Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk e. V. (bvpk) ist ein 2007 in Tübingen gegründeter Verein mit Geschäftsstelle in Berlin. In ihm schließen sich Personen mit Interesse an Pyrotechnik und Feuerwerk sowie Hobby- und Berufsfeuerwerker zusammen. Der Verband befasst sich mit fachlichen, rechtlichen, umweltbezogenen und sicherheitsrelevanten Fragen im Zusammenhang mit pyrotechnischen Gegenständen und Kunstfeuerwerken.

Ziele und Tätigkeit Der bvpk beschreibt als Ziel den Erhalt und die Weiterentwicklung von Feuerwerk. Er fördert nach eigenen Angaben künstlerische und kulturelle Projekte sowie Forschung. Der bvpk bezeichnet seine Arbeit als Beitrag zu einem faktenbasierten Diskurs über Pyrotechnik und gibt eigene Publikationen heraus.

Der Verband tritt bundesweit in öffentlichen und politischen Debatten zur Regulierung, Durchführung und gesellschaftlichen Einordnung von Feuerwerk auf. Er positioniert sich dabei gegen pauschale Feuerwerksverbote und spricht sich stattdessen für Prävention, Aufklärung und eine konsequente Verfolgung illegaler Verwendung von Pyrotechnik aus.

Organisation und Mitgliedschaft Nach der Satzung kennt der bvpk einfache Mitglieder, aktive Mitglieder, Fördermitglieder und Ehrenmitglieder. Einfaches Mitglied kann jede natürliche Person werden, die die Vereinsziele unterstützt. Aktive Mitglieder können natürliche oder juristische Personen sein, die die Ziele des Vereins in besonderer Weise fördern, etwa durch die Wahrnehmung von Vereinsaufgaben. Fördermitglieder unterstützen den Verein finanziell. Ehrenmitglieder sind natürliche Personen, die von der Mitgliederversammlung ernannt werden.

Der bvpk bietet seinen Mitgliedern gegen einen Zusatzbeitrag eine Haftpflichtversicherung für private Feuerwerke an. Nach Angaben des Verbandes soll diese Haftungsrisiken bei nichtgewerblichen Feuerwerken abdecken und kann unter anderem bei Ausnahmegenehmigungen nach § 24 Abs. 1 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz oder bei Erlaubnissen nach § 27 SprengG von Behörden verlangt werden. Die Inanspruchnahme der Versicherung ist nach Darstellung des bvpk an eine Mitgliedschaft im Verein gebunden.

Öffentlichkeitsarbeit und Positionen Der bvpk wird in regionalen und überregionalen Medien im Zusammenhang mit Debatten über die Regulierung von Feuerwerk, Sicherheitsauflagen und die gesellschaftliche Bedeutung von Feuerwerk erwähnt.

In seinen Stellungnahmen betont der Verband den kulturellen Wert von Feuerwerk und fordert eine stärkere Unterscheidung zwischen legalem Feuerwerk und illegal verwendeter Pyrotechnik. Er fordert außerdem eine bessere bundesweite Datengrundlage zur illegalen Verwendung von Pyrotechnik. Sein Positionspapier zu Silvesterfeuerwerk behandelt unter anderem Gesetzgebung, Feuerwerk als Kulturgut, Gesundheit und den ökologischen Fußabdruck.

Umweltbezogene Positionen In der Debatte über ökologische Auswirkungen von Feuerwerken verweist der bvpk auf die Zusammensetzung und das Absetzverhalten der durch Feuerwerk entstehenden Partikel. Dabei stellt der Verband die vom Umweltbundesamt veröffentlichten Angaben zur Feinstaubmenge durch Silvesterfeuerwerk in den Kontext der Gesamtemissionen.

Zur Abfallvermeidung unterstützt der bvpk die Verwendung biologisch abbaubarer Materialien wie Pappe in pyrotechnischen Gegenständen.

Rechtliche und politische Positionen Der bvpk befasst sich politisch mit Fragen des Sprengstoffrechts und der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz. In Stellungnahmen vertritt er sowohl Belange professioneller Pyrotechniker als auch privater Verwender von Feuerwerk. Der Verband spricht sich gegen die Einfuhr, Verbreitung und Verwendung nicht konformitätsbewerteter beziehungsweise nicht zugelassener pyrotechnischer Gegenstände aus und verweist dabei auf behördliche Prüfverfahren wie die Konformitätsbewertung und die CE-Kennzeichnung.

Im Mai 2026 wandte sich der bvpk nach eigenen Angaben mit einem Schreiben an rund 3000 Vertreterinnen und Vertreter von Städten, Gemeinden und Landkreisen in Deutschland. Anlass war die Diskussion über eine kommunale Öffnungsklausel für Verbote von Silvesterfeuerwerk, vor deren uneinheitlicher Anwendung der Verband warnte.

Überlassungsverbote während der COVID-19-Pandemie In den Jahren 2020 und 2021 kritisierte der bvpk die kurzfristig erlassenen Überlassungsverbote für Silvesterfeuerwerk. Der Verband argumentierte, dass für eine Entlastung von Notfallkliniken durch ein Verkaufsverbot von geprüftem Silvesterfeuerwerk keine belastbare Evidenz vorliege.

In der späteren Debatte verwies der Verband unter anderem auf eine auf Daten des AKTIN-Notaufnahmeregisters beruhende Studie zu Notaufnahmebehandlungen rund um den Jahreswechsel. Außerdem wandte er ein, dass der Diagnoseschlüssel W49.9 keine spezifische Zuordnung zu Feuerwerksunfällen erlaube. Die Forderung der Bundesärztekammer nach einem Verbot privaten Feuerwerks zu Silvester wies der Verband 2026 zurück.

Kulturerbe-Bezug Ein langfristiges Ziel des bvpk ist nach eigenen Angaben die Anerkennung des Handwerks der Kunstfeuerwerkerei in Deutschland als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Der Verband verweist dabei auf pyrotechnische Festtraditionen in anderen Ländern.

Präventionsarbeit Der bvpk beteiligt sich an Schulungen des Projekts C.L.E.V.E.R. (Check Life – Explosionen verursachen ernsthafte Risiken), das im Dezember 2025 mit Workshops im Unfallkrankenhaus Berlin startete. Das Projekt soll Jugendliche für Risiken von Feuerwerk sensibilisieren und einen sicherheitsbewussten Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen vermitteln.

Satirische Kritik am bvpk Der Schauspieler und Influencer Tom Böttcher kritisiert in dem Nachrichtenformat Fun Facts die Positionen des bvpk in satirischer Form.

Weblinks bvpk.org Eintrag im Lobbyregister des Deutschen Bundestages

Einzelnachweise

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