Blood, Sweat & Tears ist das zweite Album der Jazzrock-Band Blood, Sweat & Tears. Die 1968 live im Cafe Au Go Go, New York City entstandenen Aufnahmen erschienen im Dezember 1968 auf Columbia Records. Das Album erhielt 1970 den Grammy Award für das Album des Jahres bei den Grammy Awards 1970, außerdem Fred Lipsius für „Spinning Wheel“ in der Kategorie Bestes Arrangement mit Gesangsbegleitung.
Hintergrund Die Besetzung von Blood, Sweat & Tears, die dieses selbstbetitelte zweite Album aufnahm, bestand aus fünf der acht Originalmitglieder und vier Neuzugängen, darunter der Leadsänger David Clayton-Thomas. Das war nach Einschätzung von William Ruhlmann (Allmusic) eine andere Band als jene, die das Debütalbum „Child Is Father to the Man“ eingespielt hatte. Letzteres entstand größtenteils unter der Leitung von Sänger, Songwriter, Keyboarder und Arrangeur Al Kooper, der aber die Band danach verlassen hatte. Kooper war dann noch als Arrangeur an zwei Titeln des zweiten Albums beteiligt, darunter der erste Hit „You’ve Made Me So Very Happy“.
Das im Januar 1969 erschienene Album Blood, Sweat & Tears war sanfter und melodischer als sein Vorgänger, notierte Bruce Eder. Ebenso wichtig war, dass die für die Singles-Auskopplung vorgesehenen Songs des Albums gekürzt wurden, wobei die Soloparts der Jazzmusiker entfernt wurden. „You’ve Made Me So Very Happy“ stieg auf Platz zwei der US-Charts und katapultierte das Album an die Spitze der LP-Charts. Es folgten „Spinning Wheel“ mit der B-Seite „More and More“ und „And When I Die“. Die LP gewann 1970 außerdem den Grammy Award als „Album des Jahres“ und verkaufte sich drei Millionen Mal.
Titelliste Blood, Sweat & Tears: Blood, Sweat & Tears (CBS S 63504) A1 Variations on a Theme by Erik Satie (1st and 2nd Movements) (Erik Satie) 2:33 A2 Smiling Phases (Chris Wood, Jim Capaldi, Steve Winwood) 5:08 A3 Sometimes in Winter (Steve Katz) 3:08 A4 More and More (Morris Dollison, Virginia Bland) 3:03 A5 And When I Die (Laura Nyro) 4:04 A6 God Bless the Child (Arthur Herzog Jr., Billie Holiday) 5:57 B1 Spinning Wheel (D. C. Thomas) 4:06 B2 You’ve Made Me So Very Happy (Berry Gordy Jr., Brenda Holloway, Frank Wilson, Patrice Holloway) 4:18 B3 Blues – Part II (David Clayton-Thomas (Text), Blood, Sweat & Tears (Musik)) 11:55 B4 Variation on a Theme by Erik Satie (1st Movement) (Erik Satie) 1:37
Rezeption William Ruhlmann verlieh dem Album in Allmusic die Höchstbewertung von fünf Sternen und schrieb, der Unterschied zwischen Blood, Sweat & Tears und dem Vorgängeralbum Child Is Father to the Man liege im Unterschied zwischen einem Verkaufsschlager und einem Album, das „nur“ ein großer Kritikererfolg war. Es gebe zwar gewisse Ähnlichkeiten zum Debütalbum: Die musikalische Mischung aus Klassik, Jazz und Rockmusik sei weiterhin präsent gewesen, und das Zusammenspiel von Bläsern und Keyboards nach wie vor vorhanden, auch wenn diese Instrumente von anderen Musikern gespielt wurden. Doch die zweite Besetzung von Blood, Sweat & Tears unter der Ägide des Produzenten James William Guercio sei weniger experimentierfreudig und, mit Clayton-Thomas als Frontmann, deutlich kommerzieller orientiert. Das Album habe nicht nur drei Songs enthalten, die als Singles die Spitze der Charts erreichten – „Happy“, „Spinning Wheel“ und „And When I Die“ –, sondern klinge insgesamt, inklusive einer Neuinterpretation von „God Bless the Child“ und der radikalen Überarbeitung von Traffics „Smiling Phases“, wunderbar eingängig. Es sei ein Repertoire, auf dem man eine Karriere aufbauen konnte, und genau das hätten Blood, Sweat & Tears auch getan, obwohl sie nie wieder an den Erfolg dieses Albums anknüpfen konnten.
Das [zweite] Album von Blood, Sweat & Tears sei ein Paradebeispiel für ein Rockalbum, das besonders angestrengt [wirke], schrieb Jon Landau 1969 im Rolling Stone. Zwar erinnere der Grundstil der Band stellenweise an Rock ’n’ Roll, doch wird der Hörer häufiger mit ungewohnten Arrangements, Soli und Elementen konfrontiert, die nicht typisch für Rock sind – allesamt Signale, die ihm vermitteln, dass hier etwas ganz anderes vor sich geht. Die naheliegende Schlussfolgerung: Wir hören etwas Neues: „Rock trifft auf Jazz, Rock trifft auf Soul usw.“ Doch B, S & T würden „Musik mit Bindestrich“ spielen: erst Folk, dann Jazz, dann Latin usw. Doch die Stile existierten auf ihrem Album nebeneinander, würden aber nie zu einem einzigen verschmelzen. Vielleicht hätten sie gedacht, es wäre besser, die Integrität jedes Stils zu bewahren und sie zu kombinieren, ohne sie zu vermischen. Leider führe ein solcher Ansatz nur zu einem künstlich zusammengewürfelten Stil-Pastiche. Die Elemente ihrer Arrangements hätten oft kaum musikalischen Bezug zueinander. „Der Hörer reagiert auf die Illusion, etwas Neues zu hören, während er in Wirklichkeit mittelmäßigen Rock, mittelmäßigen Jazz usw. hört, der gekünstelt und ziellos zusammengewürfelt wurde.“ Auf ihrem ersten Album hätten B, S & T ihr Material (das in Form von Songs von Al Koopers deutlich besser gewesen sei als das neue Material) auf wunderbare Weise beherrscht. Hier seien sie zu sehr darauf bedacht zu beweisen, dass sie das erste Album übertreffen können, und ließen sich am Ende vom Material beherrschen.
Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen
Auszeichnungen für Musikverkäufe
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Fusion) Kategorie:Album 1968 Kategorie:Livealbum Kategorie:Nummer-eins-Album Kategorie:Mehrfach-Platin-Album (Vereinigte Staaten)