Lydia Maria Dübi (geb. 4. Oktober 1901 in Basel; gest. 3. November 1937 in Moskau) war eine Schweizer Kommunistin.
Leben Herkunft, Bildung, Beruf Lydia Dübi wurde als Älteste von drei Kindern der Schneiderin Marie Dübi-Baumann und des Mechanikers Jakob Dübi geboren. Ihr Bruder war der Kommunist Franz Dübi.
Sie absolvierte die Handelsschule und trat 1918 in eine Handelsfirma in Basel ein. Später arbeitete sie in Biel als Sekretärin bei der SUVA, eine Stelle, die sie wegen Denunziation des antikommunistischen Schweizerischen Vaterländischen Verbands verlor. Sie kehrte nach Basel zurück, wo sie in einem Schuhgeschäft arbeitete.
Politik Ab 1917 war sie in der sozialdemokratischen Jugendorganisation Mitglied. 1920 wurde sie ein erstes Mal vom Postzollamt Basel als «Empfängerin revol. Literatur» erfasst. Die Basler Polizei stelle schliesslich nach Nachforschungen fest, dass sie Mitglied der Jugendorganisation sei. Im Frühling 1921 wechselte sie in die kommunistische Jugend und trat gleichzeitig in die Kommunistische Partei (KPS) ein. Sie wurde Mitglied im kantonalen Vorstand der KP und nahm auch an nationalen Vorstandssitzungen als Stenographin teil.
Im September 1924 kam sie ein erstes Mal in die Sowjetunion, zusammen mit anderen Mitgliedern der kommunistischen Jugend, darunter Robert Krebs und Siegfried Bamatter. Sie trat bei ihrer Ankunft in den Apparat der Komintern ein. Dies geschah auf den Wunsch von Edgar Woog.
Dübi führte die Archive des Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) und half Edgar Woog bei seiner Arbeit bei der Internationalen Kontrollkommission der Komintern (IKK). Einen Monat nach ihrer Ankunft trat sie in die WKP(b) ein. Erste Schwierigkeiten bekam sie 1927, als die Partei die Opposition um Leo Trotzki und Grigori Jewsejewitsch Sinowjew ausschloss. Dübi war Mitglied des Deutschen Clubs, der der Parteiopposition häufig Auftrittmöglichkeiten gab. Sie wurde vom Parteiapparat zur Rede gestellt, aber nicht formell bestraft.
Im Juni 1929 musste sie sich rechtfertigen, nachdem ein Genosse sie bei einer Versammlung als «schwankendes Element» denunziert hatte. Sie übte sich in zwei erhaltenen Briefen in damals üblicher «Selbstkritik». Im Sommer 1930 bemühte sich die KPS darum, sie in der Schweiz anstellen zu können. Das EKKI lehnte dieses Gesuch ab. Stattdessen erhielt Dübi ein Jahr Urlaub, um einen Kurs an der Lenin-Schule zu absolvieren. Kurz vor Beendigung des Kurses forderte die KPS Dübi erneut als Sekretärin für den KPS-Sekretär Bamatter in Basel an. Dieses Gesuch wurde wieder abgelehnt. Dübi war bereits für die Leitung der OMS in Paris vorgesehen. Sie war dort unter dem Decknamen «Pascal» bzw. «Paskal» tätig.
Nach dem ersten Moskauer Schauprozess 1936 musste sie Rechenschaft über ihren Pariser Mitarbeiterstab erteilen, was sie bereitwillig tat. Das Ziel der Überprüfung war es, vorgeblich «trotzkistische Elemente» im Apparat aufspüren zu können.
Im Juli 1937 wurde sie nach Moskau zurückbeordert. Es gibt Vermutungen, dass ihre klandestine Arbeit bei der OMS mit vielen Auslandskontakten sie in den Augen des kommunistischen Apparats in der Hochphase der Spionagepanik verdächtig machte. Sie soll am 5. August 1937 festgenommen worden sein. Am 3. November 1937 wurde sie von einem Militärgericht verurteilt und am gleichen Tag hingerichtet. Mikhaïl Pantéleiv berichtete 1994, dass ihr in der Urteilsbegründung «antisowjetische trotzkistische Aktivitäten» und Spionage für Deutschland, Frankreich und Japan vorgeworfen wurde. Über ihren Verbleib bekamen weder ihre Mutter noch ihr Bruder Auskunft. Letzterer erfuhr erst 1957, also zwanzig Jahre später von ihrem früheren Ehemann Siegfried Bamatter über die Hinrichtung seiner Schwester. Ihr Bruder erreichte 1958 schliesslich ihre Rehabilitation.
Berta Zimmermann erlitt ein ähnliches Schicksal wie Dübi. Beide wurden im Sommer 1937 festgenommen und vor Jahresende erschossen.
Persönliches Sie war mit Siegfried Bamatter (1892–1966) verheiratet, den sie in der kommunistischen Jugend kennengelernt hatte.
Literatur (Kurzbiografie mit bibliografischen Hinweisen) Peter Huber: Dübi Lydia. In: Le Maitron.
Einzelnachweise
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