mini|Wim Gerhard Quist (1973) Wim Gerhard Quist (* 27. Oktober 1930 in Amsterdam; † 9. Juli 2022 ebenda) war ein einflussreicher niederländischer Architekt des späten 20. Jahrhunderts. Sein Werk wird der funktionalistischen Moderne zugerechnet und zeichnet sich durch strenge geometrische Formen sowie den Verzicht auf überflüssiges Dekor aus. Quist erlangte große Bekanntheit durch seine markanten Industrie-, Kultur- und Bürogebäude, die das Stadtbild des modernen Rotterdam maßgeblich prägten. Neben seiner praktischen Entwurfstätigkeit gab er sein Wissen als Hochschullehrer und als dritter Rijksbouwmeester (oberster Regierungsarchitekt) der Niederlande an die nächste Generation weiter.

Leben Quist absolvierte seine Architekturausbildung an der Akademie für Baukunst (Academie van Bouwkunst) in Amsterdam, die er 1960 erfolgreich abschloss. Bereits während seiner Studienzeit errang er 1958 den renommierten Architekturpreis Prix de Rome.

Unmittelbar nach seinem Abschluss gründete er im Jahr 1960 sein eigenes Architekturbüro in Rotterdam. Seine Karriere startete furios mit der Beauftragung für die Trinkwasseraufbereitungsanlage Berenplaat, die zu einem Meilenstein moderner Industrie- und Infrastrukturarchitektur wurde. In den Folgejahrzehnten entwickelte sich Quist zu einer zentralen Figur beim Wiederaufbau und der Modernisierung Rotterdams. Neben seiner Entwurfstätigkeit übernahm er von 1968 bis 1975 eine Professur an der Technischen Universität Eindhoven. Seine gesellschaftliche Relevanz manifestierte sich zudem in seiner Berufung zum Rijksbouwmeester der Niederlande, ein Amt, das er von 1975 bis 1979 bekleidete. In dieser Phase beriet er auch den Staat bei Großprojekten im Rahmen der Deltawerke.

Ab 1995 schloss er sich mit Paul und Frank Wintermans zu Quist Wintermans Architekten zusammen. Nach Meinungsverschiedenheiten über die künftige gestalterische Ausrichtung des Büros zog sich Quist im Jahr 2003 aus dem aktiven Berufsleben zurück. Er verstarb im Juli 2022 im Alter von 91 Jahren in seiner Geburtsstadt Amsterdam.

Werk Sein architektonischer Ansatz basierte auf einer von ihm so benannten „humanen, bildnerischen Logik“, bei der das Zusammenspiel aus Konstruktion, geometrischen Grundformen (Rechtecke, Dreiecke, Kreise) und dem Umgebungsbezug die zentrale Rolle spielte. Zu seinen wichtigsten Realisierungen gehören:

mini|Luftbild der Trinkwasseraufbereitungs-anlage Berenplaat (1984) 1965: Trinkwasseraufbereitungsanlage Berenplaat, Rotterdam 1970: Wassertürme, Eindhoven 1976: Verwaltungsgebäude der Suiker Unie, Breda 1977: Neuer Ausstellungsflügel für das Kröller-Müller Museum, Otterlo 1985: Bildungsmuseum Museon und Omniversum-Kino, Den Haag 1986: Maritiem Museum, Rotterdam 1986: Sturmflutwehr Oosterscheldekering (Formgebung der Pfeiler) und Dienstgebäude „Ir. J.W. Topshuis“, Neeltje Jans mini|Uyllanderbrug 1988: Theater Rotterdamse Schouwburg, Rotterdam 1988: Bürogebäude Willemswerf, Rotterdam 1994: Museum Beelden aan Zee, Scheveningen 1995: Cobra Museum für Moderne Kunst, Amstelveen20 2014: Uyllanderbrug (Straßenbrücke), Amsterdam-Rijnkanaal

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Niederlande) Kategorie:Stadtplaner (Niederlande) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Eindhoven) Kategorie:Wim Quist Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann