Gustav Emil Wilhelm Ecke (* 13. Juni 1896 in Bonn; † 17. Dezember 1971) war ein deutsch-amerikanischer Kunsthistoriker.Ecke, Gustav. In: Universität Zürich / China und der Westen; Gustav Emil Wilhelm Ecke 1896-1971. Collector and Art Historian. In: National Museum of Asian Art / Smithsonian Institution (mit biografischen Daten u. Foto); Chinese Art Expert Gustav Ecke, 75, dies. In: Honolulu Star-Bulletin vom 20. Dezember 1971, S. 58 (alles abgerufen am 23. Juni 2026).

Leben und Wirken Gustav Ecke, ein Sohn des Bonner Theologen Gustav Ecke, studierte von 1914 bis 1922 u. a. Kunstgeschichte und Philosophie, hauptsächlich an der Universität Erlangen sowie an den Universitäten Bonn und Berlin. Seine Promotion erfolgte 1922 an der Universität Erlangen über den französischen Künstler Charles Meryon. Er war sehr sprachbegabt und erlernte frühzeitig die chinesische Sprache. Im Jahre 1923 übernahm er eine Professur für europäische Philosophie und alte Sprachen an der Xiamen-Universität. 1928 wechselte er an die Quinghua Universität in Peking. Nach einem Forschungsaufenthalt in Paris (1933) lehrte er anschließend an der katholischen Fu-Jen Universität. In China beschäftigte sich Ecke vor allem mit der chinesischen Kunst, insbesondere mit Möbeln. 1945 heiratete er die chinesische Malerin Zeng Youhe (auch Betty Tseng Yu‐Ho; 1925–2017), die zu seinen Schülerinnen gehörte und später auch als Kunsthistorikerin, Kuratorin und Hochschullehrerin tätig war. 1949 reiste Ecke mit seiner Ehefrau nach Hawaii und übernahm dort die Stelle eines Kurators am Honolulu Museum of Art und lehrte von 1950 bis 1966 über chinesische Kunst an der University of Hawaii. Von 1966 bis 1968 war er Gastprofessor an der Universität Bonn. 1969 kehrte er nach Nuuanu auf Hawaii zurück, wo er 1971 mit 75 Jahren starb.Chinese Art Expert Gustav Ecke, 75, Dies. In: Honolulu Star-Bulletin. 20. Dezember 1971, S. 58.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Charles Meryon (= Meister der Graphik, Bd. 11). Klinkhardt, Leipzig 1923 (= Dissertation Universität Erlangen).

Atlantes and caryatides in Chinese architecture. Catholic University of Peking, Beijing 1930. Zur Architektur der Landhäuser in den kaiserlichen Gärten von Jehol. In: Architectura. Zeitschrift für Geschichte und Ästhetik der Baukunst, Bd. 1 (1933), S. 222–232.

The twin pagodas of Zayton. A study of later Buddhist sculpture in China. Harvard University Press, Cambridge, Mass. 1935. Frühe chinesische Bronzen aus der Sammlung Oskar (Paul) Trautmann. Katalog. Fuijen Press, Peking 1939. Über einige Messer aus Anyang. In: Sinologische Arbeiten, Jg. 1943, S. 154–162. Sammlung Lochow. Chinesische Bronzen. Zwei Bände. Fu Jen Press, Peking 1943/1944.

Chinese domestic furniture. Vetch, Peking 1944 (Nachdruck: Dover. New York 1986, ISBN 0-486-25171-3.) Hui Hsien Ware in the collection of Honolulu Academy of Arts. Honolulu 1954. Chinese painting in Hawaii in the Honolulu Academy of Arts and in private collections. Drei Bände. University of Hawaii Press, Honolulu 1965. On some Buddhist images at the Honolulu Academy of Arts. In: Asiatische Studien, Bd. 21 (1967), S. 24–30. Hartmut Walravens (Hrsg.): "Und der Sumeru meines Dankes würde wachsen". Beiträge zur ostasiatischen Kunstgeschichte in Deutschland (1896–1932). Briefe des Ethnologen und Kunstwissenschaftlers Ernst Große an seinen Freund und Kollegen Otto Kümmel sowie Briefwechsel zwischen dem Kunsthistoriker Gustav Ecke und dem Architekten Ernst Boerschmann (= Asien- und Afrika-Studien der Humboldt-Universität zu Berlin, Bd. 35) Harrassowitz, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-06230-5.

Literatur

Martin Kern: Die Emigration der Sinologen 1933-1945. Zur ungeschriebenen Geschichte der Verluste. In: Chinawissenschaften, Jg. 1999, S. 222–242 (PDF).

Einzelnachweise

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