mini|200px|Juan Esteban Aguirre (2018) Juan Esteban Aguirre Martínez (* 5. August 1949 in San Juan Bautista, Departamento Misiones) ist ein paraguayischer Diplomat und Politiker, der unter anderem von 2000 bis 2001 Außenminister war.
Leben Juan Esteban Aguirre Martínez, Sohn von Juan Esteban Aguirre und Dora María Luisa Martínez Quevedo, diente von 1968 und 1971 als Offizier in den Streitkräften und absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universidad Nacional de Asunción (UNA), welches er 1973 mit der Zulassung als Rechtsanwalt beendete. Er war während der Diktatur von Alfredo Stroessner (15. August 1954 bis 3. Februar 1989) 1973 für kurze Zeit Rechtsberater des Verwaltungsrats der Fluggesellschaft Lineas Aéreas Paraguayas (LAP) und arbeitete zwischen 1973 und 1975 als Leiter des Sitzungsprotokolls des Senats (Senado de la República del Paraguay) sowie von 1975 bis 1977 als Programmbeauftragter für internationale technische Zusammenarbeit im Arbeitsministerium. Während dieser Zeit schloss er ein postgraduales Studium der Verwaltungswissenschaften an der University of Southern California (USC) 1976 mit einem Master of Public Administration (MPA) ab und arbeitete zwischen 1977 und 1983 im Präsidialamt der Republik. Im Anschluss wurde er 1983 Mitarbeiter des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und fungierte dort zuletzt von 1983 bis 1989 als Assistent für Programme für Zentralamerika, Kuba, Panama und die Dominikanische Republik.
Nach dem Ende der Stroessner-Diktatur am 3. Februar 1989 war Juan Esteban Aguirre als Nachfolger von Salvador Rubén Paredes von 1989 bis zu seiner Ablösung durch Luis María Ramírez Boettner 1992 zunächst Botschafter in Brasilien sowie im Anschluss als Nachfolger von Marcos Martínez Mendieta zwischen dem 5. Mai 1992 und seiner Ablösung durch Jorge G. Prieto Conti am 11. Januar 1995 Botschafter in den Vereinigten Staaten. Er war ferner Vertreter des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen in Ecuador, Venezuela, Kolumbien und Guatemala. Im Kabinett von Staatspräsident Luis Ángel González Macchi löste er am 15. Februar 2000 José Félix Fernández Estigarribia im Amt des Außenministers (Ministro de Relaciones Exteriores) ab und behielt dieses bis zum 14. März 2001, woraufhin José Antonio Moreno Ruffinelli seine Nachfolge antrat. Als Außenminister entwarf er 2000 einen Aktionsplan mit Prioritäten für bilaterale Abkommen mit Brasilien und Argentinien, die Stärkung der Zollunion im Rahmen des Mercosur, den Landverkehr und die Integration der bioozeanischen Korridore.
Durch das Dekret Nr. 13384 vom 7. Juni 2001 wurde Aguirre zum Botschafter in Kanada ernannt und verblieb auf diesem diplomatischen Posten bis 2009.
Später war er noch Ständiger Vertreter Paraguays bei der Welthandelsorganisation (WTO). In diesem Amt fungierte er als Nachfolger von Peter Brňo aus der Slowakei bis zu seiner Ablösung durch Dagfinn Sørli aus Norwegen im Jahr 2018 als Vorsitzender des Ausschusses für Haushalt, Finanzen und Verwaltung. Aus seiner Ehe mit María Aparecida Gusmao Orué gingen die Kinder Fabiana María, Juan Esteban, Rodrigo Manuel und Diego María hervor.
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Einzelnachweise
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