In der Baureihe ALn 56 wurden in den 1930er Jahren die von den Ferrovie dello Stato eingesetzten leichten Dieseltriebwagen (damals Littorina genannt) die 56 Sitzplätze und keine Mehrfachsteuerung hatten, eingereiht.

Die ALn 56 waren in verschiedenen Unterbaureihen von verschiedenen Herstellern und mit unterschiedlichen Eigenschaften verteilt.

Bauart FIAT ALn 56.1000

Fiat lieferte von 1933 bis 1936 110 Triebwagen der Reihe an die FS. Die Triebwagen waren mit zwei 59 kW Motoren ausgerüstet, die als Dieselmotoren ausgerüstet und ein kostengünstiges Angebot für das gestiegene Mobilbedürfnis der 1930er Jahre waren. Die Fahrzeuge wurden als ALn 56 bezeichnet, womit die Bauart mit einem Dieselmotor und die Sitzplatzanzahl von 56 zum Ausdruck gebracht wurde. Zum Zeitpunkt der Erbauung der Fahrzeuge war die Vormachtstellung des Dieselmotors noch nicht erwiesen, weshalb es auch noch zur Fertigung von 50 Fahrzeugen FS ALb 56 mit Benzinmotor kam. Letzten Endes haben aber die Kosten des Betriebes den Ausschlag für die Verwendung von den FS ALn 56 gegeben.

Der Einsatzbeleg der Fahrzeuge ist schwierig und kann nur mit punktuellen Stationierungsmeldungen vollzogen werden. Die älteste Erwähnung ist ein Foto von 1938 auf dem Bahnhof Torre Annunziata der Bahnstrecke Neapel–Salerno.stagniweb: Foto von einem ALn 56 im Bahnhof Torre Annunziata Insgesamt waren sie auf dem gesamten italienischen Fernbahnnetz verbreitet. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurden einige Triebwagen in kombinierte Post- und Gepäcktriebwagen individuell umgestaltet und erhielten die Bezeichnungen ALDn 28 und ALDUn 32. Diese Fahrzeuge waren durch ein Rollgitter in der Seitenwand erkennbar.scalaenne.wordpress.com: Maßskizze von einem ALDUn 32 auf scalaenne.wordpress.comscalaenne.wordpress.com: Foto von einem ALDUn 32 Wie viele ALn 56 den Krieg überstanden haben, konnte nicht ermittelt werden. Sichtungsmeldungen zeigen den ALn 56.1063 1959 in Mantua,scalaenne.wordpress.com: Foto von dem ALn 56.1036 in Mantua es wurde eingeschätzt, dass die übrigen Fahrzeuge bis in die 1960er Jahre im Einsatz blieben und dann ausgemustert wurden. Ein originaler ALn 56 ist nicht erhalten geblieben. Ein ehemaliger ALb 56 mit gleichem Wagenkasten, nach dem Umbau auf Dieselmotor als ALn 56.136 bezeichnet, wurde nach der Ausmusterung von dem Museo Ferroviario Piemontese erworben und stand in den 1980er Jahren noch ungeschützt im Freien. Bahnbilder.de Foto des ALn 56.1036 1984 in Ozegna Noch in den 1990er Jahren stand der Wagen im Freien in Turin. scalaenne.wordpress.com: Foto von dem ALn 56.1036 in Turin 2022 schließlich wurde der Wagen von den Freunden der Bahnstrecke Suzzara–Ferrara (Associazione Amici della Ferrovia Suzzara-Ferrara) erworben und befindet sich seither in Wiederaufarbeitung.ferrovie.info: Foto von dem erhaltenen ALn 56.136 bei den Freunden der Eisenbahn Suzzara-Ferrara im Lokschuppen von Sermide

Auf der Basis der ALn 56.1000 wurden 1937 die schmalspurigen ALn 56.01–06 für die Ferrovia Circumetnea gebaut.

ALn 56.1900

Im Jahr 1936 wurde von der FS der Versuch unternommen den Personenverkehr auf der Strecke Paola–Cosenza zu beschleunigen und den kostentreibenden und zeitintensiven Zahnradantrieb mit Dampflokomotiven durch einen Triebwagen ALn 56 mit Allradantrieb zu ersetzen. Nach einem ersten Versuchsmuster, der auf der Frejus- und der Tenda-Rampe getestet wurde, wurde eine Serie von 5 Fahrzeugen geliefert, die 1937 bei Testfahrten eine Zeitersparnis von einer Stunde gegenüber dem Dampfbetrieb erreichen konnten. Im Jahr darauf wurde noch eine zweite Serie mit nochmals 5 Fahrzeugen und kleinen Unterschieden geliefert, die 10 Fahrzeuge der Linie wurden als FS ALn 56.1901 bis 1910 bezeichnet. Die Fahrzeuge wiesen kleine Unterschiede gegenüber der Normalversion aus. Ihr Kühlergrill war eher wie bei der FS ALn 556 gestalten, was in der Folge zu zahlreichen Verwechselungen führen sollte.

