zum Beiwerk oder zum Inhalt seiner Arbeiten. Im Jahre 2016 wurden seine Gemälde "Conchyliensammlung Hans Niklaus" im Naturhistorischen Museum Nürnberg im Zusammenklang mit in Vitrinen ausgestellten Exemplaren ausgestellt. Seine naturwissenschaftliche Sammlung befindet sich inzwischen im Besitz des Naturhistorischen Museum Nürnberg.

Ausstellungen (Auswahl) Die Ausstellungen wurden vor der Digitalisierung in Ausstellungskatalogen erfasst, die in der Bayerischen Staatsbibliothek archiviert sind. 2004 Labyrinthe & Irrgärten, Schloß Honhardt, Frankenhardt 2005 Trompe-l´oeil, Galerie Pichelbauer, Mödling (Österreich) 2007 Den alten Meistern verpflichtet, Villa Augusta, Roth 2007 Scheinwelten – Augentäuschung in der Malerei der Gegenwart, Werke von Jürgen Dressel, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Jo Niklaus, Hans Niklaus, Stadtmuseum Fembohaus, Nürnberg 2009/2010 Der verführte Betrachter, Werke von Jürgen Dressel, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Joachim Lehrer, Jo Niklaus, Hans Niklaus, Wasserschloß Bad Rappenau 2010 Illusion der Wirklichkeit, Werke von M. Engelhardt, W. Harms, M. Lassel, Jo Niklaus, Hans Niklaus, Villa Augusta, Roth 2011 Trompe-l´oeil, Museumsgalerie des Phantastenmuseum im Palais Palffy, Wien. 2013 Augenlust – Wenn Kunst von Können kommt, Trierenberg Art, Traun/Österreich 2016 Kunst & Natur - Werke und Conchyliensammlung des Nürnberger Malers Hans Niklaus, Naturhistorisches Museum Nürnberg 2017 Gemalte Illusionen, Kulturscheune-Altstadtfreunde Nürnberg 2023 Made in Nürnberg, Werke von W. Harms, Jo Niklaus, Hans Niklaus, 4614 Galerie Marchtrenk, Marchtrenk/Österreich. 2025 GRÜN, Rathaus Kitzingen

Literatur Gerhard Habarta: Lexikon der phantastischen Künstlerinnen und Künstler…. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-8427-6.

Weblinks

Website Atelier Niklaus Virtuelles Museum Nürnberger Kunst: Hans Niklaus

Einzelnachweise

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