mini|hochkant|Fritz Liechtis Replik der Figur auf dem Justitiabrunnen in Winterthur, 1931 Friedrich Jakob Liechti (* 4. Februar 1870 in Winterthur; † 7. Dezember 1936 ebenda) war ein Schweizer Bildhauer.
Leben Fritz Liechti wurde 1870 als jüngstes Kind von sechs Geschwistern in Winterthur geboren. Sein Vater, ein Pflästerermeister, starb kurz nach Liechtis Geburt an den Pocken.† Fritz Liechti, Schützenveteran, Winterthur. In: Schweizer Veteran. Nr. 12, Ende Dezember 1936, S. 194 (online). Liechti verbrachte seine Jugendzeit im Quartier Wildbach.Bildhauer Fritz Liechti †. In: Der Landbote. Nr. 290, 11. Dezember 1936, S. 3 (online). Nach Abschluss der Primar- und Sekundarschule absolvierte er eine Lehre bei dem Bildhauer Müller und besuchte in seiner Freizeit Abendkurse an der Gewerbeschule und am Technikum. Seine Wanderjahre verbrachte er in Deutschland, zunächst in München, wo er weiterhin kunstgewerbliche Schulen besuchte und enge Freundschaften schloss, unter anderem mit dem Winterthurer Landschaftsmaler Jakob Herzog. Danach begab er sich nach Stuttgart, Darmstadt, Erfurt und Dortmund. Um 1897 eröffnete er an der Schützenstrasse 60Grabsteine. In: Der Landbote. Nr. 285, 5. Dezember 1925, S. 6 (online). in Winterthur ein eigenes Atelier. Er wohnte an der Schützenstrasse 28Winterthur. Baugespanne. In: Der Landbote. Nr. 216, 15. September 1913, S. 6 (online). und war verheiratet mit Frieda geb. Hiss.Todesanzeige. In: Der Landbote. Nr. 287, 8. Dezember 1936, S. 6 (online).
Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer unterrichtete er Modellieren am Technikum und an der Gewerbeschule. 1916 gehörte er zu den Gründern der Künstlergruppe Winterthur.
Liechti war Freimitglied des Landsturmschiessvereins Winterthur und wurde 1930 in den Verband zürcherischer Schützenveteranen aufgenommen. Ausserdem war er 44 Jahre lang Mitglied des Männerchors «Frohsinn», der ihn zum Ehrenmitglied ernannte.
Er starb am 7. Dezember 1936, im Alter von 66 Jahren, an einer langjährigen Blasenkrankheit. Am 10. Dezember wurde er auf dem Friedhof Rosenberg beigesetzt. Sein Atelier wurde am 1. Februar 1937 von Louis Parrat übernommen.Anzeige und Empfehlung. In: Der Landbote. Nr. 26, 1. Februar 1937, S. 5 (online).
Werk Liechti war auf Grabmäler und Bauplastik spezialisiert. Er war vor allem in Winterthur tätig, schuf aber auch Werke in Zürich, Bern, St. Gallen und Langenthal.
1903 reichte er mit Robert Rittmeyer einen Entwurf für das Unabhängigkeitsdenkmal in Bellinzona ein und gewann den dritten Preis im Wert von 600 Franken. Der erste Platz ging an Natale Albisetti und Armand Neukomm.Bellinzona. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweites Abendblatt. Nr. 37, 6. Februar 1903, S. 1 (online).
Im Auftrag von Georg Reinhart schuf er die Nachbildung einer japanischen Bronzefigur eines Buddhas, die im «Sonnenbad» der Villa Tössertobel im Äusseren Lind platziert wurde. 1927 fertigte er das Familienwappen Kälin-Kaiser an der Ostfassade der Villa Kälin in Oberwinterthur.Daniel Schneller: Die Villa Kälin – oder Joseph Kälin schafft sich eine «Quelle des Glücks und des Komforts». In: Stadt Winterthur (Hrsg.): Oberwinterthur. Von der Antike zum neuen Bauen. Winterthur 2007. S. 23–25 (PDF).
1931 schuf er seine bekanntesten Werke, die Repliken der frühneuzeitlichen Figuren auf dem Justitiabrunnen und dem Fortunabrunnen in der Winterthurer Altstadt.Emanuel Dejung, Richard Zürcher: Brunnen. In: Dies.: Die Stadt Winterthur. Birkhäuser, Basel 1952, S. 40–42 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. 6, 27 Digitalisat).
Literatur Bildhauer Fritz Liechti †. In: Der Landbote. Nr. 290, 11. Dezember 1936, S. 3 (online). † Fritz Liechti, Schützenveteran, Winterthur. In: Schweizer Veteran. Nr. 12, Ende Dezember 1936, S. 194 (online).
Weblinks
Fritz Liechti, Dossier des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft
Einzelnachweise
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