mini|200px|Euclides Acevedo (2021) Euclides Roberto Acevedo Candia (* 13. Mai 1950 in Puerto Casado, Departamento Alto Paraguay) ist ein paraguayischer Diplomat und Politiker, der unter anderem von 2019 bis 2021 Innenminister und zwischen 2021 und 2022 Außenminister war. Zudem war er für die konservative Movimiento Nueva República (MNR) Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2023.

Leben Euclides Roberto Acevedo Candia absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universidad Nacional de Asunción (UNA) sowie der Universidad Nacional de Pilar (UNP) und schloss dieses mit einem Doktor der Rechte (Doctorado en ciencias jurídicas) ab, woraufhin er als Rechtsanwalt und Universitätsdozent tätig war. Er absolvierte zudem postgraduale Studien am Centro de Estudios Democráticos de América Latina und am Colegio Nacional de Guerra sowie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er war Gegner der Diktatur von Alfredo Stroessner (15. August 1954 bis 3. Februar 1989) und befand sich deshalb zeitweise in politischer Gefangenschaft. Sein politisches Engagement begann er in der demokratisch-sozialistischen Februaristischen Revolutionäre Partei PRF (Partido Revolucionario Febrerista) und war als Nachfolger von Alarico Quiñónez Cabral von 1983 bis zu seiner Ablösung durch Fernando Vera Sánchez 1985 erstmals Vorsitzender der PRF. Als Nachfolger von Fernando Vera Sánchez wurde er 1988 abermals Vorsitzender der PRF und behielt diese Funktion bis 1990, woraufhin Ignacio Iramain neuer Parteivorsitzender. Als Nachfolger von Ignacio Iramain fungierte er zwischen 1992 und seiner Ablösung durch Víctor Sánchez Villagra 1994 zum dritten Mal als Vorsitzender der PRF. Am 1. Juli 1993 wurde er Mitglied der Abgeordnetenkammer (Cámara de Diputados) und vertrat in dieser bis zum 1. Juli 1998 das Departamento Central. Während dieser Zeit fungierte er zudem zwischen 1995 und 1997 als Botschafter in Spanien und Marokko.

Im Anschluss wurde er am 1. Juli 1998 Mitglied des Senats (Senado de la República del Paraguay), dem er bis zum 5. April 1999 angehörte. Als Nachfolger von Carlos Filizzola wurde er 1999 Vorsitzender der Nationalen Begegnungspartei PEN (Partido Encuentro Nacional) und behielt diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Diego Abente Brun 2002. Am 5. Juli 2002 reichte er seinen Rücktritt als Senator ein, um den Posten als Minister für Industrie und Handel (Ministro de Industria y Comercio) im Kabinett von Staatspräsident Luis Ángel González Macchi zu übernehmen und übte dieses Amt bis zum 15. August 2003 aus.

Während der Amtszeit von Staatspräsident Mario Abdo Benítez fungierte Acevedo in dessen Kabinett als Nachfolger von Juan Ernesto Villamayor vom 14. Oktober 2019 bis zu seiner Ablösung durch Arnaldo Giuzzio am 22. Januar 2021 zunächst als Innenminister (Ministro del Interior). Im Zuge einer Kabinettsumbildung übernahm er wiederum am 22. Januar 2021 von Federico González das Amt des Außenministers (Ministro de Relaciones Exteriores) und behielt dieses bis zum 29. April 2022, woraufhin Julio Arriola seine Nachfolge antrat. Er war mit geringen Erfolgsaussichten für die konservative Neue Republikbewegung MNR (Movimiento Nueva República) Kandidat bei der Präsidentschaftswahl am 30. April 2023. Er belegte unter 13 Kandidaten mit 41.194 Stimmen (1,36 Platz) allerdings im ersten Wahlgang nur den vierten Platz nach dem zum neuen Staatspräsidenten gewählten Santiago Peña (1.292.079 Stimmen, 42,74 Prozent), Efraín Alegre (830.842 Stimmen, 27,43 Prozent) und Paraguayo Cubas (692.663 Stimmen, 22,91 Prozent). Er war zwei Mal verheiratet, und zwar in erster Ehe mit Josefina Kostianovsky und in zweiter Ehe mit Ana María Scappini.

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Einzelnachweise

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