Die Unified Theory of Acceptance and Use of Technology (UTAUT, übersetzt Vereinheitlichte Theorie der Akzeptanz und Nutzung von Technologie) ist ein Technologieakzeptanzmodell, welches von Venkatesh et al. im Artikel „User Acceptance of Information Technology: Toward a Unified View“ für den organisationalen Kontext formuliert wurde. Die UTAUT zielt darauf ab, die Absicht von Nutzern gegenüber der Nutzung eines Informationssystems sowie die anschließende Nutzung zu erklären. Der Theorie zufolge existieren vier Kernkonstrukte: Leistungserwartung (performance expectancy), Aufwandserwartung (effort expectancy), Sozialer Einfluss (social influence), und Erleichternde Bedingungen (facilitating conditions).

Die ersten drei Konstrukte sind direkte Determinanten der Nutzungsabsicht, welche wiederum ein direkter Determinant des Nutzungsverhaltens ist. Das Nutzungsverhalten wird zudem vom vierten Konstrukt beeinflusst. Geschlecht, Alter, Erfahrung und Freiwilligkeit der Nutzung moderieren den Einfluss der vier Kernkonstrukte auf die Nutzungsabsicht.

Die Theorie entstand durch die Analyse und Zusammenlegung von Konstrukten aus acht Modellen von vorheriger Forschung, die der Erklärung des Nutzungsverhaltens von Informationstechnologien dienen (Theorie des überlegten Handelns, Technology Acceptance Model, Motivational Model, Theorie des geplanten Verhaltens, eine Kombination der Theorie des geplanten Verhaltens und Technology Acceptance Model, Model of Personal Computer Use, Diffusionstheorie und Sozialkognitive Lerntheorie). Die Validierung der UTAUT von Venkatesh et al. (2003) in einer Längsschnittstudie ergab eine Erklärung von 70 % der Varianz der Verhaltensabsicht und 50 % der Varianz des Nutzungsverhaltens.

Venkatesh, Thong, and Xu (2012) erweiterten die UTAUT für den Konsumentenkontext durch die Ergänzung von drei neuen Konstrukten: Hedonische Motivation, Preis und Wert, und Angewohnheit. Diese Erweiterung der UTAUT ist bekannt unter der Bezeichnung UTAUT2.

Anwendungsbereiche Koivumäki et al. wendeten UTAUT an, um die Einstellung von 243 Individuen im Norden Finnlands gegenüber mobilen Diensten und Technologien zu untersuchen. Die Untersuchung ergab, dass die Nutzungsdauer der Geräte nicht die Einstellung der Konsumenten beeinflusst, aber die Vertrautheit mit den Geräten und die Nutzerkompetenz einen Einfluss haben. Eckhardt et al. wendeten UTAUT an, um den sozialen Einfluss von Bezugspersonen am Arbeitsplatz (Vorgesetzte, Kollegen) auf die Absicht zur Übernahme von Technologien zu analysieren. Die Untersuchung in 152 deutschen Unternehmen ergab einen signifikanten Einfluss vom sozialen Einfluss der Bezugspersonen auf die Absicht Informationstechnologien zu übernehmen. Curtis et al. wendeten das UTAUT-Modell auf die Einführung von Sozialen Medien in 409 gemeinnützige Organisationen in den Vereinigten Staaten an. UTAUT war zuvor noch nicht auf den Einsatz von Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit angewendet worden. Sie stellten fest, dass Organisationen mit fest etablierten Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit eher dazu neigten, Social-Media-Technologien einzuführen und diese zur Erreichung ihrer organisatorischen Ziele zu nutzen. Verhoeven et al. wendeten UTAUT an, um die Häufigkeit der Computernutzung bei 714 Studienanfängern in Belgien zu untersuchen und kamen zum Schluss, dass UTAUT nützlich für die Erklärung unterschiedlicher Häufigkeiten der Computernutzung und IKT-Kompetenzen in der Sekundarstufe und Hochschule sei. Welch et al. wendeten UTAUT an, um Faktoren zu untersuchen, die zur Übernahme von M-Learning bei Mitarbeitern (n =118) in englischen Museen beitragen. Es wurde festgestellt, dass UTAUT für die Erklärung von Determinanten der Übernahme von M-Learning nützlich war. Williams, Rana und Dwivedi (2015), erstellten anhand von 174 Artikeln, welche die UTAUT anwendeten, eine Übersichtsarbeit.

Einzelnachweise

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