Der Erfolg der Triebwagen bewirkte ein Anstieg der Fahrgastzahlen, der bei manchen Fahrten nur mit zwei Triebwagen bewältigt werden konnte. Da die ALn 56 nicht mehrfachtraktionsfähig waren, mussten beide Triebwagen mit einer Stange gekuppelt und mit zwei Triebwagenführern besetzt werden.scalaenne.wordpress.com: Bild nach dem Zweiten Weltkrieg über den Mehrfachbetrieb auf der Strecke Paola-Cosenza Für den Betrieb war sehr viel Erfahrung vonnöten, die Triebwagenführer mussten zur gleichen Zeit schalten. Hierfür wurden eigens Signaltafeln an der Strecke aufgestellt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der ALn 56.1908 durch einen Bombentreffer zerstört. Die übrigen Wagen versahen weiterhin ihren Dienst, nun teilweise ergänzt mit ALn 64.scalaenne.wordpress.com: Foto von einer Triebwagenverbindung mit einem ALn 64 in Rende Sie waren bis Anfang der 1980er Jahre im Einsatz, dann wurden sie schrittweise ausgemustert. Es konnte nur der ALn 56.1903 konserviert werden, er wurde vom Gründer der Wolfsonian Foundation erworben. Nach einer Aufarbeitung in Italien wurde der Wagen zunächst im Gold Coast Railroad Museum, später im Tennessee Valley Railroad Museum ausgestellt.scalaenne.wordpress.com: Foto von dem ALn 56.1903 in Chattanooga 2011 wurde der Wagen erneut mit Hilfe der Firma Tofaş einer Renovierung unterzogen und in Istanbul im Rahmi M. Koç Museum hinterstellt.All Andorra:

Technik Die Triebwagen gehören zur ersten Generation von Dieseltriebwagen in Italien. Von den zahlreichen italienischen Triebwagen der Vorkriegsbauart, die auch Littorina genannt wurden, sind die ALn 56 die zweitlängste Variante der Seriescalaenne.wordpress.com: Schema der Vorkriegstriebwagen von Fiat und außerdem für den Verkehr der 2. Klasse in vier Sitzreihen zu insgesamt 56 Sitzplätzen ausgeführt.All Andorra – All Pyrenees: Foto von der Innenausstattung des ALn 56.1903 Der Wagenkasten bestand aus einer geschweißten röhrenförmigen Struktur, scalaenne.wordpress.com: Ansicht der Struktur des Wagenkastens von dem ALn 56 er saß auf Gleitrollen direkt auf den Drehgestellen auf, die Drehzapfen dienten lediglich zur Übertragung der Längskräfte.Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1 Das Wagenkasteninnere bestand aus den beiden Führerständen mit jeweils in das Wagenkasteninnere ragenden Antriebsmotor, dahinter war der Einstiegsraum, dann folgte das Fahrgastabteil mit vier Reihen von Sitzen vis-a-vis. Dieses war in der Mitte unterbrochen durch eine Toilette und einen Abstellraum. scalaenne.wordpress.com: Schema des Triebwagens ALn 56

Die Motor-/Getriebeeinheit war in jedem Antriebsdrehgestell mit einem Motor FIAT Typ 355C, der sein Drehmoment an das mechanische Vierganggetriebe bei der Normalvariante auf die inneren Achse, bei dem ALn 56.1900 auf beide Achsen übertrug. Die Antriebseinheit war innen durch eine Haube abgedeckt und für Wartungsarbeiten gut zugänglich. Für größere Reparaturen konnte die gesamte Antriebsanlage nach Anheben des Wagenkastens für Tauschzwecke herausgerollt werden. scalaenne.wordpress.com: Foto von einer Motordemontage bei dem ALn 56 Elektrisch waren die Triebwagen mit einer 24-Volt-Anlage ausgerüstet, die von einem Generator erzeugt und in der Batterie gespeichert werden konnte. Die Bremsanlage bestand aus der pneumatischen Bremse, die als Trommel- bzw. Backenbremse ausgeführt war. Die Handbremse wirkte nur auf das entsprechende Fahrgestell.

ALn 56 Bauart Breda

Von den Dieseltriebwagen der Baureihe ALn 56 der Bauart Breda wurden vom Hersteller in den Jahren 1935 bis 1938 für die Ferrovie dello Stato (FS) 90 Stück gebaut. Sie wurden als Variante mit einem Dieselmotor für schnelle Städteverbindungen für den universellen Betrieb auf Normalspurstrecken für höhere Geschwindigkeiten gebaut. Außer diesen Fahrzeugen gab es auch von diesem Hersteller eine Variante mit einem Benzinmotor und der Bezeichnung ALb 56, die sich von dem ALn 56 äußerlich ein klein wenig unterschied. Die Wagen waren etwas schneller und komfortabler als die Wagen von FIAT gestalten. Auch diese Triebwagenreihe wurde ab 1938 durch eine Reihe ALn 556 ergänzt, die das gleiche Aussehen, aber eine Vielfachsteuerung besaßen.

