Everitt Lechesa Segoete (geb. 1858 in Morifi – heute Mohale’s Hoek, Kapkolonie; † 7. Februar 1923 in Basutoland) war ein Schriftsteller, Pastor und Lehrer vom Volk der Basotho. Er gilt als einer der ersten Autoren der Literatur in der Sprache Sesotho. Segoete ist vor allem für seinen Roman „Monono ke moholi, ke mouoane“ (1910) und sein zweites Buch „Raphepheng“ (1913) bekannt. Zudem war er der Lehrer des Schriftstellers Thomas Mofolo.

Leben Everitt Lechesa Segoete wurde 1858 in Morifi, dem heutigen Mohale’s Hoek, während des Senekal-Krieges zwischen König Moshoeshoe I. und weißen Siedlern geboren. Seinen Sotho-Namen „Lechesa“, was so viel wie „der Brenner“ oder „der Brennende“ bedeutet, erhielt er aufgrund der Zerstörung von Basotho-Dörfern durch Burenkommandos während des Konflikts. Die Familie zog später nach Maphutseng, wo Segoete eine Schule besuchte, die von Reverend David-Frédéric Ellenberger von der Pariser Evangelischen Mission geleitet wurde. Als Ellenberger nach Masitise zog, folgte ihm Segoete. Er erwarb sein Lehrerdiplom, ging aber anstatt Lehrer zu werden, in die Kapkolonie. Dort sah sich Segoete verschiedenen Herausforderungen gegenüber; Gerüchten zufolge flüchtete er vor der Polizei und entging nur knapp einem Mordanschlag. Diese Ereignisse scheinen seinen Jahre später veröffentlichten Roman inspiriert zu haben.Albert S. Gérard: Four African literatures: Xhosa, Sotho, Zulu, Amharic. University of California Press, Berkeley 1971: S. 133.Nhlanhla Maake: Watermarks in the Sesotho Novels of the Twentieth Century. In: Research in African Literatures. vol. 37, is. 3; 2006: S. 69.

Segoete kehrte daraufhin nach Hause zurück und arbeitete zunächst in der Missionsdruckerei in Morija, bevor er in die Kapkolonie zurückkehrte, um bei einer Zeitung zu arbeiten. Später kehrte er erneut zurück, diesmal in das heutige Basutoland, wo er Schulleiter der Schule in Qomoqomong (heute im Distrikt Quting) wurde. Segoete besuchte das Priesterseminar, das er im April 1896 abschloss und 1899 zum Priester geweiht wurde. Anschließend wirkte er als Pfarrer in Hermone (heute in Mafeteng), dann in Koeneng (heute in Leribe), bevor er schließlich nach Hermone zurückkehrte..

Segoete starb am 7. Februar 1923.

Werk Segoete ist für seine Beiträge zur frühen Sesotho-Literatur bekannt. Im Jahr 1910, zwei Jahre nach dem Erscheinen von Mofolos „Moeti oa bochabela“, veröffentlichte er seinen ersten Roman, Monono ke moholi, ke mouoane, und eine Sammlung religiöser Meditationen, Mefiboshethe kapa pheello ea molimo ho moetsalibe („Mefiboshete oder die Geduld Gottes gegenüber dem Sünder“). Dieses Muster der Produktion weltlicher und religiöser Texte sollte den Rest seiner Karriere prägen.

„Monono ke moholi, ke muouane“ erzählt die Geschichte von „Khitšane“, einem alten Mann, der am Ende seines Lebens eingeführt wird. Khitšane, der vermutlich ein Namensvetter des Autors ist, berichtet seinem Nachbarn „Tim“ von seinem Leben, einschließlich seiner Reise nach Witwatersrand, seiner Bekehrung zum Christentum und seiner Heimkehr. Das Buch entfaltet somit eine moralische Erzählung von Erlösung.

Drei Jahre später verfasste er das kurze Buch „Raphepheng“, welches 1930 in englischer Übersetzung unter dem Untertitel „The Life of the Basotho of Long Ago“ („Das Leben der Basotho in Alter Zeit“) erschien. Zur selben Zeit veröffentlichte er „Moea oa bolisa“ (The Spirit of Pastoralism – Der Geist des Hirtentums), einen weiteren religiösen Text. „Raphepheng“ schildert in der Ich-Perspektive Aspekte des traditionellen Lebens der Basotho. Der titelgebende Erzähler verherrlicht die Vergangenheit und beklagt den Verlust der Tradition.Nhlanhla P. Maake: A Survey of Trends in the Development of African Language Literatures in South Africa: With Specific Reference to Written Southern Sotho Literature c1900-1970s. In: African Languages and Cultures. vol. 5, is. 2; 1992: S. 162.

Nach seinem Tod wurde ein letztes Andachtswerk von Segoete veröffentlicht: Mohlala oa Jesu Kreste („Das Beispiel Jesu Christi“).

Werke Monono ke moholi ke mouoane. Morija Sesuto Book Depot, Morija, Basutoland 1910. oclc=3329469 Raphepheng. Morija Sesuto Book Depot, Morija, Basutoland 1913. oclc=22614325 Moea oa bolisa. 1930. oclc=869824725 Mohlala oa Jesu Kreste. („Das Vorbild vin Jesus Christus“) Sesuto Book Depot, Morija 1924. oclc=869824724

Literatur Albert S. Gérard: Four African literatures: Xhosa, Sotho, Zulu, Amharic. University of California Press, Berkeley 1971. Archive.org

Nhlanhla P. Maake: A Survey of Trends in the Development of African Language Literatures in South Africa: With Specific Reference to Written Southern Sotho Literature c1900-1970s. In: African Languages and Cultures. vol. 5, is. 2; 1992: S. 157–188. ISSN 0954-416X jstor.org 1771779 Nhlanhla Maake: Watermarks in the Sesotho Novels of the Twentieth Century. In: Research in African Literatures. vol. 37, is. 3; 2006: S. 65–82. jstor.org 3821180

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Sotho-Tswana-Sprachen Kategorie:Person (Kapkolonie) Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1923 Kategorie:Mann