Joseph Heimberger (* 16. Februar 1865 in Amorbach; † 17. September 1933 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer.Klaus Lüderssen: Joseph Heimberger. In: Bernhard Diestelkamp/Michael Stolleis (Hrsg.): Juristen an der Universität Frankfurt am Main. Nomos, Baden-Baden 1989, S 31-43, ISBN 3-7890-1832-5; Heimberger, Joseph. In: Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818-1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 111.

Leben und Wirken Joseph Heimberger studierte von 1883 bis 1887 Rechtswissenschaft an der Universität München. 1888 promovierte er dort zum Dr. jur. Fünf Jahre später (1893) habilitierte er sich an der Universität Würzburg. Als außerordentlicher Professor lehrte er von 1896 bis 1902 an der Universität Straßburg. 1902 wurde er auf einen Lehrstuhl an der Universität Münster berufen und im gleichen Jahr an die Universität Gießen. Von 1903 bis 1925 lehrte er dann an der Universität Bonn und übernahm im Amtsjahr 1924/25 die Funktion des Rektors dieser Universität. 1916 wurde Heimberger zum Geheimen Justizrat ernannt. Seit 1925 lehrte er zuletzt an der Universität Frankfurt/M. vor allem auf dem Gebiet des Straf-, Prozess- und Kirchenrecht. In Frankfurt übernahm er 1928 ebenfalls das Amt des Universitätsrektors. Im Zusammenhang mit seinen Veröffentlichungen vor allem über das Strafrecht beschäftigte sich Joseph Heimberger mit der Reform des deutschen Strafrechts.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Ueber die Straflosigkeit der Perforation. Schumacher, Berlin 1889 (= Dissertation Universität München) (Digitalisat).

Die staatskirchenrechtliche Stellung der Israeliten in Bayern. Freiburg/Leipzig 1893 (2. erw. Aufl. 1912) (Digitalisat). Die Teilnahme am Verbrechen in Gesetzgebung und Litteratur von Schwarzenberg bis Feuerbach. Mohr (Siebeck), Tübingen 1896 (Digitalisat). Strafrecht und Medizin. Beck, München 1899 (Digitalisat). Das landesherrliche Abolitionsrecht. Deichert, Leipzig 1901 (Digitalisat). Der Begriff der Gerechtigkeit im Strafrecht. Antrittsvorlesung ... an der Universität Bonn. Deichert, Leipzig 1903. Zur Reform des Strafvollzugs. Deichert, Leipzig 1905. Strafkolonien. Zahn & Jaensch, Dresden 1906 (Digitalisat). Zur Lehre vom Ausschluss der Rechtswidrigkeit. Ein geschichtlicher Beitrag. Töpelmann, Gießen 1907. Berufsrecht und verwandte Fälle. In: Karl Birkmeyer u. a. (Hrsg.): Vergleichende Darstellung des deutschen und ausländischen Strafrechts. Vorarbeiten zur deutschen Strafrechtsreform. Bd. 4. Liebmann, Berlin 1908, S. 15–79. Was dürfen wir von einem neuen Strafgesetzbuch erwarten? Deichert, Leipzig 1909. Legalitäts- und Opportunitätsprinzip im Entwurf einer neuen Strafprozeßordnung. Schweitzer, München 1909. Aus dem Strafrecht des Codex juris canonici. In: Paul Krüger u. a.: Bonner Festgabe für Ernst Zitelmann zum 50jährigen Doktorjubiläum. Duncker & Humblot, München/Leipzig 1923, S. 49–79. Vom Strafrecht der deutschen Nachkriegszeit. Rede beim Antritt des Rektorats ...Röhrscheid, Bonn 1924 (Digitalisat). Freiheit und Gebundenheit des Richters in weltlichem und kirchlichem Strafrecht. Rede beim Antritt des Rektorats der Universität Frankfurt... Englert & Schlosser, Frankfurt/M. 1928 (Digitalisat). Strafrecht. Spaeth & Linde, Berlin 1931.

Einzelnachweise

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