mini|Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt Papendorf ist eine mittelalterliche Wüstung südwestlich von Bad Belzig im heutigen Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 312)
Lage Die ehemalige Dorfstelle lag westlich der Burg Belzig auf einer Anhöhe zwischen der Straße nach Wiesenburg/Mark und dem Weg nach Borne. Zahlreiche Bodenfunde weisen auf eine intensive frühere Nutzung hin; der Flurname Papendorf hat sich bis ins 19. Jahrhundert erhalten.
Geschichte und Etymologie Etymologie Papendorf ist in den Quellen wie folgt belegt: 1348 als villam Papendorp und 1541 als wüsten dorpstette Pappendorff. Der Name leitet sich von mittelniederdeutschen pape für Pfaffe, WeltgeistlicherReinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 128, ISBN 3-937233-17-2. ab und weist darauf hin, dass das Dorf mit der Pfarre in Bad Belzig vereinigt war.
Geschichte Bis 1348 unterstand Papendorf der Landesherrschaft des Herzogs von Sachsen-Wittenberg. Ab 1348 bis 1872 gehörte die wüste Feldmark der Pfarre zu Belzig.
Papendorf war 1348 bereits zerstört und wurde der Überlieferung nach schon 1323 wüst. Das Dorf wurde der Pfarre Belzig übereignet, den Einwohnern von Belzig jedoch gegen Getreide- und Geldzinsen zur Nutzung überlassen. Im Jahr 1506 entrichteten Belziger Einwohner Zinsen aus Rechten und Besitzungen in Papendorf, darunter ein Wort, mehrere Gärten, die Dorfstätte sowie mehrere wüste Hufen. Im Jahr 1542 wurden auf der wüsten Feldmark 15 Hufen, drei Gärten und ein Wort von Einwohnern aus Belzig genutzt. 1565 bewirtschafteten fünf Einwohner aus Sandberg Hufen und einen Garten in Papendorf. 1591 bestanden 16 Hufen, die vollständig von Belzig genutzt wurden; derselbe Zustand bestand auch 1718. 1591 war der Pfarrer zu Belzig Lehnsherr über die gesamte wüste Feldmark Papendorf. Die kirchlichen Einkünfte bestanden vor allem aus Natural- und Geldabgaben der nutzungsberechtigten Einwohner.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 313)
Im Jahr 1764 wurden ein Dreihufner, zwei Eineinviertelhufner, drei Einhalbhufner, ein Einviertelhufner und zwei Einachtelhufner gezählt, zusammen 7½ Hufen. Die Nutzung umfasste Ackerland mit festgelegter Aussaat, Koppeln, Mahlland und sieben Morgen Wiesen, überwiegend durch Belziger Einwohner. Im Jahr 1809 umfasste die wüste Feldmark Papendorf 16 Hufen. Davon nutzte die Stadt Belzig 7½ Hufen in unterschiedlichen Anteilen; weitere 8½ Hufen wurden von umliegenden Dörfern bewirtschaftet. In der Folge ging die Feldmark vollständig in der Stadtfeldmark von Belzig auf und wurde nicht wieder besiedelt.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 312 und 313)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1348 Kategorie:Geographie (Bad Belzig)