Rudolf Henle (* 7. Juli 1879 in Hameln; † 20. Juni 1941 in Rostock) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer.Henle, Rudolf. In: Catalogus Professorum Rostochiensium (mit allen biografischen Daten u. Foto, abgerufen am 25. Juni 2026); Michael Buddrus/Sigrid Frizlar: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. Ein biographisches Lexikon (= Texte und Materialien zur Zeitgeschichte, Bd. 16). Saur, München 2007, S. 185f.

Leben und Wirken Rudolf Henle studierte nach der Reifeprüfung 1898 in Trier von 1898 bis 1901 Rechtswissenschaft an den Universitäten Göttingen, Straßburg, München, Berlin und Bonn. Im Jahre 1902 wurde er zum Dr. iur. an der Universität Bonn promoviert. Nach seinem Rechtsreferendariat war er von 1906 bis 1909 als Gerichtsassessor im preußischen Justizdienst tätig. 1909 habilitierte er sich an der Universität Bonn und lehrte dort als Privatdozent bzw. Titularprofessor (1913). Als Soldat nahm er von 1916 bis 1917 am Ersten Weltkrieg teil. 1919 wurde er außerordentlicher Professor für Römisches und Bürgerliches Recht an der Universität Gießen. Von 1923 bis 1941 lehrte er als Ordinarius an der Universität Rostock.

Rudolf Henle veröffentlichte mehrere Schriften zur Geschichte des Bürgerlichen Rechts sowie ein zweibändiges Lehrbuch. Seit 1913 gehörte er der Deutsch-Hannoverschen Partei (Welfen) an und äußerte sich mehrfach in kleinen Schriften als Anhänger der großdeutsch-föderalistischen Bewegung und zur Reichsreform.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Grenzbestimmung zwischen Kauf- und Werkvertrag nach allgemeinen Grundsätzen und nach gemeinem Rechte. Lintz, Trier 1902 (= Dissertation an der Universität Bonn).

Vorstellungs- und Willenstheorie in der Lehre von der juristischen Willensbestimmung. Deichert, Leipzig 1910 (= Habilitationsschrift an der Universität Bonn). Ausdrückliche und stillschweigende Willenserklärung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche. Öffentliche Antritts-Vorlesung. Deichert, Leipzig 1910. Irrtum über die Rechtsfolgen. Weidmann, Berlin 1911. Treue und Glauben im Rechtsverkehr. Vahlen, Berlin 1912. Die Vorwürfe Baumgartens und Traubs gegen den Evangelischen Oberkirchenrat. Deichert, Leipzig 1913. Nochmals die Baumgartenschen Vorwürfe. Deichert, Leipzig 1913. Das Anwendungsgebiet der Anfechtbarkeit wegen Drohung. Duncker & Humblot, München 1913. Unus casus. Eine Studie zu Justinians Institutionen. Deichert, Leipzig 1915. Nicht-Ehe. in Beitrag zu den Grundbegriffen des deutschen bürgerlichen Eherechts. Enke, Stuttgart 1915. Unterstellung und Versicherung. Untersuchungen zu bürgerlichem Recht, Versicherungsrecht und Methodenlehre. Bensheimer, Mannheim 1922. Drohungen in Anfechtungs- und Erpressungstatbestand (§ 123 BGB, § 253 StGB). Töpelmann, Gießen 1925. Lehrbuch des bürgerlichen Rechts. Zwei Bände. Vahlen, Berlin 1926/Hinstorff, Rostock 1934. Der Weg zum großdeutschen Reich. Ein Wort zur Verständigung über die deutsche Frage. Pfeiffer, München 1927. Länderkonferenz und Einheitsstaat. Pfeiffer, München 1928. Kleindeutscher Einheitsstaat oder großdeutsches Reich. Kritische Stellungnahme zum Vorschlag des Verfassungsausschusses der Länderkonferenz. Reich- und Heimat-Verlag, Köln 1929. Die Aufgaben deutscher Zukunft und die Revision der deutschen Geschichtsauffassung. Eine großdeutsche Antwort. Hahn, Hannover 1929. Einheitsstaat oder Länderstaat? Reich- und Heimat-Verlag, Köln 1930.

Einzelnachweise

Weblinks

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