Roadsurfer ist ein 2016 in München gegründetes Unternehmen, das Dienstleistungen im Bereich der Vermietung von Campervans und Wohnmobilen erbringt. Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Ländern sowie in Nordamerika tätig und betreibt Vermietstationen.

Das Geschäftsmodell umfasst kurzfristige und längerfristige Nutzungsangebote sowie den Verkauf von Fahrzeugen aus der eigenen Flotte. Zudem betreibt das Unternehmen die Plattform Roadsurfer Spots, über die Campingflächen gemietet werden können.

Geschichte

Roadsurfer wurde 2016 von Markus und Susanne Dickhardt, Christoph und Stephie Niemann und Jean-Marie Klein in München gegründet. Die Geschäftsidee entstand im Zusammenhang mit einem gemeinsamen Campingurlaub. Aufgrund von geringer Verfügbarkeit von kurzfristigen Mietangeboten für Campervans beschlossen sie, selbst einen Verleih aufzubauen.

Die ersten Standorte befanden sich in München, Frankfurt und Hamburg. Zu Beginn bot das Unternehmen rund 25 Fahrzeuge an, vor allem Modelle von Volkswagen wie den VW T6 California.

2020 führte Roadsurfer vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie ein Abo-Modell für Campervans ein. Seitdem können verschiedene Fahrzeugmodelle für mehrere Monate genutzt werden, anstatt sie nur kurzfristig zu mieten.

In den folgenden Jahren weitete sich die Tätigkeit auf weitere Länder aus und nach dem ersten Geschäftsjahr war das Unternehmen profitabel. Neu hinzugekommen waren unter anderem Standorte in Österreich, Italien, Belgien und den Niederlanden. Gleichzeitig wuchs die Fahrzeugflotte bis 2021 auf rund 2.500 Fahrzeuge an.

Im Jahr 2021 schloss das Unternehmen eine Series-B-Finanzierungsrunde über 24 Millionen Euro ab. Zu den Investoren zählten unter anderem die Wagniskapitalgeber HV Capital und Heartcore Capital. Noch im selben Jahr wurde die Finanzierungsrunde um 4,5 Millionen Euro auf insgesamt 28,5 Millionen Euro erhöht.

2022 erfolgte mit einem Standort in Los Angeles der Markteintritt in die Vereinigten Staaten. In den folgenden Jahren baute Roadsurfer das Standortnetz in Nordamerika weiter aus mit Standorten in Vancouver und Calgary sowie in den US-amerikanischen Städten Los Angeles, San Francisco, Las Vegas, Phoenix, Denver, Salt Lake City, Seattle und Miami.

Ebenfalls 2022 richtete das Unternehmen gemeinsam mit der NordLB eine Finanzierung zur Flottenfinanzierung ein, die zunächst ein Volumen von 40 Millionen Euro umfasste. 2024 wurde diese unter Beteiligung der Unicredit Bank auf 80 Millionen Euro ausgeweitet.

Im Jahr 2025 erhielt das Unternehmen weitere Finanzmittel von institutionellen Investoren. Die australische Macquarie Group und das spanische Kreditinstitut BBVA stellten insgesamt 85 Millionen Euro zur Verfügung.

Unternehmensstruktur

Die Roadsurfer GmbH hat ihren Sitz in München und wird von den Geschäftsführern Markus Dickhardt, Susanne Dickhardt und Christoph Benedikt Niemann geleitet. Das Unternehmen umfasst neben der Muttergesellschaft mehrere in- und ausländische Tochtergesellschaften, darunter Gesellschaften in verschiedenen europäischen Ländern sowie in Nordamerika. 2024 verfügte Roadsurfer über 70 Standorte, in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Österreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, England, Schottland, Irland, der Schweiz, Schweden, Norwegen, Kanada und den Vereinigten Staaten.

Im Geschäftsjahr 2024 wurden Umsätze in Höhe von 138,9 Millionen Euro erzielt und durchschnittlich 900 Mitarbeiter beschäftigt.

Jahr Umsatz (in Mio. €) Mitarbeiter 2024 138,9 900 2023Roadsurfer GmbH, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 zum 31.12.2023, veröffentlicht im Unternehmensregister am 28. Mai 2025, abgerufen am 24. Juni 2026. 114,2 601 2022Roadsurfer GmbH, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 zum 31.12.2022, veröffentlicht im Unternehmensregister am 5. Juni 2024, abgerufen am 24. Juni 2026. 78,5 569

Fahrzeuge und Dienstleistungen

Die Geschäftstätigkeit von Roadsurfer umfasst die Vermietung von Campervans und Wohnmobilen für private Reisen. Die Fahrzeuge können an verschiedenen Standorten in Europa und Nordamerika übernommen und zurückgegeben werden.

Neben der kurzfristigen Vermietung bietet das Unternehmen auch Nutzungsmodelle über längere Zeiträume an, etwa in Form von Abonnements. Darüber hinaus werden gebrauchte Fahrzeuge aus der eigenen Flotte verkauft.

Seit 2021 betreibt Roadsurfer außerdem die Plattform Roadsurfer Spots für Stellplätze, über die private Anbieter sowie Betreiber regulärer Campingplätze Flächen für Campinggäste vermieten können. Das Unternehmen erhält dafür eine Vermittlungsgebühr.

Fahrzeuge

Die Flotte umfasst Stand 2025 rund 10.000 Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller, darunter Modelle von Volkswagen, Mercedes-Benz und Ford. Zum Angebot gehören sowohl kompakte Campervans als auch größere Wohnmobile, die sich in Größe, Ausstattung und Einsatzmöglichkeiten unterscheiden.

Partnerschaften Ein Teil der Fahrzeugflotte besteht aus Campervans auf Basis des Volkswagen California, die seit 2017 im Einsatz sind. Für die Saison 2021 wurden über 1.000 Fahrzeuge dieses Typs in Zusammenarbeit mit Volkswagen individuell gestaltet. Die Fahrzeuge erhielten mehrfarbige Folierungen, die sich an Farb- und Musterelementen europäischer Flaggen orientieren. Roadsurfer gilt als größter Abnehmer des VW California. Weblinks Offizielle Webseite

Einzelnachweise

Kategorie:Mietwagenunternehmen Kategorie:Dienstleistungsunternehmen (München) Kategorie:Unternehmensgründung 2016