mini|Musée Denys-Puech in Rodez, Aveyron, Frankreich mini Das Musée Denys-Puech, auch Musée des Beaux-Arts Denys-Puech genannt, ist ein Kunstmuseum in Rodez, einer Stadt im Süden Frankreichs im Département Aveyron in der Region Okzitanien. Es wurde auf Initiative des Bildhauers Denys Puech (1854–1942) gegründet und im Jahr 1910 eröffnet. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf Skulpturen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Es trägt das staatliche Gütesiegel Musée de France. In touristischen und kulturellen Veröffentlichungen wird es wiederholt als Museum im Taschenformat (musée de poche) beschrieben, das sich der Skulptur in all ihren Erscheinungsformen widmet. Zusammen mit dem Musée Fenaille und dem Musée Soulages gehört das Musée Denys-Puech zu den drei städtischen Museen von Rodez.
Geschichte
Ab 1903 verfolgte der Bildhauer Denys Puech den Plan, in Rodez ein Denkmal aveyronnischer Kunst zu errichten. Nachdem er der Stadt Rodez einen umfangreichen Bestand an Skulpturen und Zeichnungen aus eigenem Besitz geschenkt hatte, gewann er seine Freunde, den orientalistischen Maler Maurice Bompard (1857–1936) und den Grafiker Eugène Viala (1858–1913), dafür, ebenfalls Werke zur Gründung der Sammlung zu stiften. Die Grundsteinlegung des Museumsgebäudes erfolgte am 26. April 1908 unter der Leitung des Architekten André Boyer (1882–1953), der auf Empfehlung von Denys Puech als Departementsarchitekt tätig war. An der bildhauerischen Ausschmückung des Gebäudes wirkte der aus der Region Aveyron stammende Bildhauer François Cogné mit, der ein Schüler von Denys Puech und Louis-Ernest Barrias war. Architektur mini|Musée Denys-Puech (Saal F)
Das Gebäude besitzt im Erdgeschoss eine durch große, verglaste Öffnungen gegliederte Fassade, die für eine helle Beleuchtung der dort ausgestellten Skulpturen sorgt. Eine monumentale Treppe führt in das Obergeschoss, das ursprünglich für die Präsentation der Gemäldesammlung vorgesehen war. Im Zuge einer Renovierung in den 1980er Jahren wurden an den seitlichen Giebelfassaden zwei künstlerische Interventionen des Künstlers François Morellet umgesetzt. 1989 fügte Morellet auf der Nord- und der Südfassade einfache geometrische Formen – einen Kreis und ein Quadrat – aus denselben Materialien wie der ursprüngliche Bau von André Boyer hinzu. Diese sogenannten Intégrations sind nur aus einem bestimmten Blickwinkel sichtbar und verschmelzen aus anderen Perspektiven mit der Architektur des Gebäudes.
Seit der Errichtung des Museums waren an der Fassade Konsolen vorgesehen, die ursprünglich Büsten bedeutender Persönlichkeiten tragen sollten, jedoch zunächst unbesetzt blieben. Im Jahr 2005 realisierte der aus dem Aveyron stammende Künstler Aurèle Ricard, genannt Aurèle LostDog im Rahmen einer vom Museum initiierten öffentlichen Auftragsarbeit sechs bronzene Darstellungen von Bullterriern. Diese sind in der von Ricard verwendeten Farbe International Aurèle Yellow lackiert und seitdem auf den Konsolen angebracht. Die Werkgruppe trägt den Titel Hommage à Antonin Artaud.
Sammlung mini|Musée Denys-Puech (Saal G) Die ständige Sammlung des Museums umfasst rund 1400 Werke. Den Kern der Sammlung bildet der Werkbestand von Denys Puech: Das Museum besitzt 306 Werke des Bildhauers, die meisten davon sind Schenkungen des Künstlers selbst, wie aus der Datenbank Museofile des französischen Kulturministeriums hervorgeht. Dieser Werkstattbestand erlaubt die Darstellung sämtlicher Entstehungsstufen einer Skulptur, von der vorbereitenden Zeichnung über Terrakotta-Skizzen und Gipsmodelle bis hin zu Bronzegüssen.
Zur Sammlung gehören außerdem Werke des Grafikers Eugène Viala und des Malers Maurice Bompard sowie weiterer Künstler aus der Region. Daneben verfügt das Museum über einen Bestand älterer Gemälde der französischen, flämischen und niederländischen Schulen, der auf eine Schenkung von Gibert (donation Gibert) zurückgeht. Zu den ausgestellten Werken zählen unter anderem die Skulpturen La Muse d’André Chénier (1887) und La Sirène (1888) sowie das Bildnis Madame Cauvin, genannt Citoyenne Sorgue (1897) von Denys Puech und das Gemälde Ouled Naïl de Souskra (1898) von Maurice Bompard. Seit 1987 werden zudem regelmäßig Werke und Installationen zeitgenössischer Künstler im Rahmen von Wechselausstellungen präsentiert.
Weblinks
Offizielle Website des Musée Denys-Puech Eintrag bei Musées Occitanie Eintrag in der Datenbank Museofile des französischen Kulturministeriums
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstmuseum in Frankreich Kategorie:Kunstmuseum (Bildhauerei) Kategorie:Rodez Kategorie:Organisation (Département Aveyron) Kategorie:Museumsgründung 1910