Eugen von Halácsy (* 11. November 1842 in Wien; † 16. Dezember 1913 ebenda), manchmal auch als Eugène de Halácsy oder Jenő Halácsy zitiert, war ein österreich-ungarischer Arzt, Botaniker und Florist. Er widmete sich vornehmlich der Flora Griechenlands und der Balkanhalbinsel. Sein dreibändiges Opus magnum Conspectus Florae Graeca (1900–1904) stellte die erste umfassende wissenschaftliche Darstellung der griechischen Pflanzenwelt dar. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.
Leben Halácsy besuchte das Gymnasium in Stuhlweißenburg (heute Székesfehérvár in Ungarn) und begann 1859 ein Medizinstudium an die Universität Wien. 1865 wurde er zum Doktor der Medizin promoviert. Als Student des Chirurgen Johann von Dumreicher nahm er 1866 am Krieg Österreichs gegen Preußen teil. Im Jahr 1867 ließ er sich in Wien als praktischer Arzt nieder.
Um sich intensiver seinen botanischen Forschungen widmen zu können, übernahm Halácsy 1896 die Stelle des Chefarztes der Allgemeinen Arbeiter-Unfall-Versicherungsgesellschaft in Wien.
Seine botanische Tätigkeit begann mit Sammelreisen in Niederösterreich. Später legte er ein umfangreiches Herbarium von Pflanzen des Balkans, insbesondere Griechenlands, an. Dabei wurde er von Theodor von Heldreich, dem damaligen Direktor des Botanischen Gartens in Athen, unterstützt, der ihm umfangreiches Pflanzenmaterial zur Verfügung stellte. Halácsy bereiste Griechenland selbst in den Jahren 1888, 1893 und 1911.
Seine Arbeiten zeichnen sich durch präzise Diagnosen und eine sorgfältige taxonomische Bearbeitung aus. Neben zahlreichen Beiträgen zur Flora der Balkanhalbinsel verfasste er auch eine Abhandlung über die österreichischen Brombeeren (Rubus), die seine wichtigste Monografie zu dieser Gruppe darstellt.
Obwohl seine Forschungen vorwiegend systematisch und floristisch ausgerichtet waren, enthalten sie zugleich wichtige Beiträge zur Pflanzengeographie Griechenlands.
Darüber hinaus spielte Halácsy eine bedeutende Rolle im wissenschaftlichen Leben Wiens. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg fanden in seinem Wohnhaus wöchentliche Zusammenkünfte von Botanikern statt, die zu einem wichtigen Treffpunkt für den fachlichen Austausch wurden.
1912 verlieh ihm die Nationale und Kapodistrias-Universität Athen die Ehrendoktorwürde.
Dedikationsnamen 1902 widmete ihm Ignaz Dörfler die Gattung Halacsya aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).
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