mini|hochkant|Edis De Philippe (1958) mini|hochkant|Hochzeitsfoto 1950 mini|hochkant|Edis De Philippe (Mitte) mit Mitwirkenden bei Thaïs (1948) Edis De Philippe (; geboren 12. Mai 1912 in New York City; gestorben 5. Juli 1978 in Tel Aviv) war eine US-amerikanisch-israelische Sopranistin und Opernintendantin.

Leben Edis De Philippe war eine Tochter des Drogisten David Defilipov und der Sonia Gerdstein, beide waren um die Jahrhundertwende aus der Ukraine in die USA ausgewandert, wo sie heirateten. Sie erlernte mehrere Sprachen und erhielt Gesangsunterricht. Sie studierte Musik in New York, Paris und Rom. 1935 sang sie die Violetta in Giuseppe Verdis La Traviata an der Cosmopolitan Opera in New York. In dem Jahr heiratete sie den sehr wohlhabenden Geschäftsmann und Impresario Max Rabinoff, das machte sie finanziell weitgehend unabhängig, die Ehe wurde später geschieden. Sie vervollkommnete ihre Gesangsausbildung bei Wilfrid Pelletier in New York und bei Tullio Serafin an der Scala. In Mexiko hatte sie einen mehrjährigen Vertrag mit Radio Mexico City und trat auch in der Mexico International Opera auf. Mit Metro-Goldwyn-Mayer schloss sie einen Vertrag für Auftritte in Opernfilmen.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hielt sie sich in Paris auf, das 1940 von der Wehrmacht besetzt wurde. Sie wurde 1941 vom US-amerikanischen Botschafter in die USA zurückgeschickt. 1945 trat sie an der Volksoper in Palästina auf. In der Saison 1946/47 wurde sie von Georges Hirsch an die Pariser Oper engagiert, wo sie als Manon, Thaïs, Mimi und Violetta auftrat.

Im Dezember 1946 traf sie in Basel mit der World Zionist Organization (WZO) eine Vereinbarung über die Gründung einer Opernkompagnie in Palästina. Am 29. November 1947, dem Tag der UN-Abstimmung in New York über den Palästina-Plan, arrangierte sie ein Konzert mit Opernszenen in Tel Aviv. Im Mai 1948 inszenierte sie als erste Produktion der von ihr gegründeten Israel National Opera Jules Massenets Oper Thaïs, in der sie die Titelrolle sang. In den folgenden Jahren produzierte sie an die eintausend Opernaufführungen zunächst als Mieter wöchentlich an einem Tag im Habimah Theater in Tel Aviv und als Wanderbühne in Israel.

De Philippe heiratete 1950 in zweiter Ehe Simcha Even-Zohar, einen Gewerkschaftssekretär der Histadrut, der die Verwaltungsleitung des Opernunternehmens übernahm. Seit 1958 hatte die Oper ein festes Haus in der Rechov Allenby in Tel Aviv, mit einem Saal, in dem vormals die Knesseth getagt hatte. Das Opernhaus beschäftigte an die 250 Instrumentalisten, Sänger und Bühnenpersonal. 1958 gründete sie eine Ballettabteilung.

Unter den Mitwirkenden der Oper war anfangs der Dirigent Mordechai Golinkin, der bereits zwischen 1923 und 1927 versucht hatte, in Palästina einen Opernbetrieb zu etablieren. Menachem Avidoms Oper Alexandra wurde bei ihr 1959 uraufgeführt. Der Sänger Plácido Domingo war vor Beginn seiner internationalen Karriere zwischen 1962 und 1965 in Tel Aviv engagiert und zeigte sich auch später mit dem Haus verbunden.

Nach ihrem Tod leitete ihr Mann das Opernunternehmen, es musste aber 1982 wegen finanzieller Probleme schließen, 1985 erfolgte mit der New Israel Opera ein Neustart mit der Gründung einer staatlichen Oper. Im Jahr 2005 benannte der Stadtrat von Tel Aviv-Jaffa eine Straße in Jaffa nach ihr.

Literatur Yosef Olitsḳi: Edis: peraḳim be-toldot ḥayeha shel Edis dah-Filip : ha-meyasedet, ha-minahelet ṿeha-bimaʼit shel ha-Operah ha-Yiśreʼelit. Tel-Aviv: Aḥdut, 1983. de Philippe, Edis, in: Encyclopaedia Judaica, 1972, Band 5, Sp. 1548. de Philippe, Edis, in: Großes Sängerlexikon, 1997, Band 2, S. 858f. Anat Feinberg: Die erste »Erez-Israelische Oper« in »Altneuland«, in: Aschkenas: Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden. Berlin: de Gruyter, Bd. 33 (2023), 2, S. 341–380, ISSN 1865-9438.

Weblinks

Shabtai Benaroyo: Edis De Philippe, bei Jewish Women’s Archive (JWA), 27. Februar 2009.

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