mini|Purple Plaque für Frances Hoggan an ihrem Geburtshaus in Brecon Frances Elizabeth Hoggan, geborene Morgan (* 20. Dezember 1843 in Brecon, Brecknockshire; † 5. Februar 1927 in Brighton, Sussex) war eine walisisch-britische Ärztin, Forscherin und Sozialreformerin. Im Jahr 1870 war sie die erste Frau aus dem Vereinigten Königreich, die an einer europäischen Universität einen Doktortitel in Medizin erwarb. Zusammen mit ihrem Ehemann eröffnete sie die erste Ehepaar-Arztpraxis in Großbritannien.
Leben Hoggan war das älteste von fünf Kindern von Richard Morgan und seiner Frau Georgiana Catherina Philipps. Ihr Vater war Vikar an der Kathedrale von Brecon. Ihre frühe Kindheit verbrachte sie hauptsächlich in Aberafan, wo ihr Vater von 1845 bis zu seinem Tod im Jahr 1851 als Pfarrer tätig war. Sie besuchte die Schule zunächst in Cowbridge in Glamorgan und später eine Mädchenschule in Windsor. Als Teenager brachte sie eine uneheliche Tochter, Elise (Elsie) Morgan (1861–1951), zur Welt, die von ihrer Mutter als ihre Schwester aufgezogen wurde. 1858 studierte sie dann in Paris und 1861 in Düsseldorf, wo sie den Ehrgeiz entwickelte, Ärztin zu werden.
Nachdem 1867 das Council der Worshipful Society of Apothecaries Frauen von seinen Berufsprüfungen ausgeschlossen hatte, absolvierte Hoggan ihr Medizinstudium an der Universität Zürich, wo Nadeschda Prokofjewna Suslowa, Russlands erste Ärztin, im Dezember 1867 ihren Abschluss erhalten hatte. Hoggan schloss das Medizinstudium in drei statt der erwarteten fünf Jahre ab und erwarb im März 1870 als erst zweite Frau und erste Britin an der Universität Zürich den Doktorgrad in Medizin (mit einer Dissertation über Progressive Muskelatrophie). Anschließend absolvierte sie an einer Klinik in Wien eine Ausbildung in operativer Geburtshilfe und wurde Schülerin von Gustav Braun.
Nach ihrer Rückkehr nach London arbeitete Hoggan zunächst als qualifizierte, aber unregistrierte Privatärztin und dann mehrere Jahre an der Seite von Elizabeth Garrett Anderson im New Hospital for Women in London. Außerdem war sie 1871 gemeinsam mit Elizabeth Blackwell an der Gründung der National Health Society beteiligt, die die Förderung der Gesundheit aller Bevölkerungsschichten zum Ziel hatte.
Am 1. April 1874 heiratete sie George Hoggan (1837–1891), einen ehemaligen Ingenieur der indischen Marine, der 1872 sein Medizinstudium an der Universität Edinburgh abgeschlossen hatte. Im Februar 1877 erwarb sie am King’s and Queen’s College of Physicians of Ireland ihre Zulassung zur Ausübung der Medizin in Großbritannien. Zusammen mit ihrem Ehemann eröffnete sie die erste von einem Ehepaar geführte Allgemeinpraxis in Großbritannien In den folgenden zehn Jahren verfassten beide medizinische Forschungsarbeiten, einige in gemeinsamer Autorenschaft.
Zwischen 1881 und 1885 engagierte sich Hoggan für Ärztinnen in Indien und setzte sich dafür ein, dass für die vorrangige Öffnung medizinischer Fakultäten für indische Frauen ein. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit einigen ihrer Zeitgenossinnen, die Spenden sammelten, um britische Ärztinnen anzuwerben und nach Indien zu entsenden.
Im Jahr 1884 verfasste Hoggan einen Aufsatz mit dem Titel The Position of the Mother of the Family, in dem sie sich auf die neuesten Erkenntnisse über Empfängnis und Fortpflanzung stützte, um zu argumentieren, dass Mütter mehr Rechte über ihre Kinder haben sollten.
Hoggan und ihr Ehemann George waren Gegner von Tierversuchen und der Impfpflicht. In einem Artikel für den Vaccination Inquirer vom September 1883 sprachen sich beide gegen die Impfpflicht aus."Frances Hoggan MD 1843-1927". Breconshire Local & Family History Society (BLFHS) Cymdeithas Hanes Lleol a Theuluoedd Brycheiniog Newsletter 70 - October 2017.
George Hoggan erkrankte 1885, woraufhin das Paar nach Südfrankreich zog, wo er 1891 an einem Hirntumor starb. Hoggan kehrte danach nach London zurück
Hoggan konzentrierte ihre Energie auf soziale Themen, insbesondere die Rassenfrage, im Ausland. 1907 besuchte sie den US-amerikanischen Bürgerrechtler W. E. B. Du Bois an der Atlanta University und noch im selben Jahr, im Alter von 65 Jahren, schiffte sie sich nach Südafrika ein. 1911 hielt sie eine Rede auf dem Universal Race Congress in London..
Hoggan starb 1927. Ihre Asche ist zusammen mit der ihres Mannes auf dem Friedhof von Woking beigesetzt.
Die Learned Society of Wales verleiht die „Frances-Hoggan-Medaille“ an herausragende Frauen mit Bezug zu Wales in den Bereichen Wissenschaft, Medizin, Ingenieurwesen, Technik oder Mathematik..
Am 3. März 2023 wurde an ihrem Geburtsort in Brecon eine Purple Plaque (Blu Plaque für Wales) zu Ehren von Hoggan angebracht.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Frauenrechtler (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Autor Kategorie:Brite Kategorie:Waliser Kategorie:Geboren 1843 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Frau