Sie fuhren bis in die Jahre des Zweiten Weltkrieges. Danach wurden die gesamte 1. Serie und 13 Wagen der 2. Serie an private Bahnunternehmer verkauft. 1978 wurde der letzte Wagen ausgemustert, es ist kein Wagen erhalten geblieben.

Geschichte mini|links|Umgebauter Triebwagen An 64.103 der Società Nazionale Ferrovie e Tramvie Der Hersteller lieferte von 1935 bis 1938 90 Triebwagen der Reihe an die FS, nachdem vorerst 10 Fahrzeuge mit einem Benzinmotor gefertigt wurden. www.marklinfan.com: Foto von einem Triebwagen ALb 56 Bauart Breda Sie wurden in zwei Serien gefertigt, in der 1. Serie waren sie mit zwei 95,5 kW, in der 2. Serie mit zwei 110 kW starken Motoren ausgerüstet. Die Fahrzeuge waren als spürbar stärker als die ALn 56 von Fiat und auch im Äußeren und der Innengestaltung anders als diese ausgerüstet. Charakteristisch für die Fahrzeuge war die stark geneigte obere Vorderfront und die relativ kleinen Kühler mit den stärker ausgeführten Pufferblechen. Die Fahrzeuge waren, obwohl noch nicht mit einer Mehrfachsteuerung versehen, schon für den Betrieb mit mehreren Fahrzeugen vorbereitet.

Die Fahrzeuge waren zuerst für eine Geschwindigkeit von 140 km/h zugelassen, später wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h gedrosselt. Im Zweiten Weltkrieg wurden einigen Fahrzeuge zum Teil ihre Motoren entfernt, und die Fahrzeuge stattdessen als Anhänger in Personenzügen verwendet. Von den Fahrzeugen, die den Krieg überstanden, wurde die gesamte erste Serie und 13 Fahrzeuge der zweiten Serie an Privatbahnen verkauft. Am bekanntesten von diesen Fahrzeugen ist die Società Nazionale Ferrovie e Tramvie. www.marklinfan.com: Auflistung der an Privatbahnen verkauften Fahrzeuge ALn 56 Bauart Breda Die Fahrzeuge für diese Gesellschaft waren die ALn 56.2001, 2006, 2009 und 2010, sie wurden als Reihe An 64 mit neuen Sechszylinder-Motoren von AEC umgerüstet, die Leistung war fortan 95 kW und die Höchstgeschwindigkeit 95 km/h. Sie fuhren bis 1982/1983 und wurden dann ausgemustert.Mario Bicchierai, Quel treno in Valcamonica: la Brescia-Iseo-Edolo e le sue diramazioni, in Mondo Ferroviario, Januar 1992, S. 33. Über die anderen Fahrzeuge nach dem Zweiten Weltkrieg existieren nur Informationen von Fotodokumentationen, wie von den ALn 56 2069 und 2049 in Fabriano um 1974, dem 2021 in Atena Lucana 1974, dem 2022 in Borgo Valsugana 1976, dem 2027 in Campo di Giove 1978, dem 2037 in letzter Aufnahme in Fabriano 1992, dem 2046 in Pescara 1978, den 2048 und 2037 in Fermignano 1976, dem 2052 und andere in Fabriano 1975, dem 2079 in Campobasso 1978 und den 2080 sowie 2017 in Fabriano 1974. www.photorail.it: Internetseite mit Einsatzstatistiken des FS ALn 56 von Breda Die letzte Erwähnung der Fahrzeuge stammt aus dem Jahr 1992. Obwohl sie von den Reisenden angenehmer empfunden wurden als die Bauform FIAT, ist kein Exemplar erhalten geblieben.

Technik Die Triebwagen unterschieden sich deutlich von den gleichnamigen der Bauform FIAT zum einen in ihrer äußeren Gestaltung, zum anderen in ihrer Maschinenanlage. Die Fahrzeuge der 1. Serie unterschieden sich von der zweiten Serie, sie hatten mit 800 mm einen geringeren Raddurchmesser, sie waren mit 21.360 mm etwas kürzer und auch in der Höhe mit 3.200 mm etwas niedriger. Prägnant war ihre äußere Gestaltung mit den abgeschrägten Stirnwänden. www.marklinfan.com: Foto von einem ALn 56 Bauform Breda Ihre Innenausstattung war besonders ansprechend und bestand aus 4 Reihen Sitzen vis a vis mit Mittelgang im Großraumabteil. www.marklinfan.com: Foto von dem Innenraum des ALn 56 Bauform Breda